Tantieme

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Erklärung zum Begriff Tantieme

Eine variable ergebnisabhängige Vergütung beziehungsweise Beteiligung wird als Tantiemen bezeichnet. In hängt in einem Anteil des Umsatzes, des Gewinns oder die von anderen Leistungs- oder Ergebnis-Kriterien ab  und ist meistens neben einer festen Vergütung an Vorstandsmitglieder einer AG, an Geschäftsführer oder leitende Angestellte zu zahlen.

Als Tantieme werden auch die auflagenabhängigen Einkünfte von Buchautoren und Musikkomponisten bezeichnet.

Inhaltsübersicht

  • I. Unterschiede zur Provision
  • II. Die gesetzliche Regelung
  • III. Steuerliche Behandlung
  • IV. Literaturempfehlungen
  • V. Verweise

I. Unterschiede zur Provision

Im Unterschied zur Provision oder zum Honorar orientiert sich die Tantieme nicht an einem einzelnen Geschäftsabschluss, sondern am Ergebnis des gesamten Unternehmens oder eines Unternehmensteils bzw. einer Abteilung. Auch Verlustbeteiligungen können vereinbart werden, jedoch sind diese nur bei Gewährung eines angemessenen Ausgleichs zulässig. Auch Auszahlungen durch die Gema an die bei ihr angemeldeten Künstler und Komponisten fallen unter den Begriff Tantieme.

II. Die gesetzliche Regelung

Ein Anspruch auf eine Tantieme besteht nur bei entsprechender vertraglicher Vereinbarung. Wird Tantiemenzahlung vereinbart, ist dies zumeist Teil des Arbeitsvertrages.

  • Anspruchshöhe

Die Höhe der Tantieme und die Berechnungsgrundlage richten sich nach den getroffenen vertraglichen Vereinbarungen. Richtet sich die Beteiligung nach dem Gewinn, ist der jährliche Reingewinn als Berechnungsgrundlage heranzuziehen, wobei auf die vom Unternehmen aufgestellte Handelsbilanz und nicht auf die hiervon abweichende Steuerbilanz abzustellen ist. Ist ein Arbeitnehmer während des gesamten Geschäftsjahres arbeitsunfähig krank und kann er keine Entgeltfortzahlung beanspruchen, erlischt der Anspruch auf die Tantieme mangels anderweitiger vertraglicher Vereinbarung. Zudem wird die Ansicht vertreten, dass Umsatztantiemen der Gesellschaft keinen Vorteil bringen, da ein höherer Umsatz noch lange keinen höheren Gewinn garantiert.

Die Fälligkeit der Tantieme richtet sich nach den getroffenen vertraglichen Vereinbarungen, wobei als Zeitpunkt meist die Fertigstellung der Bilanz vereinbart wird bzw. ein Zeitpunkt, zu dem die Bilanz hätte festgestellt werden können. Tritt ein Mitarbeiter während eines Kalenderjahres ein oder aus, hat er mangels entsprechender Vereinbarung lediglich einen zeitanteiligen Anspruch nach Maßgabe des Jahresergebnisses. Zur Überprüfung der Richtigkeit der mitgeteilten Jahresergebnisse hat der Arbeitnehmer einen Abrechnungs- und Auskunftsanspruch gegen seinen Arbeitgeber.

IIII. Behandlung im Steuerwesen

Tantiemen an Arbeitnehmer gehören steuerlich zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Werden Umsatztantiemen an einen Gesellschafter-Geschäftsführer gezahlt, kann dies zu einer verdeckten Gewinnausschüttung führen. Um die damit beabsichtigte missbräuchliche Verkürzung der Körperschaftssteuer zu verhindern, prüft das Finanzamt sehr kritisch, ob diese Tantieme auch einem Geschäftsführer, der nicht an der GmbH beteiligt ist, gezahlt worden wäre.

IV. Literaturempfehlungen

  • Svenja Deich, Tantiemen, in: Ulrich Preis, Innovative Arbeitsbedingungen, Köln 2005, S. 559 ff.
  • Gunther Wolf: Variable Vergütung - Genial einfach Unternehmen steuern, Führungskräfte entlasten und Mitarbeiter begeistern. Hamburg. Verlag Dashöfer 2005, ISBN 3931832678.

V. Verweise

 


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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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Tantieme Urteile und Entscheidungen

  • BildEine Tantieme kann, wenn sie im Anstellungsvertrag in bestimmter Höhe ausdrücklich garantiert wird, auch erfolgsunabhängig geschuldet sein.

    » OLG-CELLE, 29.08.2007, 3 U 37/07
  • BildEin Tantiemeanspruch unterfällt den Voraussetzungen des § 615 BGB (Annahmeverzug).

    » LAG-KOELN, 06.08.2004, 4 Sa 272/04
  • BildLeitsätze: 1. Die Erklärung in einer Vorbemerkung zu einer betrieblichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, in der die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Tantieme und deren Berechnung geregelt sind, es handele sich um eine freiwillige soziale Leistung, auf die kein Rechtsanspruch bestehe, ist regelmäßig dahin...

    » BAG, 20.01.1998, 9 AZR 698/96

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31 - Dre_ i =
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.
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