Schiffsregister

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Erklärung zum Begriff Schiffsregister

In das Schiffsregister werden Seeschiffe eingetragen, die in Deutschland  berechtigt oder verpflichtet sind, die Bundesflagge zu führen. Es wird vom zuständigen Amtsgericht eines Hafenplatzes geführt. Dort werden alle Schiffe eingetragen, für die der betreffende Ort als Heimathafen gilt. Fehlt ein Heimathafen oder soll die Schifffahrt von einem ausländischen Ort aus betrieben werden, ist die Wahl des Schiffsregisters freigestellt. Das Schiffsregister ist öffentlich und gibt Auskunft über Eigentum und rechtliche Verhältnisse bezüglich der eingetragenen Schiffe.

Wer kann die Bundesflagge führen?

Die Bundesflagge können alle Seeschiffe führen, deren Eigner deutsche Staatsbürger sind und ihren Wohnsitz in Deutschland haben (bei juristischen Personen, wenn Deutsche die Mehrheit im Vorstand oder in der Geschäftsführung stellen). Der deutsche Eigentümer eines Seeschiffes ist verpflichtet, das Schiff im Schiffsregister eintragen zu lassen, wenn die Rumpflänge des Schiffes 15 m übersteigt. Kürzere Schiffe können eingetragen werden, wenn der Eigentümer es wünscht. Als Bestätigung der Eintragung erhält der Eigner eine Seeschiffes das Schiffszertifikat, Eigner eines Binnenschiffes den Schiffsbrief.

Auch in anderen Ländern werden entsprechende Schiffsregister, die allesamt öffentlichen Glauben genießen, geführt. Insbesondere aus Kostengründen nutzen auch deutsche Reeder häufig die Möglichkeit, eigene Schiffe unter ausländischer Flagge mittels Eintragung in ein ausländisches Schiffsregister fahren zu lassen. Bekannt für eine solche Ausflaggung sind insbesondere Länder wie Griechenland, Liberia und Panama, aber auch einige Karibikstaaten.

Welche rechtliche Wirkung besitzt das Schiffsregister?

Der Schiffsregistereintrag dient zum Nachweis, wer der Eigentümer ist. Ferner kann ein Schiff wie ein Grundstück durch eine Schiffshypothek belastet werden. Zur Sicherheit der Gläubiger werden die Belastungen im Schiffsregister eingetragen. Voraussetzung der Eintragung ist die amtliche Vermessung des Schiffes durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Weder die unter deutscher Flagge fahrenden, noch die andernorts registrierten, Seeschiffe sind auf einer frei zugänglichen Internetseite o. ä. zu finden. Die Bundesrepublik Deutschland hat als eine in der Welt führende Exportnation höchstes Interesse an einem freien Seeverkehr auf sicheren Seewegen, denn der Großteil des deutschen Außenhandels wird mit Schiffen transportiert. Die Bundesrepublik ist aber auch ein bedeutender Schifffahrtsstandort: 2004 befanden sich 2.397 Handelsschiffe im Eigentum deutscher Schifffahrtsgesellschaften.

Im stark wachsenden Containerschiff-Segment liegt der Anteil deutscher Eigner mit 903 Schiffen bei einem Anteil von 31 Prozent. Deutschland liegt damit vor Japan, Griechenland, Taiwan und Dänemark, die zusammengenommen auf den gleichen Wert kommen.

Gemäß Art. 91 des Seerechtsübereinkommens besitzen Schiffe die Staatszugehörigkeit des Staates, dessen Flagge zu führen sie berechtigt sind. Das bedeutet, dass auf diesen Schiffen die Rechtsordnung des Flaggenstaats gilt. Sie unterstehen auf der Hohen See der ausschließlichen Hoheitsgewalt dieses Staates, bilden jedoch keinen Teil von dessen Staatsgebiet.

 




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