Marktteilnehmer und Mitbewerber

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Erklärung zum Begriff Marktteilnehmer und Mitbewerber

Marktteilnehmer

Marktteilnehmer sind nach § 2 I Nr. 2 UWG neben Mitbewerbern und Verbrauchern alle Personen, Unternehmen und Institutionen, die durch Kauf, Verkauf oder Tausch aktiv am Wirtschaftsmarkt durch anbieten oder nachfragen teilnehmen. In der Mikroökonomie werden sie auch als sog. Wirtschaftssubjekte definiert. Unter Wirtschaftssubjekten versteht man Verbraucher (Privathaushalte), Unternehmen, der Staat und das Ausland hinsichtlich Exporteuren und Importeuren. Auf dem Gesundheitsmarkt sind Marktteilnehmer beispielsweise Patienten, Pharmaunternehmen und Leistungserbringer wie niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Physiotherapeuten und Krankenversicherungen.

Sie tauschen auf dem wirtschaftlichen Markt Güter und Dienstleistungen aus, wobei eine festgelegte Strategie verfolgt wird, um ihre Ziele zu erreichen. Ziele sind u.a. Gewinnoptimierung auf Anbieterseite und Nutzenmaximierung bei den Nachfragern. Für Marktteilnehmer ist ein unlauteres Verhalten nach § 3 UWG widerrechtlich, sofern dieses die gesicherten Interessen der anderen Marktteilnehmer und der Allgemeinheit beeinträchtigt. Die Anzahl der Marktteilnehmer auf einem Markt legt grundsätzlich dessen Marktform fest.

Verhalten der Marktteilnehmer

Für potentielle Marktteilnehmer kann der Marktzutritt durch sog. Marktschranken erschwert oder verwehrt werden. Marktschranken oder auch Marktbarrieren bestimmen über den Marktein- oder austritt von potentiellen Teilnehmern. Sie stellen zudem Vorteile für diejenigen dar, die sich bereits aktiv im Markt befinden. Mit Markteintrittsstrategien können die Schranken jedoch überwunden werden. Die Aktionen und Reaktionen der Marktteilnehmer ergeben das Marktverhalten. Marktteilnehmer können danach differenziert werden, wie sie sich hinsichtlich des Marktpreises und der Absatzmenge auf dem Markt verhalten. 

Arten der Marktteilnehmer

Je nach Verhaltensart gibt es Mengenfixierer/Mengenanpasser, Preisfixierer/Preisanpasser und Optionsfixierer/Optionsempfänger:

  1. Der Mengenanpasser akzeptiert den zu dem Zeitpunkt herrschenden Preis und gleicht seine Absatzmenge diesem an. Der Mengenfixierer ist dem Mengenanpasser der gegenüberstehender Marktteilnehmer.
  2. Der Preisanpasser kann den Absatzpreis als Aktionsparameter selber bestimmen, wobei der Preisfixierer wiederum die Gegenseite des Preisanpassers darstellt.
  3. Der Optionsfixierer bestimmt den Preis und die Menge und überlässt dem Optionsempfänger die Wahl dies zu akzeptieren oder nicht.

Mitbewerber

Ein Mitbewerber ist nach dem lauterkeitsrechtlichen Begriff jeder Unternehmer, also jede juristische Person, die mit einem oder mehreren Unternehmen als Anbieter oder Nachfrager von Produkten oder Dienstleistungen in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis steht und in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbstständigen beruflichen Tätigkeit handelt. Das Wettbewerbsverhältnis besteht, wenn beide Marktpartner gleichartige Waren oder Dienstleistungen innerhalb dessen Endverbraucherkreises versuchen zu veräußern und so das jeweilige Wettbewerbsverhalten des anderen beeinträchtigen. Gesetzlich ist der Begriff des Mitbewerbers in § 2 I Nr. 3 UWG geregelt.

Ablauf auf dem Markt

Marktteilnehmer und Mitbewerber bewegen sich auf dem wirtschaftlichen Markt. Unter Markt versteht man den Ort, an welchem Waren regelmäßig gehandelt oder getauscht werden. Der Markt stellt einen Handelsplatz dar, wo Angebot und Nachfrage aufeinander treffen.  Bedingung für einen reibungslosen Ablauf und einen optimalen, funktionsfähigen, fairen Markt sind, dass Marktteilnehmer und Mitbewerber ein rechtmäßiges Verhalten im Wettbewerb aufzeigen und dabei die Marktverhaltensregeln bzw. die Marktordnung beachten. Die Marktordnung ist eine staatliche Regulierung des Marktes hinsichtlich Angebots, Nachfrage oder Preisbildung, welche durch Rechtsnormen bestimmt wird.  Marktverhaltensregeln können aus ungeschriebenen Handelsbräuchen, gesetzlich festgelegten Handelsklauseln aber auch aus strikten gesetzlichen Normen bestehen.



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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Marktteilnehmer und Mitbewerber Urteile und Entscheidungen

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    » OLG-MUENCHEN, 06.07.2006, 29 U 1853/06
  • Bilda) Die Bestimmung des § 7 Satz 1 ElektroG stellt insofern eine Marktverhaltensregelung im Sinne von § 4 Nr. 11 UWG dar, als sie den Schutz der Mitbewerber vor einer Belastung mit höheren Entsorgungskosten infolge nicht gekennzeichneter Elektrogeräte durch andere Marktteilnehmer bezweckt. b) Das in § 7 Satz 1 ElektroG geregelte...

    » BGH, 09.07.2015, I ZR 224/13
  • Bild1. Das Anbieten und Bewerben von Glücksspielen ohne inländische Erlaubnis stellt sich gem. §§ 3, 4 Nr.11, 8 Abs.1, Abs.3 Nr.1 UWG n.F. i.V.m. § 284 Abs. 1 und 4 StGB weiterhin als unlautere Wettbewerbshandlung dar, die geeignet ist, den Wettbewerb zum Nachteil der Mitbewerber, der Verbraucher oder der sonstigen Marktteilnehmer nicht...

    » OLG-HAMBURG, 12.08.2004, 5 U 23/04

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