Lexikon, zuletzt aktualisiert am: 29.01.2021 | 1 Kommentar
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Unter der Gewährleistung versteht man die Verpflichtung des Schuldners für die Mangelfreiheit der von ihm geleisteten Sache einzustehen.
Das BGB sieht für die Bereiche Kauf-, Miet- und Werkvertragsrecht ein Gewährleistungsrecht vor. In diesen Bereichen existiert über das allgemeine Leistungsstörungsrecht hinaus ein Haftungssystem, dass dem jeweiligen individuellen Vertragstyp gerecht wird. Die einzelnen Mängelrechte sind im Wesentlichen identisch und unterscheiden sich nur im Detail.
Es ist zu unterscheiden zwischen einem Sachmangel und einem Rechtsmangel. Die Sache ist frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat. Vereinfacht gesagt versteht man also unter einem Sachmangel die negative Abweichung der Ist-Beschaffenheit von der Soll-Beschaffenheit. Die Sache ist frei von Rechtsmängeln, wenn Dritte in Bezug auf die Sache keine oder nur die im Kaufvertrag übernommenen Rechte gegen den Käufer geltend machen können.
Wenn die Sache bei Gefahrübergang einen Mangel aufweist, dann greift das Gewährleistungsrecht ein. Eine hervorgehobene Bedeutung hat das Gewährleistungsrecht im Kaufrecht. § 437 BGB enthält die Gewährleistungsrechte des Käufers. Es gilt zunächst der Vorrang der Nacherfüllung. Nach § 439 I BGB kann der Käufer als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen. Nur wenn der Verkäufer nicht nacherfüllen kann oder will, kann der Käufer zurücktreten oder Schadensersatz verlangen.
§ 438 BGB enthält zudem besondere Regelungen zur Verjährung im Gewährleistungsrecht des Kaufvertrages. In der Regel verjähren die Mängelrechte nach § 438 I Nr. 3 BGB in zwei Jahren.
Im Werkvertragsrecht gibt es neben den oben genannten Gewährleistungsrechten noch das Recht des Bestellers zur Selbstvornahme. Unter bestimmten Voraussetzungen kann er selbst nachbessern und die Kosten dafür verlangen.
Hallo,Folgende Problematik:Bei Kleinanzeigen wird ein neues Samsung Galaxy S7 gekauft von Privat und mit Rechnung für die bestehende Garantie/Gewährleistung. Nun ist das Handy defekt, und der Händler verweigert die Gewährleistung da er sagt der Käufer hat Ihm nicht mitgeteilt, dass er das Handy weiterverkauft und dem neuen Besitzer... » weiter lesen
Hallo,Angenommen ein großer Händler verweigert kostenlosen Austausch eines festverbauten Akku eines Notebooks mit der Begründung, es handele sich um ein Verschleißteil und sei deshalb von der Gewährleistung ausgenommen. Wie könnte der Kunde dann seine Forderung auf Erfüllung der gesetzlichen Gewährleistungspflicht begründen? So ein... » weiter lesen
Hallo zusammen,folgender fiktiver Fall:Kunde verlängert sein Handyvertrag und erhält dafür mit Einmalzahlung (+zusätzliche mtl. Ratenzahlungen fürs Handy + mtl. Zahlungen fürs extra teureren Tarif) ein neues Handy. Sein Vertrag ist etwas gehobener als andere, denn im Falle eines Gewährleistungsanspruchs, darf Kunde in einer Filiale... » weiter lesen
Guten Tag,nehmen wir an ein Endkunde kauft beim Marketplace eines Shoppingriesen eine Grafikkarte für 220€ beim Händler. Nach 19 Monaten stellt der Kunde fest, dass der Lüfter der Grafikkarte defekt ist und nimmt Kontakt zum Händler auf. Dieser sagt, der Kunde solle die Grafikkarte zusammen mit einer Beschreibung des Defekts... » weiter lesen
Hallo,
ein Internet Marketplace Händler weigert sich, einen defekten Artikel im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung (7 Monate nach Kauf) zur Reparatur zurück zu nehmen.
Er hätte zu viel Aufwände und Kosten mit der Rücknahme, so das Argument.
Er verweist an den Hersteller (der auf der Ware nicht ersichtlich ist) oder auf... » weiter lesen
Folgendes hat sich so sicherlich nie zugetragen im Märchenwald aber einen kniffelige Geschichte wäre es schon:
Kunde Kauft beim Händler eine Kamera.
Nach 3Monaten ist diese defekt der Zoom fährt nicht mehr raus.
Kunde Ruft Händler an, und der sagt Sende Sie zur Reparatur zum Hersteller.
Der Hersteller stellt einen Schaden am Gehäuse... » weiter lesen
Mal angenommen, man kauft einen gebrauchten Kinderwagen in einem Laden für gebrauchte Babyartikel. In dem Laden würde auf Babybörsen-Art gehandelt. Also die Besitzerin würde die Ware für Privatpersonen anbieten, welche auch das Geld erhalten würden.Nun nach 3 1/2 Monaten Benutzungbricht am Wagen eine Stange durch. Und der Wagen ist... » weiter lesen
Hallo,
Herr A. hat am 24.02.2009 ein Fahrzeug Bj. '94 mit einer Laufleistung von 116000km bei einem Gebrauchtwagenhändler B.. Der Wagen sollte 2500 kosten und aufgrund kleinerer festgestellter Mängel (Schiebedach war ausgehakt, Radio defekt und linkes Fenster ging nicht ganz runter) hat er sich mit dem Händler B. auf einen Preis von... » weiter lesen




1. Ist bei einem Reisemobil die Zuladungsmöglichkeit so beschränkt, dass sie für den gewöhnlichen Gebrauch des Fahrzeugs nicht ausreicht, so stellt dies einen Sachmangel dar, für den der Käufer Gewährleistung beanspruchen kann - es sei denn, der Verkäufer hatte den Käufer auf die geringe Zuladungsmöglichkeit hingewiesen.
2. Bei einem...
1. Der Käufer eines Gebrauchtwagens wird über dessen Unfallfreiheit arglistig getäuscht, wenn der für die Verkäuferin im Rahmen der Vertragsverhandlungen auftretende Mitarbeiter die Unfallfreiheit behauptet, obwohl in einer anderen Niederlassung der Verkäuferin das Wissen über einen Unfallvorschaden vorhanden ist (Wissenszurechnung)....
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