Lohnsteuer

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Erklärung zum Begriff Lohnsteuer

Der Begriff Lohnsteuer ist jedem unselbständig beschäftigten Arbeitnehmer bekannt. Die Lohnsteuer ist eine der wesentlichen Stützen der Finanzierung des deutschen Staates. Im Gegensatz zu anderen nachgelagerten Steuern wie etwa der Einkommenssteuer, ist die Lohnsteuer eine vorgelagerte Steuer. Das bedeutet, dass sie direkt im Moment des Entstehungsanspruches abgeführt wird und nicht erst darauffolgend. Deshalb erhält der Arbeitnehmer sie auch unmittelbar jeden Monat abgezogen.

I. Die Lohnsteuer – eine temporäre Steuer

Die Lohnsteuer an sich ist jedoch nur eine temporäre Steuer. Sie wird zwar jeden Monat dem Arbeitnehmer abgezogen, am Jahresende wird sie allerdings im Rahmen einer Einkommensteuererklärung in die Einkommenssteuer umgewandelt. Die Lohnsteuer wirkt also praktisch wie eine Steuervorauszahlung auf die Einkommenssteuer. Die Pflicht eine Einkommensteuererklärung abzugeben, ist in § 149 Abs. 1 AO (Abgabenordnung) und § 25 Abs. 1 EStG (Einkommensteuergesetz) geregelt.

II. Das Zahlen der Lohnsteuer wird vom Arbeitgeber übernommen

Die Lohnsteuer wird vom Arbeitgeber an das Finanzamt überwiesen, was durch § 38 Abs. 3 EStG geregelt ist. Obwohl der Arbeitnehmer juristisch gesehen Schuldner der Lohnsteuer ist, haftet der Arbeitgeber für die korrekte Zahlung dieser Steuer an das Finanzamt (§ 42d EStG).

III. Freibeträge

Zur Lohnsteuer bzw. Einkommenssteuer wird nicht das ganze Einkommen eines Arbeitnehmers veranlagt. Zum einen gibt es einen Freibetrag von derzeit 8004 € pro Person, der vollständig von der Steuer befreit ist. Zum anderen gibt es im Rahmen der Lohnsteuerklassen verschiedene Freibeträge, wie etwa für Alleinerziehende. Bereits in die Lohnsteuertabellen eingearbeitet ist ein Werbungskostenfreibetrag von 1000 € pro Jahr sowie ein Sonderausgabenfreibetrag von 36 €.

IV. Wahl der Steuerklasse

Viele Arbeitnehmer gestehen den Lohnsteuerklassen eine höhere Bedeutung für Ihr Einkommen zu, als diese de facto haben. Die Lohnsteuerklassen sollen lediglich erreichen, dass die Erhebung der Lohnsteuer als Quellensteuer möglichst sozial verträglich erfolgt. Das bedeutet, dass durch die Wahlmöglichkeit verschiedener Steuerklassen einzelne soziale Aspekte steuerlich dadurch bevorzugt werden, dass der Arbeitnehmer jeden Monat ein höheres Nettoentgelt zur Verfügung hat. Am Jahresende jedoch, mit Abgabe der Einkommensteuererklärung, werden sämtliche Einkünfte des Jahres zusammengerechnet und darauf die zu zahlende Steuer ermittelt.

V. Lohnsteuerhilfevereine

Für viele Arbeitnehmer ist es schwierig steuerliche Belange zu durchschauen und selbst zu regeln. Aus diesem Grunde wurde ein System von Lohnsteuerhilfevereinen geschaffen, bei denen Arbeitnehmern für wenig Geld diese Arbeit abgenommen wird (vergleiche § 13 StBerG - Steuerberatungsgesetz).

VI. Urteil zum Ehegattensplitting bei homosexuellen Lebensgemeinschaften

Da die Steuerklassen eine soziale Gleichheit schaffen sollen, sind gerade die steuerlichen Abgaben bei eingetragenen homosexuellen Partnerschaften in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. So entschied der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom 21.12.2012, dass die bisherige Praxis eingetragenen homosexuellen Lebensgemeinschaften ein Ehegattensplitting zu versagen nicht rechtmäßig ist. Eingetragenen Lebenspartnern ist dem Urteil gemäß vorläufig das Ehegattensplitting zu gewähren. [BFH, 21.12.2012- III B 41/12]




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Entscheidungen zum Begriff Lohnsteuer

  • BildBFH, 01.03.2002, VI R 171/98
    Wird Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz erhoben, ist die pauschale Lohnsteuer Bemessungsgrundlage für den Solidaritätszuschlag.
  • BildBFH, 06.03.2008, VI R 5/05
    1. Die Festsetzungsfrist für einen Lohnsteuer-Haftungsbescheid endet nicht vor Ablauf der Festsetzungsfrist für die Lohnsteuer (§ 191 Abs. 3 Satz 4 1. Halbsatz AO). 2. Der Beginn der Festsetzungsfrist für die Lohnsteuer richtet sich nach § 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO. 3. Für den Beginn der die Lohnsteuer betreffenden Festsetzungsfrist...
  • BildVG-WUERZBURG, 10.04.2013, W 1 K 13.156
    Rückforderung überzahlter Dienstbezüge; Verwahrung; Abführung von Lohnsteuer und Pfändungsbeträgen; rechtswidrige Billigkeitsentscheidung; Verursachung und Verschulden der Behörde; unzureichende Amtsaufklärung;
  • BildFG-BERLIN-BRANDENBURG, 09.03.2011, 9 K 9141/09
    Anders als hinsichtlich der Lohnsteuer selbst haftet ein GmbH-Geschäftsführer für Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Entstehung von Säumniszuschlägen zur Lohnsteuer nicht zu 100 v. H., sondern nur nach Maßgabe der sog. Tilgungsquote.
  • BildNIEDERSAECHSISCHES-FG, 18.03.2004, 11 K 38/03
    Haftung für Lohnsteuer 1999 - 2001 Zum Begriff des zusammenhängenden Arbeitsverhältnisses im Sinne des § 41 a Abs. 4 EStG
  • BildNIEDERSAECHSISCHES-FG, 11.09.2003, 6 K 635/02
    Die wiederholte Nichtabführung von Lohnsteuer und Umsatzsteuer lässt auf die konkerete Gefährdung der Interessen des Auftraggebers des Steuerbevollmächtigten schließen.
  • BildLAG-KOELN, 14.07.2003, 2 Ta 191/03
    Auslagenersatz (Fahrtkostenerstattung) die nicht der Lohnsteuer/Sozialversicherung unterliegt, bleibt bei der Streitwertbemessung nach § 12 Abs. 7 ArbGG außer Ansatz.
  • BildNIEDERSAECHSISCHES-FG, 28.11.2002, 11 K 504/00
    Drittwirkung der Steuerfestsetzung in Haftungsfällen; zur Anwendung des Grundsatzes der anteiligen Tilgung bei Säumniszuschlägen zur Lohnsteuer und Lohnsteuernachforderungen
  • BildBFH, 10.10.2002, VI R 13/01
    Derjenige, der für den Arbeitgeber im Rahmen der Lohnsteuer-Außenprüfung auftritt, ist in der Regel nach den Grundsätzen der Anscheinsvollmacht dazu befugt, einen Antrag auf Lohnsteuer-Pauschalierung zu stellen.
  • BildBFH, 16.11.2005, VI R 23/02
    Hat der Arbeitgeber eine Anrufungsauskunft eingeholt und ist er danach verfahren, ist das Betriebsstätten-FA im Lohnsteuer-Abzugsverfahren daran gebunden. Eine Nacherhebung der Lohnsteuer ist auch dann nicht zulässig, wenn der Arbeitgeber nach einer Lohnsteuer-Außenprüfung einer Pauschalierung nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG...

Aktuelle Forenbeiträge

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