Unterhaltsbedarf

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Erklärung zum Begriff Unterhaltsbedarf

Die Höhe des Unterhalts (= Unterhaltsbedarf), welcher ein Ehepartner dem anderen nach der Scheidung zu zahlen hat, richtet sich gemäß § 1578 Abs. 1 BGB nach den ehelichen Lebensverhältnissen.

Der Unterhaltsbedarf wird errechnet aus dem Gesamteinkommen, welches während des Bestehens der Ehe vorhanden gewesen ist und gemäß dem Halbteilungsgrundsatz jedem Ehepartner zur Hälfte zusteht. Sämtliche Einkünfte sowie vermögenswerte Vorteile sind hierfür zu berücksichtigen.

Ein geläufiges Verfahren zur Berechnung des Unterhaltsbedarfs ist die Additionsmethode.




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Nachrichten zu Unterhaltsbedarf


Entscheidungen zum Begriff Unterhaltsbedarf

  • BildOLG-FRANKFURT, 21.09.2005, 2 UF 157/04
    Zum Ausschluss eines Unterhaltsanspruchs des volljährigen Kindes, wenn es in der Lage ist, seine Unterhaltsbedarf durch Erwerbstätigkeit selbst sicherzustellen
  • BildOLG-KARLSRUHE, 01.02.2000, 16 UF 78/98
    Der getrennt lebende Ehegatte hat für seinen Unterhaltsbedarf auch solche Vermögenserträgnisse einzusetzen, die ihm aus der Anlage des kapitals einer kapitalisierten Schmerzensgeldrente zufließen.
  • BildOLG-DUESSELDORF, 24.02.2010, II-8 WF 224/09
    § 1578 BGB 1. Der Halbteilungsgrundsatz ist auch bei krankheitsbedingt erhöhtem Unterhaltsbedarf des Berechtigten zu beachten. 2. Zur Bewertung von Leistungen aus der Pflegeversicherung als unterhaltsrelevantes Einkommen mit Lohnersatzfunktion.
  • BildBGH, 26.10.2005, XII ZR 34/03
    a) Das staatliche Kindergeld ist in voller Höhe auf den Unterhaltsbedarf des volljährigen Kindes anzurechnen. b) Auf den Unterhaltsbedarf des volljährigen Kindes ist seine - um eine Ausbildungspauschale verminderte - Ausbildungsvergütung ebenfalls in vollem Umfang bedarfsdeckend anzurechnen. c) Beides gilt auch dann, wenn das Kind...
  • BildOLG-DRESDEN, 15.07.2009, 20 WF 0577/09
    Der Unterhaltsbedarf eines volljährigen Kindes, das bei einem Elternteil lebt, dessen Einkommen den eigenen angemessenen Selbstbehalt nicht erreicht, ist grundsätzlich allein nach dem unterhaltsrechtlich relevanten Einkommen des anderen Elternteils zu ermitteln.
  • BildOLG-DUESSELDORF, 16.04.2007, II-7 UF 317/06
    Zum Unterhaltsbedarf der Mutter gemäß §§ 1615 l Abs. 2, Abs. 3 S. 1, 1610 Abs. 1 BGB (gegen BGH FamRZ 2005, 442): Keine Begrenzung des Bedarfs der nichtehelichen Mutter durch den Halbteilungsgrundsatz.
  • BildOLG-OLDENBURG, 30.04.2002, 12 UF 202/01
    Geldwerte Vorteile für gegenüber einem neuen Lebenspartner erbrachte Versorgungsleistungen prägen die ehelichen Lebensverhältnisse nicht und sind im Wege des Abzugs auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen (Abweichung von BGH Urteil vom 5. September 2001; FamRZ 2001, 1963).
  • BildOLG-KOBLENZ, 22.05.2000, 13 UF 632/99
    In einer "Haushaltsführungsehe", in der nur ein Ehegatte Einkünfte hat, werden die ehelichen Lebensverhältnisse und damit der Unterhaltsbedarf allein durch die Erwerbseinkünfte des erwerbstätigen Ehegatten bestimmt. Dies gilt auch im Hinblick auf die unterhaltsrechtlich an sich gleich zu bewertende Haushaltsführung.
  • BildBGH, 17.01.2007, XII ZR 104/03
    Der Unterhaltsbedarf einer verheirateten oder geschiedenen Mutter, die ein nichteheliches Kind betreut, bestimmt sich nach ihrer Lebensstellung nach Maßgabe der ehelichen Lebensverhältnisse, auch wenn diese unter den Mindestbedarfssätzen liegen. Für den betreuungsbedingten Unterhaltsbedarf der Mutter haften mehrere unterhaltspflichtige...
  • BildOVG-NORDRHEIN-WESTFALEN, 18.07.2007, 6 A 3535/06
    Die jährliche Verminderung der Beihilfe um eine Kostendämpfungspauschale ist rechtswidrig. § 12 a BVO NRW ist nichtig (Abweichung von BVerwG, Urteil vom 3.7.2003 - 2 C 36.02 -, BVerwGE 118, 277). Krankheiten sind keine Ausnahme- oder Notsituationen, sondern begründen nach heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen gewöhnlichen...

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