Hilfe für Junge Volljährige

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Erklärung zum Begriff Hilfe für Junge Volljährige

Unter Hilfe für Junge Volljährige werden in der Jugendhilfe Betreuungsangebote für junge Erwachsene verstanden, die die Volljährigkeit erreicht haben. Sie werden nach § 41 des SGB VIII gewährt.

Dabei sind die Hilfeangebote die gleichen, die auch Minderjährigen zur Verfügung stehen. Diese Form der Unterstützung gilt in erster Linie für junge Menschen, die schon vor ihrem 18. Geburtstag im Rahmen der Jugendhilfe unterstützt wurden, und soll verhindern, dass mit der Volljährigkeit diese Unterstützung abbricht und damit die bis dahin erreichten Fortschritte gefährdet werden. Es ist rechtlich auch möglich, dass junge Volljährige erstmals Jugendhilfe erhalten, solange sie unter 21 Jahre alt sind. Ein Gewährung von Jugendhilfe über das 21. Lebensjahr ist nur als Fortsetzung möglich (maximal bis 27).

Konkret wird beispielsweise oft die Betreuung von geistig behinderten jungen Volljährigen über die Jugendhilfe finanziert. Damit wird dem Rechnung getragen, dass diese meist nicht wie andere Jugendliche mit 18 Jahren auf "eigenen Füßen" stehen können, da sie langsamer lernen.

Der § 41 sieht in Absatz 3 auch vor, dass junge Volljährige nach Beendigung der Jugendhilfe noch nachbetreut werden können. Zu diesem Zweck können im Hilfeplanverfahren eine bestimmte Anzahl von Kontaktstunden für Beratung abgesprochen werden (in der Regel maximal 20 Stunden). Diese Nachbetreuung soll dazu dienen, in Notfällen und Einzelfragen noch Unterstützung von der gewohnten Bezugsperson zu erhalten.




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Nachrichten zu Hilfe für Junge Volljährige


Entscheidungen zum Begriff Hilfe für Junge Volljährige

  • BildVG-WUERZBURG, 25.04.2013, W 3 K 11.803
    Kinder- und Jugendhilferecht; Hilfe für junge Volljährige; betreutes Wohnen; Steuerungsverantwortung des Jugendamts; Selbstbeschaffung der Hilfe; kein Systemversagen; Ungeeignetheit der Hilfe; Beurteilungsspielraum
  • BildVG-FRANKFURT-AM-MAIN, 05.08.2010, 7 L 1241/10.F
    Vorrang der Leistungen nach SGB XII, Hilfe für junge Volljährige, Eingliederungshilfe
  • BildNIEDERSAECHSISCHES-OVG, 28.07.2009, 4 PA 250/08
    Die Hilfe zur Erziehung in einer betreuten Wohnform nach § 34 SGB VIII bzw. die Hilfe für junge Volljährige nach §§ 41, 34 SGB VIII einerseits und das Ausbildungsgeld nach § 104 Abs. 1 Nr. 1 SGB III andererseits dienen dem gleichen Zweck, nämlich (auch) der Sicherung des Lebensunterhalts des Kindes, Jugendlichen oder jungen...
  • BildBVERWG, 11.12.2003, BVerwG 5 C 57.02
    Eine bei Eintritt der Volljährigkeit bestehende Kostenerstattungspflicht nach § 89a Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 und 3 SGB VIII wird bei Fortsetzung der Leistung als Hilfe für junge Volljährige auch dann festgeschrieben, wenn sie einen Träger nur deshalb trifft, weil der für die Erstattung bis zur Volljährigkeit maßgebliche gewöhnliche...
  • BildBVERWG, 14.11.2002, BVerwG 5 C 56.01
    1. § 86 Abs. 6 SGB VIII und die daran anknüpfende Kostenerstattungsregelung des § 89 a Abs. 1 Satz 1 SGB VIII gelten nicht für Jugendhilfeleistungen über den Eintritt der Volljährigkeit hinaus. 2. Die bis zum Eintritt der Volljährigkeit bestehende Zuständigkeit für Jugendhilfeleistungen wird in Bezug auf anschließende Hilfe für junge...
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 09.12.1996, 7 S 310/95
    1. Bei der Entscheidung über die Art, den Umfang und die zeitliche Dauer einer Hilfe für junge Volljährige stehen dem öffentlichen Träger der Jugendhilfe im Rahmen der hierfür erforderlichen (sozial-)pädagogischen Wertungen und Zukunftsprognosen ein gerichtlich nicht voll überprüfbarer Beurteilungsspielraum und ein Bewertungsvorrecht...
  • BildNIEDERSAECHSISCHES-OVG, 02.12.2003, 4 LB 159/03
    Die im Einzelfall geeignete und notwendige Hilfe für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII geht der Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach § 72 BSHG vor. Der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe, der in einem solchen Fall als örtlicher Träger der Sozialhilfe vorläufig Leistungen nach § 43 SGB I i. V. m....
  • BildVG-KARLSRUHE, 12.07.2005, 5 K 281/04
    1. Zur Gesetzeskonformität aufgewendeter Jugendhilfekosten im Rahmen der Prüfung des Umfangs der Kostenerstattung gemäß § 89f SGB 8 und zum Grundsatz der Interessenwahrung als Maßstab der Kostenerstattung (hier: Kostenerstattung bei Inobhutnahme unbegleitet eingereister ausländischer Jugendlicher in einer Erstversorgungseinrichtung...
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 16.10.1995, 7 S 1345/93
    1. Der zuständige Träger der öffentlichen Jugendhilfe kann auch zur Übernahme der Kosten bereits durchgeführter Hilfemaßnahmen verpflichtet sein (im Anschluß an BVerwG, Beschl vom 25.8.1987, Buchholz 436.51, § 5 JWG Nr 2). 2. Zur Frage der Geeignetheit und Notwendigkeit einer bestimmten Hilfemaßnahme (hier: Hilfe für junge...
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 11.05.1994, 7 S 2632/93
    1. Der nach § 34 SGB-VIII (SGB 8) bestellte Betreuer ist nach § 38 Abs 1 Nr 3 SGB-VIII (SGB 8) berechtigt, den Personensorgeberechtigten bei Widersprüchen gegen die Versagung - weiterer - Betreuungspauschale im Sinne von § 39 Abs 3 S 1 SGB-VIII (SGB 8) F. 1990 zu vertreten. 2. Die Betreuungspauschale im Sinne von § 39 Abs 3 S 1...

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