Provision

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Erklärung zum Begriff Provision

Das Entgelt, welches unter bestimmten Bedingungen für eine vermittlerische Tätigkeit fällig ist, wird als „Provision“ bezeichnet. Diese Vermittlung besteht in der Regel darin, dass eine dritte Person (beispielsweise ein Vertreter oder ein Makler) ein Geschäft zwischen zwei Personen in die Wege leitet. Dieses Geschäft kann zum Beispiel der Abschluss eines Mietvertrags oder eines Kaufvertrags sein.

Für die Vermittlung des Geschäfts erhält der Dritte eine Provision, welche erst bei kompletter Erfüllung des Vertrags verdient wird. Diese Provision wird prozentual aus dem vermittelten Volumen errechnet. Unter anderem erhalten angestellte Verkäufer, Bankberater und Versicherungsvertreter Provisionen.

Generell ist zu unterscheiden zwischen

  • Abschlussprovision
  • Bearbeitungsprovision
  • Bestands-, Folgeprovision, Courtage
  • Dynamikprovision
  • Einmalprovision
  • Erneuerungsprovision
  • Inkassoprovision
  • Superprovision
  • Verlängerungsprovision
  • Zuführungsprovision

Provision im Handelsrecht 

Wenn ein Kaufmann einem anderen ein Geschäft vermittelt beziehungsweise Dienste leistet, so darf er dafür eine Provision verlangen, ohne dass es einer besonderen Vereinbarung hierfür bedarf. Voraussetzungen sind lediglich, dass diese Provision nicht die ortsübliche Höhe überschreitet sowie gegen die Verkehrssitte verstößt.

Schließt ein Handelsvertreter erfolgreich ein Geschäft ab, so steht ihm gemäß § 87 Abs. 1 HGB eine Provision zu, die als „Abschlussprovision“ bezeichnet wird. Dieser erfolgreiche Geschäftsabschluss besteht auch in jenen Fällen, in denen der Vertreter den Kunden nur geworben hat. Die Höhe der Provision richtet sich nach dem individuellen vertrag; ist dort jedoch keine diesbezügliche Vereinbarung getroffen, gilt gemäß § 87b Abs. 1 der übliche Satz als vereinbart.

Erst, wenn das betreffende Geschäft auch tatsächlich ausgeführt worden ist, ist die Provision verdient. Die Auszahlung muss grundsätzlich monatlich, spätestens aber quartalsweise erfolgen.

Im Bereich des Gebrauchtwagenhandels muss es dem Gebrauchtwagenhändler auch tatsächlich gelungen sein, ein Auto zu verkaufen, um Anspruch auf die mit dem Autobesitzer vereinbarte Vermittlungsprovision zu besitzen. Das bloße Bemühen um einen Verkaufsabschluss reicht hierfür nicht aus [LG München I, 18.10.2007, 26 O 24519/05].

Provision im Bankwesen 

Auch Banken verlangen für die von ihnen erbrachten beziehungsweise zu erbringenden Leistungen Provisionen. Diese Leistungen können beispielsweise

  • im Kreditgeschäft,
  • bei der Vermögensberatung,
  • im Zahlungsverkehr,
  • in der Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren

erbracht werden.

Die Höhe der Provisionen ist abhängig von dem Volumen des abgeschlossenen Vertrages; viele Fondsgesellschaften lassen sich aber nicht lumpen, die Vermittler fürstlich zu entlohnen – umgelegt wird dies auf die Kunden. Gerade im Bereich des Wertpapierhandels sorgen die Provisionen dafür, dass auf Bankkunden enorme Kosten zukommen. Die Provisionen, die provisionsabhängige Bankangestellte von den Fondsgesellschaften für die erfolgreiche Vermittlung erhalten, werden häufig gerne vor ihren Kunden verheimlicht. Derartige Praktiken wurden in der Vergangenheit immer wieder vom Bundesgerichtshof kritisiert, jedoch ohne dass es zu deren Verbot oder zumindest Einschränkungen kam. Lediglich wurden die Banken dazu verpflichtet, über die mit ihren Kunden abgeschlossenen Verträge sogenannte Beratungsprotokolle führen zu müssen, von denen die Kunden eine Kopie ausgehändigt bekommen. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass diese Protokolle so im Fachjargon verfasst werden, dass ein gewöhnlicher Kunde deren Inhalt gar nicht verstehen kann.

Auch sind die Banken dazu verpflichtet, ihren Kunden Auskünfte über Provisionen geben zu müssen, die beim Vertrieb von Fondsanteilen anfallen [BGH, 19.12.2006, XI ZR 56/05].

Maklerprovision (Courtage) 

Auch ein Immobilienmakler hat Ansprüche auf eine Vergütung für seine geleistete Vermittlungsarbeit. Diese Vergütung wird entweder vom Vermieter/Verkäufer einer Immobilie entrichtet, oder aber vom Mieter/Käufer. Rechtlich sind beide Möglichkeiten gestattet; üblicherweise wird aber die Bezahlung vom Mieter/Käufer übernommen (= Käuferprovision).

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Maklercourtage zwischen Verkäufer und Käufer zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Die Bezahlung des Maklers erfolgt erst bei erfolgreicher Vermittlung.

Bei der Berechnung der Höhe der Provision wird unterschieden zwischen der Vermittlung von Immobilien zum Kauf und von Immobilien zur Miete.

Eine gesetzliche Regelung bezüglich der Höhe der Maklerprovision bei erfolgreicher Vermittlung von einer Immobilie zum Kauf besteht nicht. Üblicherweise liegt die Höhe der Provision zwischen 3% und 7% des Kaufpreises, der sich wiederum aus der Lage der Immobilie sowie deren Zustand ergibt. Zu beachten ist, dass zu diesen prozentualen Beträgen immer noch die gesetzliche Mehrwertsteuer in Höhe von 19% (Stand: Januar 2013) hinzukommt. Provisionen, die weit über die ortsüblichen Regelungen hinausgehen, gelten als sittenwidrig und müssen seitens des Auftraggebers nicht gezahlt beziehungsweise können zurückgefordert werden [OLG Frankfurt am Main, 05.02.2008, 18 U 59/07].

Die Maklerprovision für die erfolgreiche Vermittlung einer Immobilie zur Miete, das bedeutet beim Abschluss eines Mietvertrages, beträgt maximal zwei Nettomonatsmieten zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Eine Überschreitung dieser Summe ist nicht zulässig.

Einige Makler bieten ihren Auftraggebern eine sogenannte Makler-Flatrate (=Maklerpauschale) an: laut dieser zahlt der Auftraggeber eine bestimmte Summe an den Makler, der daraufhin mit dem Bemühen um Vermittlung tätig wird. Sollte ein erfolgreicher Abschluss gelingen, entstehen dem Auftraggeber keinerlei weiteren Kosten. Kommt es allerdings zu keinem Abschluss, erhält er die gezahlte Pauschale nicht zurück.

Provision im Versicherungswesen 

Wenn ein Versicherungsvertreter mit einem Kunden einen Vertrag schließt, so erhält er für diesen Anschluss eine Provision. Dabei ist zwischen verschiedenen Arten der Provision zu unterscheiden:

  • Abschlussprovision
  • Bestandsprovision

Während die Abschlussprovision eine einmalige Zahlung ist, die beim Vertragsabschluss fällig wird, erhält der Versicherungsvertreter die Bestandsprovision regelmäßig; üblicher Weise einmal jährlich.

Die Höhe der jeweiligen Versicherungsprovision ist abhängig von dem Bereich, für den sie geschlossen wird. die höchsten Provisionen erzielen Versicherungsvertreter beim Abschluss von Verträgen in der Altersvorsorge, im gewerblichen Bereich sowie in der privaten Krankenvollversicherung, als Begründung für diese hohen Provisionen wird angegeben, dass es sich dabei um besonders erklärungsbedürftige Versicherungen handelt.

Bei Abschluss einer Haftpflicht-, Unfall- oder Sachversicherung erhalten die Versicherungsvertreter nur eine geringe Abschlussprovision; in diesen Fällen können sie aber mit einer regelmäßigen Bestandsprovision rechnen.

In der Regel erhalten die Versicherungsvertreter Provisionen in folgender Höhe:

  • Kfz-Versicherung: 3 – 12 % des Jahresbeitrages (sowohl als Abschluss- als auch als Bestandsprovision)
  • Krankenversicherung (privat): 5 – 9 Monatsbeiträge Abschlussprovision sowie 2 % des Jahresbeitrags als Bestandsprovision
  • Lebensversicherung: 4 % der Versicherungssumme als Abschlussprovision sowie 2 % des Jahresbeitrages als Bestandsprovision


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Häufige Rechtsfragen zum Thema

  • Provision und Mindestlohn ThoOomSoN schrieb am 07.06.2016, 13:33 Uhr:
    Mal angenommen ein AN arbeitet in einem Autohaus und erhält ein Fixum von 410,- (brutto), kommt dort nicht der Mindestlohn und sagt Du!DU!? Ist das überhaupt kombinierbar mit Provision? Gibt es dort Ausnahmeregelungen?Führen wir mal fort. Der AN verkauft ein Fahrzeug mit positivem Bruttoertrag -> bekommt er Provision, soweit so gut.... » weiter lesen
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    Folgender Fall.Herr Müller hat bis 30.09.2015 in einem Unternehmen gearbeitet, und ist dann ausgeschieden. Er bekam neben seinem Gundgehalt eine Provision für neu geworbende Kunden, welche monatlich neu berechnet, und zusammen mit seinem Grundgehalt vergütet wurde.Mehrere Monate nach seinem Ausscheiden erfährt Herr Müller durch einen... » weiter lesen
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    Schönen guten Morgen,angenommen Unternehmen A sucht ein Büro X. Hierzu wird Immobilienscout24 geöffnet und es wird nach Büros in der Nähe geschaut. Es wurde besagtes Büro X gefunden und der Makler 1, der als Kontakt hinterlegt ist, angerufen. Anschließend wurde ein Expose verschickt und ein Besichtigungstermin vereinbart.Nun hat... » weiter lesen
  • Provision ja oder nein crissie schrieb am 09.03.2015, 20:26 Uhr:
    Ein Mietinteressent tritt direkt an den Vermieter heran und bekundet nach längerem Kontakt, Gesprächen und Besichtigungen sein Mietinteresse. Anders als ursprünglich vorgesehen teilt der Vermieter dann mit, er habe die Vermietung seiner 4 Wohnungen inzwischen einem Makler übertragen und werde diesem unsere Mietabsicht mitteilen. Der... » weiter lesen
  • Provision auf Untermieter umgelegt. DiesdasHH769 schrieb am 10.12.2014, 15:01 Uhr:
    Moin moin erstmal,angenommen X mietet eine Wohnung an. Kannte aber zum Vertragsabschluss mit Markler und Vermieter noch keinen seiner Untermieter.Die Provision kann laut Mietrecht ja nicht mehr als 2,38 Monatsmieten betragen(?!), nun verzichtet der Anmietende und Untervermietende auf die Zahlung einer Kaution, will stattdessen aber... » weiter lesen
  • Maklergebühren Neukölner schrieb am 12.10.2009, 21:33 Uhr:
    Hallo, angenommen, es ist ein Haus durch einen Makler zu verkaufen. Es erfolgte das Zusenden vom Exposé per email und 2 Besichtigungstermine. Dennoch kam es zu keinem Kaufvertrag weil der Preis zu hoch war. 2 Wochen danach meldete sich der Verkäufer beim Käufer und bat das Abwickeln ohne Makler, dessen Vertragliche Bindung abgelaufeb... » weiter lesen
  • Provision des Versicherungsmaklers privater Krankenversicherung! Maverick1 schrieb am 05.06.2009, 17:03 Uhr:
    Wie hoch ist die Provision vom Versicherungsmakler, wenn er eine private Krankenversicherung vermittelt? Und wann kann der Versicherungsmakler die Provision von der Versicherung herausverlangen bzw. wann steht dem Versicherungsmakler der Anspruch auf Auszahlung der Provison zu? » weiter lesen
  • Darf man bei privater Vermittlung Provision verlangen? jürgen56 schrieb am 09.05.2008, 02:15 Uhr:
    Hallo, Wenn man privat eine Immobilie einmalig (dem also nicht beruflich nachgeht) vermittelt zB für einen Bekannten, darf man von den eventuellen Käufern eine Provision verlangen, auch ohne Gewerbeerlaubniss 34c? Was meint Ihr als Experten? Lieben Gruss, Jürgen » weiter lesen


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    » BAG, 14.03.2000, 9 AZR 855/98

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96 - D_r.ei =
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.
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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

du götveren  (14.10.2015 07:28 Uhr):
sikerim AMK du pimmelberger wer das liest ist ein huaansohhnn








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