Lärmprotokoll

Lexikon | 3 Kommentare

Erklärung zum Begriff Lärmprotokoll

Als „Lärmprotokoll“ wird eine Dokumentation von auftretendem Lärm bezeichnet, die in Schriftform erfolgen muss. Relevant ist ein solches Lärmprotokoll vor allem in jenen Fällen, in denen in mietrechtlichen Fällen – beispielsweise bei dem Wunsch nach einer Mietminderung - Mieter beweisen müssen, dass tatsächlich eine Ruhestörung vorliegt beziehungsweise vorgelegen hat.

Das Lärmprotokoll muss fortlaufend geführt werden. Zwingend notwendig hierbei sind folgende Angaben:

  • Art des Lärms
  • Datum
  • Dauer des Lärms
  • Intensität des Lärms
  • Uhrzeit
  • Verursacher des Lärms

Sollte ein Messgerät vorhanden sein, ist es sinnvoll, auch die Lautstärke des aufgetretenen Lärms im Lärmprotokoll anzugeben. Dasselbe gilt für etwaige Zeugen: haben andere Personen den Lärm mitbekommen, sollten diese namentlich und mit voller Anschrift ebenfalls in dem Lärmprotokoll angegeben werden. Die Zeugen sollten zudem durch eine eigenhändige Unterschrift bestätigen, dass die angegeben Tatsachen der Wahrheit entsprechen.

Grundsätzlich ist es so, dass niemand dazu verpflichtet ist, Lärm zu ertragen. Die allseits verbreitete Annahme, man müsse störende Geräusche einfach so hinnehmen und mit diesen leben, ist nicht korrekt. Es gibt keinerlei Gesetze, nach denen Personen ein Recht auf Lärm haben – wohl aber ein Recht auf Ruhe. Nun ist es allerdings ein subjektives Empfinden, ab welchem Lärmpegel „gewöhnlicher Lärm“ aufhört und störender Lärm beginnt. Von daher ist es sehr sinnvoll, Lautstärkemessgeräte aufzustellen, um so die Intensität des Lärms bestätigt zu bekommen. Ein etwas lauteres Streitgespräch in der Nachbarwohnung wird kaum als Lärmbelästigung anzusehen sein; ein Geschrei in Höhe von mehreren Dezibel hingegen schon.

In einigen Bundesländern besteht zudem die Möglichkeit, das sogenannte „BASS-System“ einzusetzen. Dieses sind Schallspeicher, welche von demjenigen, der das Lärmprotokoll führt, eingesetzt werden, und die die Lautstärke aufnehmen. Derartige Geräte sind nicht manipulierbar und gelten somit als ein sehr gutes Beweismittel. Im günstigsten Fall gestattet sogar der Nachbar, welcher den Lärm verursacht, die Aufstellung eines solchen Gerätes in der eigenen Wohnung.

Ist das Lärmprotokoll über einen gewissen Zeitraum (mindestens zwei Wochen) erstellt worden, kann sich der Betroffene damit an den Vermieter, das Ordnungsamt oder einen Rechtsanwalt wenden, um gegen den Verursacher des Lärms vorzugehen. Zu beachten ist, dass der Erfolg eines Lärmprotokolls umso größer ist, je detaillierter es geführt worden ist.




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Bisherige Kommentare zum Begriff (3)

Ramona  (06.05.2016 13:49 Uhr):
Hallo Ihr Lieben. Auf anraten meiner Hausverwaltung habe ich solch ein Lärmprotokoll geführt sogar mit Zeugen. Die Mieterin hat eine Abmahnung mit meinem Lärmprotokoll als Anhang bekommen. Find ich nicht sehr diskret da dort Adressen meiner Zeugen stehen. Nun kam vom Anwalt der Mieterin ein Schreiben an die Hausverwaltung;dass die Mieterin nachweislich zu all meinen angegebenen Zeiten nicht da war. Daher muss die Hausverwaltung die Abmahnung zurück nehmen. Ich weiss dass dies gelogen ist. Da ich die Mieterin gesehen und gehört habe und mir auch Beleidigungen hoch gerufen wurden. Ich soll trotzdem weiter ein Protokoll führen? Wozu? Ich bin doch nun total machtlos. Mich ärgert das ungemein.
Reza  (02.12.2015 22:16 Uhr):
sehr geehrte Jura Forum,‎ welche Art des Messgerätes bzw. Mikrofon empfehlen Sie?‎ Meine arbeitslosen Nachbarn die ständig zu Hause aller Art Lärm generieren, treiben mich ‎mittlerweile zum Wahnsinn. Mein Smartphone nimmt nicht leider alles auf was ich aber störend ‎höre. Ich habe gelesen man brauch dafür einen Mikro oder Audiorekorder speziell für zur die ‎Raumaufnahme. Ich würde gerne das Gerät dann einschalten und zur Arbeit gehen und nach der ‎Rückkehr die Aufnahme untersuchen.‎ Danke im Voraus Reza
Nadinchen  (16.06.2015 13:02 Uhr):
Gibt es ein Gesetz dass ein Lärmprotokoll erstellt werden muss? Ich habe wegen der Komplettsanierung des an meine Wohnung angrenzenden Hauses eine Mietminderung bei der Hausverwaltung beantragt und auch schriftlich bestätigt bekommen. Jetzt fordert der Eigentümer der Wohnung nachträglich ein Lärmprotokoll. Die Mietminderung dauert jetzt schon 5 Monate. Bin ich trotz der schriftlichen Bestätigung und laufender Minderung nachträglich dazu verpflichtet das Protokoll für alle 5 Monate einzureichen? Das kann man doch nicht mehr nachvollziehen.



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