Tätigkeit

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Erklärung zum Begriff Tätigkeit

Der Begriff Tätigkeit umschreibt ein aktives Tun, ein Handeln, ein Tätigsein des Menschen, wobei es nicht darauf ankommt, ob es um eine körperliche und / oder geistige Verrichtung handelt.

Die Tätigkeit als Umschreibung für ein aktives Tun bzw. für ein Handeln lässt sich nochmals untergliedern:

  • Betrifft die Tätigkeit unmittelbar einen Zeitvertreib und / oder Lustgewinn, kann die Tätigkeit als ein Betätigung oder Spielen umschrieben werden, wobei Spielen nochmals spezieller ist, etwa auf Hobbies ausgerichtet, während eine Betätigung auch Tätigkeiten im öffentlichen Bereich, wie Politik oder Kultur umfassen können.
     
  • Betrifft die Tätigkeit hingegen ein zweckmäßiges und zielgerichtetes Handeln, das auf die Erfüllung bestimmter individueller und gesellschaftlicher Verpflichtungen gerichtet ist, so kann die Tätigkeit als Arbeit umschrieben werden.

Das Gegenteil von Tätigkeit ist die Untätigkeit, eine Passivität, der einer negativen Wertigkeit zukommt. Dies führt zu Problemen bei der gesellschaftlichen Wertschätzung und Selbsteinschätzung von Menschen, die einer geregelten Tätigkeit nicht nachgehen können, etwa arbeitslose, geistig oder körperlich Behinderte oder älterwerdende.

 

Im juristischen Sprachgebrauch trifft man auf den Begriff der Tätigkeit im Arbeitsrecht, etwa als Kurzbezeichnung für die Berufstätigkeit, also für die aktive Ausübung eines Berufes. Allerdings wird der Begriff in einigen Definitionen einfach vorausgesetzt, ohne dass er selbst definiert wird, wie die folgenden Beispiele zeigen:

  • Definition zu Arbeit:
    Arbeit ist eine zielgerichtete, soziale, planmäßige und bewusste, körperliche und geistige Tätigkeit.
    Darüber hinaus kann man den Arbeitsbegriff nochmals unterscheiden in Berufs- bzw. Erwerbstätigkeit sowie in Reproduktionsarbeit (d.h. Familienarbeit und ehrenamtlicher Tätigkeit).

  • Legaldefinition in § 84 Absatz 1 Satz 2 HGB zur Selbstständigkeit:
    Selbständig ist, wer im Wesentlichen frei seine Tätigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann.

  • Definition zur Arbeitsunfähigkeit:
    Arbeitsunfähig ist, wenn der Arbeitnehmer die vertraglich geschuldete Tätigkeit nicht ausführen kann oder wenn er sie [die Tätigkeit] nur unter der Gefahr ausführen kann, dass sich sein Gesundheitszustand in absehbarer, naher Zukunft verschlimmert.
     

Exkurs: Die Tätigkeiten der Bundesrepublik Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland hat ebenso Tätigkeiten i.S.v. Aufgaben zu erledigen. Nach Art. 33 Absatz 4 GG hat sie solche Aufgaben zu übernehmen, deren Erfüllung dem Staat kraft öffentlichen Rechts obliegen. Man spricht insoweit auch von „hoheitlichen Aufgaben“.



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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    Sind "Recherchen" im Internet als gewerbliche Tätigkeit anzusehen?Oder reicht es bereits aus Rechnungen mit Hinweis auf Steuerbefreiung nach §19 1 UStG (wie etwa Models etc.) auszustellen, und diese bei der Steuererklärung anzugeben? » weiter lesen
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    Folgende Situation:Vorstandschaft besteht aus 3 Mitgliedern (alle vertretungsberechtigt). Der Finanzwart gibt zunächst bekannt, dass er zur nächsten Wahl (in 2 Jahren) nicht mehr zur Verfügung steht. Im weiteren Verlauf gabe es einige Diskussionen, wodurch sich der Finanzwart veranlasst fühlt bereits zur nächsten MglVersammlung von... » weiter lesen
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    » LAG-MUENCHEN, 14.07.2005, 3 Sa 1182/04

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