Transplantationsgesetz

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Erklärung zum Begriff Transplantationsgesetz

Das Transplantationsgesetz stammt in seiner ursprünglichen Fassung vom 05. November 1997. Es hat den Titel „Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben“. Das TPG definiert die Zulässigkeit von Organspenden in Deutschland, für Lebende als auch für Verstorbene. Rechtlich wird die erweiterte Zustimmungslösung angewandt.

Dies bedeutet, dass ohne eine Zustimmung der nächsten Familienangehörigen beziehungsweise des Spenders selber, eine Organentnahme verboten ist. Dies bezieht sich nach dem sogenannten „Gewebegesetz“ aus 2007 auch auf fötale Organe und menschliches Gewebe. Verankert in Paragraph 4 TPG (§ 4 TPG). Für Blut, welches in der Rechtsprechung auch als Organ bezeichnet wird, gilt nicht das TPG, sondern vielmehr das Transfusionsgesetz.

Organentnahme bei Verstorbenen

Die Richtlinien des Nachweises des Todes definiert die Bundesärztekammer, der Gesetzgeber legt die Marke fest, die als Mindestvoraussetzung für die Entnahme eines Organs gilt. Hier ist der Gesamthirntod, das will heißen der Ausfall sowohl des Kleinhirnes als auch des Großhirns in seiner Gesamtfunktion, des Hirnstamms als Marke festgelegt. Die Verfahren, mit denen dieser Hirntod festgestellt wird, müssen dem letzten Stand der wissenschaftlichen Forschung entsprechen. Dies stellt einen sehr relativen Standpunkt dar. Neuste Forschungen haben ergeben, dass der Tod eines Menschen nicht zwangsläufig mit dem Hirntod einhergehen muss.

Organentnahme bei Lebenden

Die Organentnahme von lebenden Personen ist im Transplantationsgesetz in Paragraph 8 ff. TPG geregelt (§§ 8 ff TPG). Für eine Lebendtransplantation sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. So muss der Spender wenigstens volljährig sein und nach einer umfangreichen Aufklärung, die auf verständliche Art und Weise erfolgen muss, seine Einwilligung gegeben haben. Dies ist auch wichtig für etwaige Einschränkungen, die Versicherungsleistungen betreffen. Weiter muss sich der Spender als „geeignet“ erweisen, dies hat ein Arzt zu beurteilen. Die Gefahr, der er sich aussetzt, darf nicht über den besprochenen Eingriff hinausgehen. Weiter darf dem Spender keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigung drohen. Diese muss sich im Rahmen des normalen Operationsrisikos halten. Der Kreis der möglichen Spender ist zudem gesetzlich begrenzt auf diejenigen Personen, die dem Spender ganz besonders nahe stehen, enge Verwandte oder auch der Ehepartner.




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