Scheidungsanwalt

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Erklärung zum Begriff Scheidungsanwalt

Unter einem Scheidungsanwalt versteht man einen Rechtsanwalt, zu dessen Tätigkeitsschwerpunkt die Ehescheidung gehört. In vielen Fällen verfügt ein Scheidungsanwalt über einen Fachanwaltstitel und ist ein Fachanwalt für Familienrecht.

Wann braucht man einen Scheidungsanwalt?

Möchte man sich scheiden lassen, dann besteht in Deutschland eine Anwaltspflicht, das bedeutet, dass sich mindestens einer der Ehepartner einen Anwalt nehmen muss. Bei einer Scheidung nur einen Scheidungsanwalt zu beauftragen spart Kosten. Allerdings ist es nur möglich, einen einzigen Scheidungsanwalt zu mandatieren, wenn sich die Ehepartner über alle grundlegenden Fragen die Scheidung betreffend einig sind. Zu diesen Punkten zählen die eheliche Wohnung, der Hausrat und selbstverständlich ganz wesentlich das Sorgerecht für gemeinsame Kinder und Unterhalt. Hat man nur einen Scheidungsanwalt beauftragt, dann darf dieser, sollte es doch zu Unstimmigkeiten kommen z.B. in Bezug auf Unterhalt, nur die Interessen der Partei vertreten, die ihn auch primär beauftragt hat. Ebenso kann der Ehepartner, der nicht von einem Scheidungsanwalt vertreten wird, keinerlei Anträge stellen beispielsweise bezüglich des Sorgerechts. Damit ist der Ehegatte, der keinen eigenen Anwalt hat, komplett abhängig vom anderen Ehepartner.

Grundsätzliche Aufgaben des Scheidungsanwalts

Eine Aufgabe des Scheidungsanwalts wird es sein, seine Mandanten darauf hinzuweisen, dass für eine Ehescheidung die Trennung von Tisch und Bett notwendig ist – länger als 12 Monate. Ein Versöhnungsversuch, der sich länger als drei Monate hinzieht, unterbricht die Trennungszeit. Der Anwalt wird in aller Regel die Familiensachen betreuen, will heißen Ehegattenunterhalt, Umgangsrechte, gemeinsamer Hausrat, Eigentum an Immobilien. Dazu ist ein Folgesachenantrag zu stellen. Ist es einem Scheidungswilligen nicht möglich, Gerichts- und Anwaltskosten zu bezahlen, kann unter anderem Prozesskostenhilfe beantragt werden. Mit der Verfahrenskostenhilfe werden Rechtsanwaltsgebühren und Gerichtskosten beglichen. Das Scheidungsverfahren zieht sich gewöhnlich über 6 bis 8 Monate. Die meiste Zeit, die dabei verloren geht, liegt in der Erledigung des Versorgungsausgleiches beim Rentenversicherungsträger. Schließt man den Versorgungsausgleich von vorne herein durch einen notariellen Vertrag aus, beschleunigt sich das Verfahren erheblich.




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