Scheidungskosten

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Erklärung zum Begriff Scheidungskosten

Was eine Scheidung ethisch und moralisch kostet, das muss jeder für sich selbst feststellen. Die finanzielle Seite einer Ehescheidung jedenfalls kann durchaus teuer werden. Die „billigste“ Scheidung wird immer noch aus dem Mindestgegenstandswert von 2000 Euro berechnet.

Wie errechnen sich die Scheidungskosten?

Eine Ehescheidung ist nur mit einer mündlichen Verhandlung vor Gericht möglich. Für den gerichtlichen Teil der Scheidung besteht Anwaltspflicht. Das heißt, es werden sowohl Gerichts- als auch Anwaltskosten fällig. Eine Ehescheidung ohne Anwalt ist nicht möglich. Die Gebühren sind definiert in den Paragraphen 34 des Gerichtskostengesetzes (§ 34 GKG)  sowie für die Gebühren des Anwaltes im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz Paragraph 13 (§ 13 RVG). Es existieren keine pauschalen Scheidungskosten, die Gebühren richten sich nach dem jeweiligen Verfahrenswert oder Gegenstandswert, bis 2009 auch Streitwert genannt. Hier existieren einige Faktoren, aus der sich die Kosten rechnen. Das sind einmal das Nettoeinkommen der Ehepartner, dies wird mit dem Faktor 3 multipliziert, dazu kommt die Zahl der unterhaltsberechtigten Kinder. Auch das Vermögen der Eheleute sowie der anschließende Versorgungsausgleich – wenn der nicht bereits vorher notariell geregelt wurde – fließen in die Berechnung der Scheidungskosten mit ein.

Scheidungskosten reduzieren

Grundsätzlich hängt die Höhe der Scheidungskosten davon ab, ob die Ehe mehr einvernehmlich oder im Streit getrennt wird. Herrscht kein größerer Streit zwischen den Ehepartnern, wird es auch unnötig sein, einen separaten Anwalt für jede Seite des Verfahrens zu beschäftigen und zu bezahlen. Wer um jedes Hemd, um jede CD streitet, gibt dem Rechtsanwalt beziehungsweise den Rechtsanwälten eine Menge zu tun, das kostet selbstverständlich Geld. Wenn es um größere Posten wie Immobilien geht, kann ein Gutachter erforderlich werden. Einvernehmlichkeit ist also der Schlüssel zu niedrigen Scheidungskosten. Den Löwenanteil der finanziellen Belastungen macht der Anwalt aus. Dieser muss gesetzlich jedoch nicht zu der Anhörung der Eheleute im Scheidungsverfahren vor Ort sein, hier ist es möglich, einen größeren Posten der Anwaltsgebühren einzusparen.




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