Planwirtschaft

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Erklärung zum Begriff Planwirtschaft


Die Planwirtschaft ist das Gegenteil der freien Marktwirtschaft. Die Planwirtschaft beschreibt eine Wirtschaftsordnung, in deren Volkswirtschaft sämtliche ökonomischen Prozesse planmäßig und zentral gesteuert werden. Diese planmäßige Produktion und Verteilung betrifft dabei sowohl Güter als auch Dienstleistungen.

Zentrale Aufgabe der Planwirtschaft ist es, Bedürfnisse zu ermitteln und die produzierten Güter mit existenten Ressourcen gerecht zu verteilen. Das bedeutet, dass in Ländern, in denen die Planwirtschaft zur Anwendung kommt, der Staat entscheiden kann, welche Güter und Dienstleistungen die Menschen überhaupt benötigen. Für diesen Zweck werden dann langfristige Pläne erstellt. Aufgabe und Ziel der Pläne ist es zu definieren, welche Produkte angebaut oder hergestellt  werden müssen. Aber auch die zu erbringenden Dienstleistungen werden in diesen Plänen der Planwirtschaft genau fixiert. Signifikant für die Planwirtschaft ist ein hierarchischer Aufbau. Einzelne Pläne der verschiedenen Wirtschaftssubjekte müssen sich in der Planwirtschaft dem Gesamtplan vollständig unterordnen.

1. Welche Funktionen hatte eine zentrale Planwirtschaft?

Die zentrale Planwirtschaft zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass die volkswirtschaftlichen Ziele in entsprechenden Perspektivplänen festgelegt werden. Dies geschieht durch die politischen Instanzen und ist für einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren ausgelegt. Darüber hinaus finden sich hier auch die Auflistungen der Mittel und Wege, wie die Vorhaben entsprechend umgesetzt werden können und sollen. Bei der Planung muss auch die Wirtschaftskapazität beachtet werden.

2. Nachteile der Planwirtschaft

Einer der größten Nachteile der Planwirtschaft ist, dass kurzfristige Änderungen nicht zeitnah realisiert werden können.  Die Planwirtschaft hat es dabei in keinem der Länder, in denen sie Fundament des Wirtschaftssystems war bzw. ist, geschafft, eine Harmonie zwischen Planung und Realisierung zu erzielen.  Grundsätzlich kann auch festgestellt werden, dass Im Falle einer konsequenten Umsetzung der Planwirtschaft, kein Markt existieren würde, denn die Funktion von Angebot und Nachfrage, die Antrieb der freien Marktwirtschaft ist, sind in einer Planwirtschaft nicht möglich. Die unweigerliche Folge ist eine Stagnation der Wirtschaft.

3. Gibt es heute noch Länder, in denen die Planwirtschaft praktiziert wird?

Mit dem Niedergang der kommunistischen Systeme im Osten Europas zum Ende der 1980ger Jahre, hat auch in den kommunistischen Ländern dieser Region die bis dahin bestehende Planwirtschaft ein Ende gefunden. Auch heute gibt es noch Länder, in denen Planwirtschaft betrieben wird wie Kuba oder auch Nordkorea. Auch China hat inzwischen die Probleme erkannt, die eine Planwirtschaft mit sich bringt. Sie wirkt sich hinderlich auf das Wirtschaftswachstum aus. Daher will China den Einfluss von Staatsbetrieben mehr und mehr einschränken, so meldete die ZEIT am 22.10.2012.




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