Testamentsgestaltung

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Erklärung zum Begriff Testamentsgestaltung

Die Gestaltung eines Testaments oder auch eines Erbertrages sorgt dafür, dass das Erbe im Sinne des Erblassers weitergegeben wird.

Auch Streitigkeiten zwischen den Erben können durch eine entsprechende Testamentsgestaltung vermieden werden. Der Begriff Testament leitet sich vom lateinischen testamentum von testan, das heißt bezeugen, ab. Das Testament ist eine Verfügung von Todes wegen. Existiert kein Testament des Verstorbenen, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Rechtliche Linien der Testamentsgestaltung

Um ein Testament, das rechtliche Gültigkeit hat, abfassen zu dürfen, ist ein Alter von 18 Jahren erforderlich, will man es eigenhändig verfassen. Mit dem 16. Lebensjahr ist es möglich, ein Testament vom Notar anfertigen zu lassen. Weiter muss der Verfasser sich in einer testierfähigen Lage befinden. Durch fortschreitende Demenz oder ähnlich gelagerte Situationen ist es möglich, die Testierfähigkeit zu verlieren. Eine Anfechtung des letzten willens des Erblassers aufgrund einer Demenzvermutung zum Zeitpunkt der Testamentsgestaltung ist juristisch sehr schwierig zu belegen, es gilt grundsätzlich die Regel: Im Zweifel für den Verfasser.

Grundsätzlichkeiten der Testamentsgestaltung

Es gibt im Groben drei Möglichkeiten, sein Testament zu verfassen. Da ist einmal das handschriftlich erstellte, eigene Testament, welches man beim Notar beurkunden lassen kann. Im sogenannten Berliner Testament erstellen die Ehepartner ein gemeinsames Testamentsdokument.

Ehepartner setzen sich damit für ihren Tode gegenseitig als Erben, die Kinder als Schlusserben ein. Kommt auch der Partner zu Tode, erben die Kinder die Erbmasse. Nur wenn beide Beteiligten zustimmen, lässt sich das Berliner Testament ändern, selbst dann, wenn ein Ehepartner schon gestorben ist.

Ein handschriftliches Testament ist mit der Hand geschrieben, aus ihm geht klar hervor, wer das Dokument zu welchem Zweck verfasst hat. Über die Handschrift lässt sich der Verfasser durch Gutachter auch nachträglich feststellen. Darum ist das Verfassen in Handschrift ratsam. Das Papier enthält Datum und Ort, von großer Bedeutung die ausführliche, charakteristische Unterschrift. Die Formulierungen in dem Dokument sollten klar, nicht kryptisch, sondern leicht verständlich sein.




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