Trennung

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Erklärung zum Begriff Trennung

Eine Trennung außerhalb einer rechtmäßig geschlossenen Ehe hat lediglich moralische und persönliche Folgen, die Scheidung oder Ehescheidung dagegen definiert sich als die juristische, rechtlich formelle Auflösung einer Zugewinngemeinschaft.

Die Trennung vom Ehepartner setzt einen Zeitraum von einem Jahr voraus, in dem das Paar getrennt von Tisch und Bett leben muss. Das kann sowohl in getrennten Wohnungen als auch in der gemeinsamen Wohnung passieren, wichtig ist die eigenständige Lebensführung. 

Die Scheidung oder die Auflösung einer Ehe erfolgt, wenn der Ehepartner nicht stirbt, durch eine Gestaltungsklage mit richterlichem Beschluss. Die Institution der Ehe ist im deutschen Recht als lebenslange Institution definiert, sie wurde zusammen mit der Zivilehe in 1875 eingeführt. Eine tiefgreifende Reform im Jahre 1976, das 1. EheRG, löste das bis dahin geltende Schuldprinzip im Ehescheidungsverfahren ab. Nunmehr galt das Scheitern der Ehegemeinschaft nach dem Zerrüttungsprinzip. Das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit der Ehepartner wurde in den Vordergrund gestellt,  die Rechte und Pflichten, die sich aus dem Unterhalt ergaben, wurden nunmehr nach der jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Ehepartner formuliert. 2008 wartete der Bundestag mit einer weiteren Gesetzesreform auf, dem Gesetz zur Änderung des Unterhaltsrechts. Trotz all dieser rigiden Reformen bleibt das ursprüngliche Schuldprinzip, dem Paragraphen 1579 Nr. 7 des BGB (§ 1579 Nr.7 BGB) entsprechend, weiter fortbestehen. Wird ein einseitiges, grobes Fehlverhalten eines Ehegatten festgestellt,  kann dies Einfluss auf die Unterhaltszahlungen haben.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für eine Trennung, eine Ehescheidung, sind in den Paragraphen 1564 bis 1568 des BGB (§§ 1564 - 1568 BGB) und in den Paragraphen 133 bis 1500 des FamFG (§§ 133 -  1500 FamFG) definiert. Das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG), im Volksmund auch Familienverfahrensgesetz genannt, regelt das Scheidungsverfahrensrecht. Die Folgen der Scheidung, so beispielsweise Umgangsrecht, Sorgerecht, Unterhalt oder der Versorgungsausgleich sind im Paragraphen 1569 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (§§ 1569 ff. BGB) niedergeschrieben. Das FamFG bewirkte eine Vereinheitlichung des vorher in deutsche Zivilprozessordnung und Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit geregelten Scheidungsverfahrensrechts.



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