Monarchie - Definition, Erklärung & Unterschied zwischen konstitutioneller, parlamentarischer und absoluter Monarchie

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Erklärung zum Begriff Monarchie

Eine Monarchie ist generell eine Herrschaftsform, eine Staatsform, die ein durch Vererbung oder Wahl konstituiertes Staatsoberhaupt besitzt. Der Begriff 'monarchia' stammt aus dem Griechischen und bedeutet Alleinherrschaft. Man könnte sagen, die Monarchie ist das Gegenteil von Republik, weswegen sich die Anhänger der Monarchie auch Monarchisten nennen und ihre erklärten Gegner Republikaner. Es existieren durchaus diverse Variationen der Monarchie, die sich regelmäßig im Umfang der Machtbefugnisse des jeweiligen Herrschers widerspiegeln. So haben die Staatsoberhäupter in einer parlamentarischen Monarchie nahezu keine Macht.

In einer sogenannten konstitutionellen Monarchie wird die Machtbefugnis des Herrschers stark durch die Verfassung beschränkt. Die absolute Monarchie kennt den Herrscher mit unbeschränkten Befugnissen, alleiniger und uneingeschränkten politischer Macht. Eine Sonderform der Monarchie stellt die Tyrannis dar. Sie zeichnet sich durch ihre entartete, despotische und illegitime Art der Machtausübung aus. Grundsätzlich unterscheidet der Historiker und Politologe noch zwischen der Erbmonarchie und der Wahlmonarchie. In beiden Formen wird der Herrscher regelmäßig auf Lebenszeit bestimmt, im einen Fall durch Erbfolge im anderen durch eine Wahl der Untertanen. Meistens findet sich in der Erbmonarchie ein sakrales Element, der Herrschaftsanspruch beruht auf angeblich 'göttlicher Bestimmung'. Der König, der Herrscher ist göttlichen Ursprungs. Hier wird auch vom sogenannten Gottkönig beziehungsweise dem Sakralkönigtum gesprochen. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 bereitet allen Freiherrschaften und Grafschaften ein Ende. Auch die geistlichen Fürstentümer wurden aufgelöst.   

Kurze Historie

Am Anfang der Monarchie stand aller Wahrscheinlichkeit nach die Wahlmonarchie. Kelten und Germanen wählten ihre Stammeshäuptlinge nach Befähigung, doch entstammten die Führer zumeist sehr einflussreichen Familien. Ging der Herrscher in der Sakralmonarchie des 'Königsheils' verlustig, zumeist wohl durch seinen Tod, proklamierte oder wählte man, in einem 'Thing' oder einer sogenannten 'Schilderhebung' einen neuen Anführer. Man nennt die Periode der Geschichte die vorfeudale Periode. Sie trug nahezu demokratische Züge.

Die Christianisierung machte jedweder Demokratisierung in Europa jedoch allzu bald ein Ende. Mit Kaiser Konstantin dem Großen, der das Christentum mit dem Toleranzedikt hoffähig machte, den anderen Religionen durchaus mehr als gleichstellte, begann die Zeit der Feudalherrscher. Dabei strebten die Kirchenfürsten, die sich bald herausbildeten, immer eine Allianz mit den herrschenden weltlichen Fürsten an. Klares Ziel: die Machtmehrung. Der 'Herrscher von Gottes Gnaden' wurde von der Kirche legitimiert. Diese sicherte sich so nicht nur eine äußerst privilegierte Stellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sondern zudem ebenso eine enorme Machteilhabe. Erst die Französische Revolution, die folgende Zeit der Aufklärung in Deutschland brachte ein wenig Licht in die Verhältnisse.

Absolute Monarchie

Das Mittelalter zeigte sich in zunehmendem Maße von sogenannten 'Erbmonarchien' beherrscht. Die regionalen Herrschaftsgebiete des Monarchen wurden als Lehen an Feudalherren übergeben. Mit diesem Feudalsystem arbeitete das Militär- und Verwaltungswesen im Königreich, doch die immer weiter gehende Unterteilung der Lehensgebiete, die Zuteilung der Lehen von Feudalherrn an wiederum andere Gefolgsleute, weichte das System zunehmend auf. Die absolute Monarchie aber konnte sich vorläufig durchsetzen. In einer absoluten Monarchie wird der Monarch auch als 'legibus absolutus' bezeichnet, er ist den Gesetzen, die er erlässt, nicht selbst unterworfen. Ansonsten besitzt er die alleinige Staatsgewalt.

Der Adel gibt seine Ansprüche aus dem Feudalsystem auf, erhält im Gegenzug entsprechende Privilegien in Militär- und Staatswesen. Ein herausragendes Beispiel für einen absoluten Monarchen ist sicherlich der Sonnenkönig Ludwig XIV, der postulierte: 'L’État, c’est moi' zu deutsch: 'Der Staat bin ich'. Der Lauf der Zeit jedoch, die immer lautender werdenden Ansprüche der Bürger und des Adels verwandeln nahezu jede überlebende absolute Monarchie mit Elementen einer republikanischen oder demokratischen Grundordnung. Als absolute Monarchien gibt es heute, bei einigermaßen lockerer Auslegung, unter anderen noch den Vatikan, Brunei, Swasiland und Saudi-Arabien. In Nepal wurde die Monarchie in 2006 abgeschafft, man rief eine Republik aus.

Konstitutionelle Monarchie

In einer konstitutionellen Monarchie ist die absolute Macht des Herrschers durch die bestehende Verfassung stark eingeschränkt. Es existiert jedoch keine Volksvertretung. Der Staat wird vom Monarchen regiert, er kann die Regierung, die von ihm abhängig ist, absetzen. Ein Beispiel ist hier Monaco oder auch das deutsche Kaiserreich von 1871 bis 1918. Ein Fürstentum Liechtenstein versteht sich dagegen als konstitutionelle Erbmonarchie. Die Regierung wird vom liechtensteinischen Land ausgewählt, vom Fürsten ernannt. Das Fürstentum Liechtenstein wird am besten beschrieben als eine konstitutionelle Monarchie mit stark ausgeprägten parlamentarisch-demokratischen Einflüssen. 

Parlamentarische Monarchie

In einer parlamentarischen Monarchie wird der Herrscher die Regierung nicht absetzen können. Er hat ganz grundsätzlich wenig bis keine Machtbefugnisse, dient Repräsentationszwecken. Die Regierungsgeschäfte führen das Parlament und die Regierung, wie im Parlamentarismus üblich. In einer parlamentarischen Monarchie gibt es zwangsläufig ein parlamentarisch organisiertes Regierungssystem. Die Regierungsmitglieder werden vom Parlament gewählt, stehen in Abhängigkeit. Für den Betrieb der europäischen Königshäuser kommen zumeist die Steuerzahler auf. Beispiele wären die parlamentarischen Monarchien von Großbritannien, Dänemark, Belgien oder auch Spanien und andere, auch in Übersee beispielsweise in Kanada, Japan, Neuseeland und Australien.

Sakralkönigtum

Über ein Sakralkönigtum, also quasi der Sakralmonarchie bei den Germanen, ist viel diskutiert worden. Zweifel an der von einem Otto Höfler postulierten Meinung, ein sakral fundiertes sakrales Königtum der Germanen habe unzweifelhaft existiert, sind aufgrund von Quellenanlage und Methodik stark anzuzweifeln. Gerade der Nationalsozialismus bediente sich hier sehr fragwürdiger Ansätze. Die heutige Wissenschaft vertritt die Ansicht, dass sich wohl sakrale Elemente zur Legitimation der Herrschaft fanden, so beispielsweise die göttliche Abstammung, der König als irdischer Stellvertreter Gottes, die Einsetzung des Königs mittels göttlichen Willens, doch eine Theorie wie die von Otto Höfler verwerfen sie auf das Deutlichste.

Königsheil

Das sogenannte 'Königsheil' definiert sich als die Expression sakral begründeter Herrschaft. Der Begriff meint zusammenfassend das Wohlergehen des Volkes sei vom Wohlergehen des Herrschers beeinflusst. Erlitt der Herrscher einen Mangel an Königsheil, das konnte militärisches Unglück oder eine missratene Ernte sein, lief er Gefahr, abgesetzt, entmachtet zu werden.

Tyrannis

Das Wort Tyrannis stammt aus dem Altgriechischen, die Übersetzung ins Deutsche meint Tyrannenherrschaft. Die Tyrannis ist eine Herrschaftsform des antiken Griechenlands. Sie existierte vom 7. Jahrhundert vor Christi bis hinein in die Epoche des Hellenismus. In einer Tyrannei besitzt der Tyrann, der Herrscher die absolut unbeschränkte Macht, ist Alleinherrscher, meist über ein größeres Territorium oder einen Stadtstaat. Die Grundlage der Tyrannenherrschaft bestand nicht in einer Legitimation, sondern sie baute auf Gewalt und Machtbesitz, manchmal auch von einer Volksvertretung gebilligt.

Diskussionen zur Monarchie

Die Argumentation für oder gegen die Monarchie ist sehr davon geprägt, ob ein Staat eine Monarchie ist oder ob über deren Einführung diskutiert wird. Bei einer existierenden Monarchie kann die vorhandene oder fehlende Reputation des jeweiligen Herrscherhauses so stark ins Gewicht fallen, dass die theoretische Diskussion über die Staatsform Monarchie dagegen in den Hintergrund treten kann. Auffällig ist, dass im 20. Jahrhundert zwar viele Monarchien gestürzt, aber nur sehr wenige neu errichtet wurden.

1. Argumente gegen die Monarchie

Das Hauptargument gegen die Monarchie als Staatsform ist, dass sie im Widerspruch zu grundlegenden Prinzipien der Demokratie und Volkssouveränität stehe:

  • Jede Form der absoluten Monarchie verstoße gegen das Prinzip der Gewaltenteilung und setzt sich dem durch historische Beispiele untermauerten Vorwurf aus, dass unkontrollierte Macht dazu tendiert, ihren Träger zu korrumpieren.
  • Auch Formen der Monarchie mit beschränkten Befugnissen des Monarchen verstoßen gegen das Prinzip der Volkssouveränität: Wenn die Person des Staatsoberhaupts nicht durch direkte oder indirekte Wahl bestimmt wird und auch nicht abgewählt werden kann, sondern durch Erbfolge festgelegt ist, geht dieser Teil der Staatsgewalt nicht vom Volke aus.
  • Im Fall einer Restauration und der dadurch aufkommenden Frage, wer Monarch werden solle, könne es zu Erbfolgestreitigkeiten kommen.
  • Bei einer Monarchie könne es zu dem Problem kommen, dass der Thronfolger aufgrund seiner mangelnden fachlichen Qualifikation für das Amt des Staatsoberhaupts ungeeignet ist.
  • Die Monarchie verursache wegen der größeren Repräsentationsbedürfnisse und Apanagen höhere Kosten für die Staatskasse.
  • In der jüngeren Geschichte ist ein Trend erkennbar, zum Teil kleptokratische oder anderweitig diskreditierte Monarchien durch Regierungsformen mit einer demokratischen Legitimation zu ersetzen.
  • In laizistisch geprägten Staaten und Bevölkerungsgruppen wäre die Legitimation „von Gottes Gnaden“ wenig stichhaltig.

2. Argumente für die Monarchie

Befürworter der Monarchie berufen sich hauptsächlich auf folgende Argumente:

  • Ein Monarch könne kostengünstiger sein als ein Präsident, wenn ein großer Teil der Kosten aus dem Budget des herrschenden Hauses finanziert wird. Zudem fällt auch der Rentenanspruch ehemaliger Staatspräsidenten weg, der in manchen Republiken aus der Staatskasse bezahlt wird (siehe Artikel Altbundespräsident, Abschnitt Deutschland). Auch die Kosten von Präsidentschaftswahlen entfallen.
  • Ein Monarch sei als Staatsoberhaupt qualifizierter als ein gewählter Volksvertreter, da er von Jugend an auf sein Amt vorbereitet werde und durch eine längere Amtszeit mehr Erfahrung sammeln könne.
  • Die Tatsache, dass ein gewähltes Staatsoberhaupt in der Regel Mitglied einer politischen Partei ist, stehe in der Regel im Widerspruch zu seiner Funktion als unparteiischer, neutraler und allen Bürgern gleichermaßen verpflichteter Repräsentant des Gesamtstaates; zudem schade die parteipolitische Auseinandersetzung im Wahlkampf dem Ansehen des Staatsoberhaupts.
  • Die Krone sei das ideale Symbol einer nationalen Identität, die sich in Tradition, Religion und Kultur äußert. Ein solches Symbol, das das Bewusstsein an die Individualität der Nation stärke, sei gerade in einem vereinten und zusammenwachsenden Europa von großer Bedeutung. Gleichzeitig stehe ein Monarch aber auch für die Freundschaft zu anderen Völkern, da beispielsweise die gekrönten Staatsoberhäupter Europas in den meisten Fällen einen ausländischen Ehepartner wählen.
  • Eine Parlamentarische Monarchie symbolisiere die Stabilität und Kontinuität der freiheitlich-demokratischen Ordnung besser als ständig wechselnde Staatsoberhäupter.
  • Es wird auch argumentiert, das die Monarchie die Kontinuität und Stabilität eines Staates nicht nur symbolisiere, sondern diese sogar tatsächlich in erheblichem Maße fördere. So zog der Sturz der Monarchie in einigen Ländern in der Vergangenheit nicht nur politische Instabilität nach sich (wie z.B. in Brasilien oder Mexiko) sondern teilweise auch totalitäre Systeme, wie den Nationalsozialismus in Deutschland, den Jakobinismus in Frankreich, den Kommunismus und Stalinismus in Russland oder den Maoismus in China).
  • Auch heute noch sind viele Monarchisten Anhänger des Gottesgnadentums, d.h. sie vertreten die Ansicht, dass der Monarch bzw. Thronprätendent oder -kandidat von Gott zum Oberhaupt des Landes berufen sei.

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