Testamentsvollstreckung

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Erklärung zum Begriff Testamentsvollstreckung

Die Testamentsvollstreckung soll dem Schutz des vererbten Vermögens dienen, weiterhin eine gerechte und auch zügige Verteilung des Erbes gewährleisten, sie ist dazu geeignet, den Familienfrieden zu erhalten und dient auch der finanziellen Absicherung des Ehepartners und der Familie. Oft ist es dem Erblasser mit Hilfe eines Testamtsvollstreckers besser möglich, das zu verwirklichen, was er sich mit seinem letzten Willen vorgestellt hat.

Tätigkeiten in der Testamentsvollstreckung

Die Aufgaben des Testamentsvollstreckers sind unterschiedlich ausgeweitet. Ihm ist die Sicherung des Nachlasses übertragen, er hat die Aufgabe eventuelle Wohnungen und Haushalte aufzulösen, er soll alle relevanten Unterlagen sichten. Er klärt die privaten und auch die geschäftlichen, vertraglichen Beziehungen und begleicht fällige Forderungen, bezahlt Rechnungen, kündigt Abos, und alles notwendige, reguliert die Grundstücks- und Kontenumschreibungen und überwacht die Fristen, die sich ergeben. Ebenso muss er sich um die fachgerechte Unterbringung eventuell vorhandener Haustiere kümmern. Auch die Abgabe einer Erbschafsteuererklärung ist Sache des Testamentsvollstreckers.

Anforderungen an den Testamentsvollstrecker

Die beauftragte Person ist von großer Bedeutung. Hier ist einmal fachliche Kompetenz sowie ebenso ein hohes Maß an Überzeugungs-, Durchsetzungs-, Sorgfalts- und Entscheidungskraft erforderlich. Wenn man einen Miterben einsetzt, birgt das Gefahrenpotential. Eine neutrale Person ist allemal von Vorteil. Außerdem zeigt sich die rechtliche Abwicklung eines Erbfalles alles andere als einfach. Ein Testamentsvollstrecker, auch wenn er juristischer Laie ist, muss sich für den Schaden, den er in der komplizierten und umfangreichen Abwicklung des Nachlasses anrichtet, nach dem Paragraphen 2219 des BGB (§ 2219 BGB) in vollem Umfang verantworten.

Schutz Behinderter

Erbt ein in einem Heim untergebrachter, behinderter Mensch, so wird das Sozialamt, welches

die Einrichtung bezahlt, in aller Regel das Erbe liquidieren. Mit einer Testamentsvollstreckung nach Paragraph 2214 BGB (§ 2214 BGB) kann dem entgegengewirkt werden. So kann die Anordnung einer Testamentsvollstreckung die schnelle Aufzehrung des erhaltenen Erbes verhindern, der Behinderte ist vor Gläubigern und Sozialhilfeträgern geschützt.




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Entscheidungen zum Begriff Testamentsvollstreckung

  • BildBAYOBLG, 12.11.2001, 1Z BR 134/00
    Zur Frage der Anfechtung der Anordnung einer Testamentsvollstreckung wegen Irrtums über die künftige Entwicklung des Erben.
  • BildOLG-MUENCHEN, 08.09.2005, 32 Wx 58/05
    Bei Prüfung des Nachweises der Unrichtigkeit eines Testamentsvollstreckervermerks ist das Grundbuchamt durch die Erteilung eines die Testamentsvollstreckung ausweisenden Erbscheins und eines Testamentsvollstreckerzeugnisses seitens des Nachlassgerichts nicht gehindert, die Beendigung der Testamentsvollstreckung festzustellen.
  • BildOLG-BREMEN, 12.05.2004, 1 W 17/04
    Ob eine letztwillige Verfügung, in der der Erblasser einen befreiten Vorerben und einen Nacherben eingesetzt sowie Testamentsvollstreckung angeordnet hat, als Anordnung der Testamentsvollstreckung für den Nacherben (§ 2222 BGB) oder als allgemeine Testamentsvollstreckung für den Vorerben mit den Aufgaben und Befugnissen nach §§ 2203...
  • BildOLG-DUESSELDORF, 31.10.2002, 10 W 76/02
    Die Eintragung der Testamentsvollstreckung ist nach § 65 Abs. 1 KostO auch dann gebührenpflichtig, wenn der Vermerk im Zusammenhang mit einer nach § 60 Abs. 4 KostO gebührenfreien Maßnahme erfolgt.
  • BildBVERWG, 17.10.2005, BVerwG 7 C 8.05
    Der Erbe eines vor In-Kraft-Treten des Vermögensgesetzes verstorbenen Geschädigten kann vermögensrechtliche Ansprüche auch dann selbstständig geltend machen, wenn Testamentsvollstreckung angeordnet ist.
  • BildOLG-MUENCHEN, 22.09.2005, 31 Wx 46/05
    Ein Miterbe, dessen Anteil nicht der Testamentsvollstreckung unterliegt, kann keinen Antrag auf Entlassung eines Testamentsvollstreckers stellen, der nur die Anteile der übrigen Miterben verwaltet. Die Rechte und Pflichten des nicht der Testamentsvollstreckung unterworfenen Erbteils richten sich allein nach §§ 2032 ff. BGB. Für etwaige...
  • BildOLG-CELLE, 03.01.2005, 6 W 125/04
    Hat der Erblasser Testamentsvollstreckung nur für den Erbteil eines von zwei Miterben angeordnet und beantragt der unbelastete Miterbe die Entlassung des Testamentsvollstreckers, ist das Vorliegen eines wichtigen Grundes für die Entlassung im Lichte der unterschiedlichen Interessen des Antragstellers und belasteten Miterben, der es bei...
  • BildOLG-FRANKFURT, 14.07.2006, 20 W 369/05
    1. Die Unrichtigkeit des Grundbuchs im Hinblick auf einen Testamentsvollstreckervermerk kann durch den Nachweis in der Form des § 29 GBO geführt werden, dass der betroffene Grundbesitz aus dem Nachlass ausgeschieden oder die Testamentsvollstreckung insgesamt beendet ist. 2. Ohne Auflassungserklärung scheidet ein Nachlassgrundstück mit...
  • BildOLG-KOELN, 01.10.1999, 19 U 167/98
    LS: Tritt der Vorerbe seinen Anteil am Nachlass in zulässiger Weise an die Nacherben ab, so hat der Testamentvollstrecker auch bei unbefristet angeordneter Testamentsvollstreckung Barvermögen, dessen er zur Erfüllung seiner Obliegenheiten nicht mehr bedarf, an die Nacherben herauszugeben (§ 2217 BGB).
  • BildKG, 08.03.2012, 1 W 561/11
    Eine Testamentsvollstreckung über Gesellschaftsanteile hat ihr Ende gefunden, wenn die primär von der Erblasserin verfügte Tätigkeit (Verwaltung mit dem Ziel des Verkaufs der Gesellschaftsanteile und Erlösauskehr) nicht mehr erreicht werden kann. Dies ist der Fall, wenn über die betroffenen Gesellschaften entweder das...

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