Bankrecht - Übersicherung durch Globalzession

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Erklärung zum Begriff Bankrecht - Übersicherung durch Globalzession

Als "Globalzession" wird bezeichnet, wenn sämtliche gegenwärtige und künftige Forderungen eines Schuldners an den Gläubiger abgetreten werden.

Im Bankwesen lassen sich Banken häufig vom Schuldner dessen Forderungen abtreten, um ihre eigenen Forderungen zu sichern. Dies wird als "Sicherungsabtretung" bezeichnet. Gemäß § 138 Abs. 1 BGB ist eine derartige Globalzession sittenwidrig, wenn eine Übersicherung gegeben ist. Dabei ist zu beachten, dass diese Sittenwidrigkeit nur bei anfängllicher Übersicherung gegeben ist; tritt sie zu einem späteren Zeitpunkt ein, ist sie rechtsmäßig. In derartigen Fällen hat der Sicherungsgeber jedoch einen schuldrechtlichen Freigabeanspruch gegenüber der Bank auf Rückübertragung jener Sicherheiten, welche nicht mehr benötigt werden.




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Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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