Rechtsstreit

Lexikon | 1 Kommentar

Erklärung zum Begriff Rechtsstreit

Ein Rechtsstreit ist eine Auseinandersetzung einer rechtlichen Angelegenheit zwischen zwei oder mehreren Parteien mit entgegenstehenden Interessen in einem gerichtlich anhängigen Verfahren. Man spricht insoweit auch von einem Prozess.
Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einem Rechtsstreit aber auch schon die vorgerichtliche Auseinandersetzung.

Ein Rechtsstreit wird durch eine Klage (im Falle des Strafprozesses durch eine Anklage) eingeleitet. Ziel ist es, den Sachverhalt durch eine verbindliche Entscheidung (ein Gerichtsurteil oder einen Gerichtsbeschluss) zu klären.

Einen Rechtsstreit aus der Perspektive des Klägers nennt man auch Aktivprozess. Das Wortfragment „aktiv“ bezieht sich insoweit auf die Klageerhebung, als aktives Tun.
Der Rechtsstreit aus der Perspektive des Beklagten nennt sich hingegen Passivprozess, denn der Beklagte ist nicht derjenige, der den Prozess initiiert hat, sondern ihn „erleiden“ muss.

Ein Rechtsstreit ist – wie der Begriff nahe legt – ein streitiges Verfahren. Deshalb ist der Rechtsstreit stets vom „nichtstreitigen Verfahren“ abzugrenzen, welches nämlich ebenfalls vor den Gerichten durchgeführt wird. Nichtstreitige Verfahren sind insbesondere solche Verfahren in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, wie die Eintragung von grundstücksbezogenen Rechten in das Grundbuch.



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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    Guten Tag alle zusammen! Ich interessiere mich für den Ablauf einer fiktiven, rechtlichen Auseinandersetzung mit einer Ltd. mit Sitz in London. Hier die Rahmenbedingungen: 1) Die betreffendene Gesellschaft habe die Rechtsform LTD und sitze in London. 2) Nominalkapital betrage 150 €, aktuelle Bilanzsumme betrage in etwa betreffenden... » weiter lesen
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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

Klara  (18.12.2016 07:11 Uhr):
Der Prozess wurde mit einem gerichtlichen Vergleich geschlossen. Hier legte das Gericht fest, dass der Beklagte 35000 an den Kläger zu zahlen hat und von den Rechtsstreitkosten 62 % der Kläger (Kläger hat PKH) und 38 % der Beklagte zu zahlen hat. Frage: Muss der Beklagte zuerst die € 35' an den Beklagten zahlen und wenn ja, durch wen und wann erfolgt die Aufrechnung der Rechtsstreitkosten (beinhalten Kosten des Rechtsstreit: Gerichtskosten, Gutachterkosten, Kosten beider RA-Parteien?)








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