Thumbnails und Recht

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Erklärung zum Begriff Thumbnails und Recht

Thumbnails (engl. Daumennagel) sind verkleinerte Version von Bildern, die in derjenige zu einem größeren Bild also einer vergrößerten Ansicht verliehen sind. Sie haben daher die Funktion von Vorschaubildern.

Rechtlich problematisch sind Thumbnails im Internet, wenn diese zum Beispiel im Rahmen von Suchmaschinen als Vorschaubilder von Webseiten oder anderen urheberrechtlich geschützten Bildern gelinkt und genutzt werden. Hierbei wird zum Teil im der Literatur die Auffassung vertreten, dass die Anzeige von Thumbnails als ein Zitat im Sinne von § 52 UrhG zu verstehen sei.

Anders hatte hierbei das Landgericht Hamburg in Bezug auf Vorschaubilder bei der Google Suche entschieden (Urt. v. 26.09.2008 - Az.: 308 O 42/06 und Urt. v. 26.09.2008 - Az.: 308 O 248/07). Danach erteile der Urheber durch die Einstellung von Bildern auf seiner Webseite Google nicht konkludent die Einwilligung seine urheberrechtlich geschützten Bilder als Thumbnails in der Suchmaschine anzuzeigen. Dies hat auch das OLG Hamburg (Az.: 308 O 248/07) in der nächsten Instanz für die Ergebnisliste der Suchmaschine Google bestätigt. Es läge keine Einwilligung des Rechteinhabers vor. Thumbnails werden dabei nach der Rechtsprechung als urheberrechtlich geschützte Werke angesehen (vgl. z.B. Landgericht Halle, Urt. v. 15.03.2007, Az.: 3 O 1108/05). Daher haben Dritte, die Thumbnails nutzen wollen, den Urheber zuvor um Erlaubnis zu bitten. Es sei hierbei insbesondere nicht von einer konkludenten Zustimmung, das heißt einer Zustimmung durch schlüssiges Handeln, wie zum Beispiel die Freigabe der eigenen Webseite mit Bildern für Suchmaschinen, auszugehen.
Demgegenüber hat der BGH (Urteil vom 29. April 2010, Az. I ZR 69/08) erst kürzlich entschieden, dass Google nicht für Urheberverletzungen in der Bilder-Suche haftet.

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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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    Hallo, ich bräuchte mal Hilfe bei folgendem Fall: Webseitenbetreiber A verwendet ein Foto des Fotografen B auf seiner (kommerziellen) Webseite. Das Bild hatte er von einem großen öffentlichen Fotoportal, wo es mit der Creative Commons Lizenz CC BY 2.0 gekennzeichnet ist. Um den Lizenzbedingungen gerecht zu werden, nennt A, direkt... » weiter lesen
  • Haben Suchmaschinen ein Recht auf Veröffentlichung interner Dokumente? inwa schrieb am 26.09.2010, 08:26 Uhr:
    Ein angemieteter Serverplatz gehört dem Mieter. Woher nimmt ein Suchmaschinenbetreiber das Recht, interne nicht öffentlich verlinkte Dokumente zu durchsuchen und zu veröffentlichen? » weiter lesen

Passende juristische News

  • Der u.a. für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat erneut entschieden, dass Google nicht wegen Urheberrechtsverletzung in Anspruch genommen werden kann, wenn urheberrechtlich geschützte Werke in Vorschaubildern ihrer Suchmaschine wiedergegeben werden. Die von Google betriebene Internetsuchmaschine verfügt über eine textgesteuerte Bildsuchfunktion, mit der man durch Eingabe von Suchbegriffen nach Abbildungen... » weiter lesen
  • Der u. a. für Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass Google nicht wegen Urheberrechtsverletzung in Anspruch genommen werden kann, wenn urheberrechtlich geschützte Werke in Vorschaubildern ihrer Suchmaschine wiedergegeben werden. Die von Google betriebene Internetsuchmaschine verfügt über eine textgesteuerte Bildsuchfunktion, mit der man durch Eingabe von Suchbegriffen nach Abbildungen suchen... » weiter lesen


Thumbnails und Recht Urteile und Entscheidungen

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    » OLG-DUESSELDORF, 26.05.2015, III-2 RVs 36/15
  • Bilda) Eine (schlichte) Einwilligung in die Wiedergabe der Abbildung eines urheberrechtlich geschützten Werkes als Vorschaubild in Ergebnislisten von Bildersuchmaschinen liegt auch dann vor, wenn ein Dritter die Abbildung mit Zustimmung des Urhebers ins Internet eingestellt hat, ohne technische Vorkehrungen gegen ein Auffinden und Anzeigen...

    » BGH, 19.10.2011, I ZR 140/10
  • Bild1. Die einer ausländischen Urheberrechtswahrnehmungsgesellschaft in einem Gegenseitigkeitsvertrag nach CISAC-Modell von der deutschen Wahrnehmungsgesellschaft eingeräumten Rechte, Dritte zur Nutzung des Repertoires zu autorisieren, beschränken sich - unabhängig von der rechtsdogmatischen Einordnung des vertraglichen Gestattung zwischen...

    » LG-MANNHEIM, 07.11.2008, 7 O 224/08 Kart

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