Makler

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Erklärung zum Begriff Makler

Das Wort Makler wird aus dem niederdeutschen Wort makeln abgeleitet und bedeutet in diesem Zusammenhang so viel wie „Geschäfte machen“.  Der Beruf des Maklers besteht darin, als Vermittler für eine Gelegenheit zum Vertragsabschluss tätig zu sein. Zivilrechtlich sind für diese Tätigkeit insbesondere die gesetzlichen Bestimmungen des Maklervertrages in §§ 652 ff. BGB relevant. Im Mittelpunkt eines Maklervertrags steht die Verpflichtung des Auftraggebers zur Zahlung des Maklerlohns bei Erfolg. Als Rechtsgrundlage für Maklerverträge dient § 652 BGB. Bestimmungen zum Handelsmakler finden sich in §§ 93 ff. HGB.

Der BGH hat im Jahr 2005 festgestellt, dass ein Anspruch auf Maklerprovision nur nach vorheriger ausdrücklicher Vereinbarung geschlossen werden kann. Es wies die Revisionsklage eines Maklers ab, der einen Kaufinteressenten an das Objekt eines anderen Maklers verwies und von diesem für die Vermittlung eine Provision verlangte [BGH, 22.09.2005 III ZR 393/04].
 
In Deutschland kann eine Maklertätigkeit kann auch ohne berufsspezifische Qualifikation in diesem Betätigungsfeld aufgenommen werden. Allerdings ist in hier zur Ausübung des Maklergewerbes eine besondere Erlaubnis gemäß § 34c GewO erforderlich. Die zur Regelungen zur Ausübung dieses Berufes finden sich in der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV).

Unterscheidung von Maklern
Das BGB unterscheidet zwischen dem Nachweis- und dem Vermittlungsmakler. Der Nachweismakler muss die Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages nachweisen, um für seine Leistung bezahlt zu werden. Er wird z.B. von einem  Immobilienbesitzer beauftragt, Interessenten für ein Objekt zu finden. Der Makler führt dann den Besitzer und einen neuen Interessenten zusammen, damit diese in Vertragsverhandlungen treten können. Er muss die Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages herbeiführen.

Der Vermittlungsmakler hingegen  soll den Abschluss des Hauptvertrages herbeiführen. Sein Ziel ist erreicht, wenn er einen nicht  abschlussbereiten  Interessenten bis zum Vertragsabschluss vermittelt (§§ 652 ff. BGB). Dabei muss er hinsichtlich beider Parteien (Verkäufer und Interessent) Neutralität wahren.


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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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