Niederlassungserlaubnis

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Erklärung zum Begriff Niederlassungserlaubnis

Als „Niederlassungserlaubnis“ wird im deutschen Ausländerrecht ein Aufenthaltsstatus für Bürger bezeichnet, die nicht aus dem Europäischen Wirtschaftsraum stammen. Dieser Status wurde zum 01.01.2005 eingeführt, als das Aufenthaltsgesetz für Bürger aus diesen Staaten in Kraft trat.

Die Niederlassungserlaubnis selbst wird seit dem 01.09.2011 als elektronischer Aufenthaltstitel im Scheckkartenformat ausgegeben und löst damit die bis dato geltende Form – Aufkleber im Pass des Ausländers – ab.

Erteilt wird die Niederlassungserlaubnis, damit die betreffenden Personen ihren Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland verfestigen können, denn sie ist unbefristet. Neben der Daueraufenthaltserlaubnis ist die Niederlassungserlaubnis die rechtlich stärkste Form der Aufenthaltserlaubnis, da deren Inhaber einen verstärkten Ausweisungsschutz besitzen.

Nun ist es jedoch nicht so, dass jeder nach Deutschland kommen kann und sofort eine derartige Niederlassungserlaubnis erhält. Hierfür bedarf es einiger Voraussetzungen, welche im Aufenthaltsgesetz geregelt sind. So heißt es in § 9 Abs. 2 AufenthaltG:

  • Der betreffende ausländische Bürger muss fünf Jahre im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis sein
  • Die Sicherung des Lebensunterhalts des betreffenden Bürgers muss gewährleitstet sein
  • Der betreffende ausländische Bürger muss den Nachweis erbringen, dass er mindestens 60 Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gleistet hat
  • Er muss sich grundsätzlich straffrei verhalten haben
  • Er muss eine Arbeitserlaubnis besitzen
  • Darüber hinaus muss er auch die notwendigen Kenntnisse besitzen, um einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können
  • Der betreffende ausländische Bürger muss ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen
  • Auch muss er Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensweise n Deutschland besitzen
  • Er muss ausreichend Wohnraum zur Verfügung haben

Ausnahmen bestehen bei Ausländern, welche eine körperliche, seelische oder geistige Krankheit oder eine Behinderung haben.

Auch bestehen Ausnahmen bei folgenden Personen beziehungsweise Personengruppen:

  • Hochqualifizierte
  • Selbständig Tätige
  • Ausländer, welche in Lebensgemeinschaften mit deutschen Partnern leben
  • Ehemalige Deutsche

Bei diesen Personen müssen nicht die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein, damit sie eine Niederlassungserlaubnis erhalten.

Auch, wenn die Niederlassungserlaubnis unbefristet ist, können bestimmte Gründe zu ihrer Einziehung führen. Derartige Gründe sind beispielsweise in § 51 AufenthaltG zu finden; beispielsweise bei einer nicht nur kurzfristigen Ausreise aus der Bundesrepublik Deutschland oder bei Rücknahme oder Widerruf des Aufenthaltstitels.

 




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 17.07.2013 11:33
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 17.07.2013 11:33


 
 

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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

Farnoush  (16.03.2015 20:54 Uhr):
vielen Dank für Ihre Information über die Niederlassung. Ich habe eine Frage. Ich und mein Mann sind hier in Deutschland seit 4 Jahre. Mein Mann kann eine Niederlassung erlaubniss für hochqualifiziert bekommen. Ich habe eine famili zusammen Aufenthaltnis. Ich möchte wissen ob ich eine Niedelassung wie mein Mann habe oder muss ich mich nächstes jahr, nach 5 Jahre des Lebens in deutschland, für eine Niederlassung bewerben. ich bin Master Studentin in Computer Ing.



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