Güterstand in der Ehe - Was bedeutet gesetzlicher Güterstand bei Verheirateten?

Lexikon | 1 Kommentar

Erklärung zum Begriff Güterstand

Als „Güterstand“ werden die Vermögensverhältnisse von Ehegatten untereinander bezeichnet. Er regelt, wem das Vermögen gehört, welches in die Ehe eingebracht worden ist, welcher Ehegatte dieses verwaltet und wer für eventuelle Schulden haftet.

Durch Heirat entsteht gesetzlich der Güterstand der Zugewinngemeinschaft (Güterrecht), allerdings besteht die Möglichkeit, per Ehevertrag eine davon abweichende Regelung zu vereinbaren:

Die vertragliche Regelung innerhalb des BGB kann sowohl bereits vor der Eheschließung, als auch jederzeit während der Ehezeit getroffen beziehungsweise abgeändert werden.

Rechtsanwalt-Tipp: Der Güterstand, welcher seit der Ehe besteht, wird im Moment der Scheidung beziehungsweise durch Tod eines der Ehepartner aufgelöst.

Zugewinngemeinschaft

Bei der sogenannten Zugewinngemeinschaft

  • verwaltet jeder der Ehepartner sein Vermögen eigenständig
  • Jeder Ehepartner zieht für sich selbst den Nutzen aus seinem Vermögen
  • Kein Ehepartner tritt  für die Schulden des anderen ein

Ausnahmen zu dem Verfügungsrecht bestehen allerdings in jenen Fällen, in denen

  • ein Ehepartner über ihm gehörende Gegenstände des gemeinsamen Haushalts ohne Zustimmung des anderen verfügen möchte
  • ein Ehepartner über sein gesamtes Vermögen ohne Einverständnis des Ehepartners verfügen möchte

Wird im Familienrecht die Ehe durch Scheidung aufgelöst, so tritt der sogenannte Zugewinnausgleich in Kraft. Dabei ist sowohl das Anfangsvermögen, als auch das Endvermögen für die Berechnung entscheident. Häufig treten in diesem Zusammenhang auch Fragen zum Unterhalt oder zum Sorgerecht der gemeinsamen Kinder auf.

Die Gütertrennung

Beim Güterstand der Gütertrennung

  • verwaltet jeder der Ehepartner sein Vermögen selbst, ein Gesamtgut existiert grundsätzlich nicht
  • erwirbt keiner der Ehepartner Ansprüche auf Zugewinn im Falle einer Scheidung

Die Gütergemeinschaft

Bei der Gütergemeinschaft  wird das gesamte Vermögen beider Ehepartner zum gemeinschaftlichen Eigentum, über das beide nur zusammen entscheiden dürfen. Auch für eventuelle Schulden haften beide Ehepartner gemeinsam.

Tipp vom Anwalt: Ein Haftungsausschuss besteht lediglich in Fällen, in denen die Ehepartner gegeneinander im Rechtsstreit liegen sowie bei Verpflichtungen aus einer unerlaubten Handlung.


Bearbeiten


Häufige Rechtsfragen zum Thema

  • Pflichtteil Julchen 59 schrieb am 18.12.2017, 15:39 Uhr:
    Ehepaar A und B haben zwei Kinder C un D. Das Ehepaar besitz ein Haus Wert ca 140000 Euro. Im Berliner Testament mit Zusatzklausel (beim Tage der Wiederverheiratung des Längstlebenden soll die Hälfte des Grundbesitzes an C und D übergehen. B ist verstorben und A heiratet E.C und D versäumen es, sich im Grundbuch eintragen zu lassen.A... » weiter lesen
  • Erbschaft in gesetzlichem Güterstand genion schrieb am 22.06.2017, 09:59 Uhr:
    Hallo zusammen,Frau A und Herr B sind in gesetzlichem Güterstand verheiratet. Frau A erbt.Sie möchte davon ein Haus kaufen.Werden Frau A und Herr B als Eigentümer eingetragen, steht beiden nach Scheidung 50 % zu?Oder ist es Frau A anzurechnen, da man alleine erbt und es nicht zur Zugewinngemeinschaft zählt?Müsste Frau A alleine ins... » weiter lesen
  • Trennungsunterhalt an Noch-Ehemann? dassam schrieb am 03.12.2015, 01:10 Uhr:
    Hallo Community,bitte stellt Euch folgendes Szenario vor:Nach 8 Jahren Ehe möchte sich das Ehepaar trennen. Sie haben ein Kind, welches 15 Monate alt ist, und wird bei der Mutter bleiben. Die Frau verdient ca. 2100 € netto und hat vor Vollzeit zu arbeiten, wodurch sie ca. 3400 € netto verdienen würde. Der Mann war zuletzt 2 Jahre... » weiter lesen
  • Erben ohne Testament gesetzliche Erbfolge ankeb schrieb am 15.07.2015, 12:29 Uhr:
    Hallo,angenommen Person A verstirbt und hat kein Testament hinterlegt.Person A hinterlässt eine Witwe (B) beide hatten keine Kinder, die Elternvon Person A sind auch schon verstorben.Als Erbe kommt jetzt die rechtlichen Erbfolge in Frage.Person A hat 5 Schwestern, davon ist eine Schwester schon verstorben, die Verstorbene Schwester... » weiter lesen
  • Güterstand Ehe Klubertz schrieb am 05.04.2015, 19:34 Uhr:
    wenn man heiraten und angenommen ein eheteil ist vermögender als der andere. wie kann derjendige sein vermögen schützen? » weiter lesen
  • Wohnrecht im Todesfall des Lebenspartners Dewil schrieb am 12.03.2012, 19:55 Uhr:
    Nabend, folgender Fall tritt ein .... was kann passieren ??? Ein Ehepaar kauft ein Haus, nur der Mann ist im Grundbuch eingetragen und hat auch den Kredit alleine. Die beiden haben einen Sohn....auf ihn läuft eine "Lebensversicherung" die dafür sorgt das im Todesfall des Mannes das Haus bezahlt wird. Soweit so gut. Der Mann stirbt... » weiter lesen
  • Kein Pflichtanteil für das eigene Kind? Fragezeichenxy schrieb am 07.09.2011, 20:15 Uhr:
    Guten Abend Folgender fiktiver Fall liegt vor: Ein verheiratetes Ehepaar hat noch einige Wochen vor dem Tod der Ehefrau ein handgeschriebenes Testament (vom Ehemann) geschrieben, verfasst. Das Ehepaar hat ein gemeinsames volljähriges Kind. Das Testament sieht folgenermaßen aus. Und ich frage mich, ob dabei der Pflichtteil des... » weiter lesen
  • Auszahlung Pflichtteil kurze159 schrieb am 26.03.2010, 21:37 Uhr:
    Mal angenommen in einer Familie, bestehend aus beiden Elternteilen (nicht geschieden) und zwei Kindern, verstirbt ein Elternteil. Der verstorbene Elternteil hat zu Lebzeiten kein eigenes Vermögen, keine Arbeit, keine wertvollen Besitztümer ausser einer Lebensversicherung und Sterbeversicherung. Die Sterbeversicherung ist für... » weiter lesen


Passende Rechtstipps

  • n der 2. Folge unserer Reihe zum Pflichtteilsrecht erfahren Sie in der gebotenen Kürze Wissenswertes zur Höhe der Pflichtteilsquote und wie man als Pflichtteilsberechtigter in Erfahrung bringen kann, wie hoch der Nachlass ist, um seinen Pflichtteilsanspruch berechnen zu können. Wie bereits in Teil 1 dieser Reihe ausgeführt, sind nur die Abkömmlinge oder die Eltern und der überlebende Ehegatte bzw. der eingetragene Lebenspartner... » weiter lesen
  • Hat sich ein Ehepaar dazu entschieden sich scheiden zu lassen, so soll dies auch meist so schnell wie möglich geschehen. Dabei kann eine rechtskräftige Scheidung unter Umständen sehr schnell ausgesprochen werden. Man benötigt nur einen Rechtsanwalt, der mit den notwendigen Unterlagen einen Scheidungsantrag anfertigt und diesen bei Gericht einreicht. Klar ist, dass die Dauer eines Scheidungsverfahrens von vielen Faktoren abhängt. So sieht... » weiter lesen

Passende juristische News

  • Das Märchen vom wildgewordenen Einzeltäter Bankiers und Repräsentanten ausländischer Lebensversicherer müssen reisefreudig und kreativ sein. Auch dubiose Gestaltungen sollen beim Kunden zumindest das Gefühl hinterlassen „da wird die Steuerbehörde bestimmt nicht drauf kommen“. Enthüllungen folgten durch Offshore-Leaks, interessierte Journalisten, aufgekaufte CD-ROM´s, und übertrieben sportliche Beratungen. Zur Freude mancher... » weiter lesen
  • Zugewinnausgleich bei Ehescheidung
    20.06.2013 | Recht & Gesetz
    Der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft gilt für Ehegatten, die weder einen Ehevertrag geschlossen haben, noch einen besonderen Güterstand gewählt haben. GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Nürnberg und Stuttgart www.grprainer.com führen aus: Bei Beendigung einer Zugewinngemeinschaft der Ehegatten soll ein Zugewinnausgleich stattfinden.... » weiter lesen
  • Haben die Ehegatten weder einen Ehevertrag geschlossen, noch einen besonderen Güterstand gewählt, so leben sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. GRP Rainer Rechtsanwälte und Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, Bremen und Nürnberg www.grprainer.com führen aus: Endet die Zugewinngemeinschaft der Ehegatten, so hat nach den Vorschriften des Bürgerlichen... » weiter lesen


Güterstand Urteile und Entscheidungen

  • BildFür die Beendigung des Güterstandes italienischer Eheleute ist auf den Zeitpunkt der Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung über die Trennung abzustellen.

    » OLG-FRANKFURT, 16.01.2006, 5 UF 67/05
  • BildDie Vollstreckung in ein Grundstück, das Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Errungenschaftsgemeinschaft italienischen Rechts erworben haben, erfordert regelmäßig einen Titel gegen beide Ehegatten

    » OLG-ZWEIBRüCKEN, 15.03.2007, 3 W 232/06
  • BildStellt der Miteigentumsanteil an einem Grundstück das ganze Vermögen eines im gesetzlichen Güterstand lebenden Ehegatten dar, bedarf sein Antrag auf Anordnung der Teilungsversteigerung der Zustimmung des anderen Ehegatten.

    » BGH, 14.06.2007, V ZB 102/06

Kommentar schreiben

79 - V.ier =

Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

zana  (06.06.2017 20:03 Uhr):
Es ist ganz besonders wichtig, sich im Vorfeld über die rechtlichen Dinge zu erkundigen.








Güterstand – Weitere Begriffe im Umkreis
Gesetzlicher Güterstand
Die Zugewinngemeinschaft ist eine der Möglichkeiten eines Güterstands gemäß dem Güterrecht, und zugleich der gesetzliche Güterstand. Dies bedeutet, dass dieser Güterstand bei einer Heirat automatisch in Kraft tritt, wenn die Ehepartner keine...
Güterrecht
Das Güterrecht befasst sich mit den Vermögensverhältnissen von Eheleuten und Lebenspartnern. Der Güterstand wird durch Heirat begründet und durch Scheidung aufgelöst und auseinandergesetzt. In einem Konkubinat wird kein gesonderten Güterstand...
Ehe - Zugewinngemeinschaft
Als "Zugewinngemeinschaft" wird der gesetzliche Güterstand von Eheleuten bezeichnet, der grundsätzlich dann eintritt, wenn nicht vertraglich etwas anderes vereinbart worden ist. Bei der Zugewinngemeinschaft bleiben die Vermögen der Eheleute...
Gütergemeinschaft
Die Gütergemeinschaft ist eine von drei Formen des Güterstandes. Wenn zwei Personen heiraten, entsteht von Gesetzes wegen normalerweise der Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Es ist aber auch möglich die Gütergemeinschaft zu wählen. ...
Ehegatten - Erbrecht
Da Ehegatten nicht verwandt miteinander sind, sind sie vom Verwandtenerbrecht ausgeschlossen. Damit sie dennoch im Falle des Ablebens ihres Ehepartners nicht leer ausgehen, bestehen diesbezüglich besondere Regeln. So erbt der hinterbliebene...
Güterrechtsregister
Unter dem Begriff Güterrechtsregister versteht man in Deutschland ein öffentlich geführtes Register, welches bei den Amtsgerichten geführt wird. Es dient dem Zweck, abweichende Regelungen hinsichtlich des gesetzlichen Güterstands einer...
Eigentumsvermutung
Personen, die Rechte aus dem Eigentum einer Sache ableiten möchten, müssen den Beweis den Eigentums notfalls gerichtlich anstreben. Da es praktisch unmöglich ist, die Entwicklung der Eigentumsverhältnisse von der Entstehung einer Sache bis zur...
Pflichtteilsrecht
Der letzte Wille ist nicht automatisch ein Wille, der auch 1 zu 1 umgesetzt wird. Der sogenannten „Testierfreiheit“ des Erblassers steht die gesetzliche Regelung zum Pflichtteilsrecht gegenüber. Die gesetzlichen Regelungen zum Pflichtteilsrecht...
Vermögensrechtliche Auswirkungen auf eine Ehe
Inhaltsübersicht 1. Allgemein 2. Vermögen der Eheleute 2.1 Allgemein 2.2 Ehevertrag 3. Haftung für Schulden 4. Kreditsicherung durch Angehörige 1. Allgemein Die Existenzgründung hat nicht nur durch die zeitliche...
Grundstücksverkehrsgesetz
Basisdaten Titel: Gesetz über Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur und zur Sicherung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe Kurztitel: Grundstücksverkehrsgesetz Abkürzung: GrdstVG Art: Bundesgesetz Geltungsbereich:...

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:


Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.