Kauf auf Probe

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Erklärung zum Begriff Kauf auf Probe

Bei dem sog. Kauf auf Probe handelt es sich gemäß § 454 BGB [Bürgerliches Gesetzbuch] um einen Kauf unter der aufschiebenden Bedingung, dass der Käufer den betreffenden Gegenstand innerhalb einer bestimmten Frist [vgl. § 455 BGB] billigt, der Gegenstand ihm also zusagt. Erst mit seiner Billigung – und dem damit zustande kommenden Kaufvertrag – muss der Käufer den Kaufpreis bezahlen. Bis dahin hat der Käufer ein Rückgaberecht. Sagt ihm der Kaufgegenstand also nicht zu, so kann er ihn ohne Angabe von Gründen zurückgeben.
Zu beachten ist, dass bei Verstreichen der Frist die Billigung automatisch angenommen wird, ohne dass es einer diesbezüglichen Äußerung seitens des Kunden bedarf.

Der in § 454 BGB gesetzlich geregelte Kauf auf Probe ist stets von den folgenden nicht normierten Kaufarten abzugrenzen:

  1. Kauf nach Probe
    Bei dem sog. Kauf nach Probe (auch als „Kauf nach Muster“ bezeichnet) handelt es sich um eine besondere Art des Kaufvertrages, auf die selbstverständlich alle Vorschriften über den Kaufvertrag und über das Zustandekommen von Verträgen anwendbar sind. Hierbei wird nämlich der Kaufgegenstand durch die Qualität und die Eigenschaften eines Musters bestimmt. Ist ein Muster bestimmt worden, so wird es dem potentiellen Käufer ausgehändigt. Sagt ihm das Muster zu, so hat er die Möglichkeit, eine größere Menge der betrefflichen Ware zu bestellen. Die neu, und dann vermutlich in größeren Mengen bestellte Ware muss dann aber zwingend identisch mit dem Muster sein.
     
  2. Kauf zur Probe
    Bei dem sog. Kauf zur Probe sind freilich ebenso alle Vorschriften über den Kaufvertrag und über das Zustandekommen von Verträgen anwendbar. Hierbei handelt es sich nämlich um einen gewöhnlichen Kauf einer kleinen Menge. Sagt dem Käufer in diesen Fällen die Ware zu, so besteht auch hier die Möglichkeit einer größeren Bestellung.



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Entscheidungen zum Begriff Kauf auf Probe

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    Bei einem Kauf auf Probe beginnt die Widerrufsfrist des Verbrauchers nach § 312 d BGB nicht vor dem Zeitpunkt, in dem der Kaufvertrag durch Billigung für diesen bindend geworden ist.
  • BildOLG-KOELN, 12.06.1995, 19 U 295/94
    Kauf auf Probe; Zug um Zug Verurteilung bei Annahmeverzug 1. Óberläßt der Verkäufer dem Käufer einen ,Testkoffer" zum Ausprobieren durch einen Kunden des Käufers, liegt ein Kauf auf Probe vor, bei dem der Vertrag unter der aufschiebenden Bedingung der Billigung durch den Käufer steht. Um den Schwebezustand zeitlich zu begrenzen,...
  • BildOLG-STUTTGART, 27.10.2004, 3 U 198/03
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