Krankheit

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Erklärung zum Begriff Krankheit

Der Begriff der Krankheit umfasst ein weites Feld. Im Zusammenhang mit dem Arbeitnehmer wird die Krankschreibung des Arztes wichtig. Auch wenn man krankgeschrieben ist, bedeutet das nicht, das man ans Bett gefesselt, zur Untätigkeit verurteilt ist. Im Grunde genommen sind alle Tätigkeiten erlaubt, die eine schnelle Genesung des Kranken vorantreiben. Das kann vom Spaziergang über den Einkauf bis hin zu einer Bahnfahrt reichen. In einem Fall besuchte ein Patient mit dem Zug seine Eltern, um sich dort auszukurieren. Ein Kollege traf ihn am Bahnhof. Dem Mann wurde gekündigt. Sein Einspruch fand positive Resonanz. Das Hessische Landesarbeitsgericht urteilte, dass die Fahrt mit dem Zug die Genesung nicht beeinträchtigte [Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 28.11.2012, Az: 18 Sa 695/12].

Die Krankschreibung

Besteht bereits eine Krankschreibung des Arztes, soll diese verlängert werden, so sollte man darauf achten, dass die Folgekrankschreibung vor Ablauf der alten Krankschreibung ausgestellt ist. Eine Krankschreibung gilt erst am Tag nach der Ausstellung. Ist jemand also bis Donnerstag krankgeschrieben, wird er sich die Folgekrankmeldung also spätestens an diesem Tag besorgen.

Auch trotz einer Krankschreibung in die Arbeit zu gehen ist erlaubt, das persönliche Risiko des Arbeitnehmers. Wer beispielsweise bis zum Freitag krankgeschrieben ist, seine Beschwerden aber auch nicht über das Wochenende auskurieren kann und erst am Montag wieder zum Arzt geht, der ist zu spät.

Krankengeldanspruch

Krankengeld definiert sich in der Bundesrepublik Deutschland als Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherungen. Geregelt ist diese Leistung im Fünften Sozialgesetzbuch. Diese Entgeltfortzahlung wird dann an den Patienten ausgezahlt, wenn er länger als sechs Wochen im Krankenstand verbleibt oder arbeitsunfähig ist, stationär behandelt wird. Krankengeld kann jedoch auch von einem Elternteil beantragt werden, der nicht arbeiten kann, weil der Nachwuchs aufgrund einer momentanen Erkrankung Betreuung und Pflege benötigt. Die Umgangssprache nennt diese Leistung „Kindertagegeld“. Krankengeld erhält ein Arbeitnehmer, der nach § 44 Abs. 1 SGB V arbeitsunfähig ist. Arbeitsunfähigkeit ist definiert als Unfähigkeit, die sonst ausgeführte Tätigkeit auszuführen, oder zu befürchten ist, dass durch die Tätigkeit  eine Verschlimmerung der Krankheit eintritt.




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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

Tanja  (16.02.2016 21:37 Uhr):
Bei mir auf Arbeit kommt es vor, dass mit ansteckenden Krankheiten behaftete Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen, andere anstecken, bzw Ansteckungsgefahr besteht. Wer darf oder muß sie an der Arbeit hindern und zum Arzt schicken? Darf ich als Arbeitnehmer Chef bzw. Vorgesetzte auf solche Kollegen aufmerksam machen?



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