Gerichtstermin

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Erklärung zum Begriff Gerichtstermin

Bei einem Gerichtstermin handelt es sich um eine mündliche Erörterung mit den beteiligten Prozessparteien zu einem Sachverhalt, die vor Gericht zum Zwecke der Entscheidungsfindung stattfindet. Während in einem Strafverfahren der Gerichtstermin als Hauptverhandlung bezeichnet wird, spricht man in den übrigen Verfahrensarten (z. B. Zivilprozess, Verwaltungsprozess) von einer mündlichen Verhandlung.

Für eine Gerichtsverhandlung gelten grundsätzlich folgende Prozessmaxime:

  • Mündlichkeit: mündlicher Vortag sowie Erörterung vor Gericht
  • Unmittelbarkeit: unmittelbarer, direkter Kontakt des Gerichts mit den Prozessparteien
  • Öffentlichkeit: gesamter Gerichtstermin erfolgt mit Beteiligung der Öffentlichkeit

Allerdings dürfen Zeugen vor der richterlichen Vernehmung der jeweiligen Verhandlung nicht beiwohnen.

Wird auf das „Recht zur Durchführung einer mündlichen Verhandlung“ verzichtet, so wird ein im schriftlichen Verfahren eine Entscheidung getroffen.

Ein Gerichtstermin läuft nach festen Regeln ab

Der Gerichtstermin vor dem zuständigen Gericht ist das Kernstück des Verfahrens und läuft nach festen Regeln ab. Der mündliche Vortrag und die anschließende Erörterung des Sachverhalts während des Gerichtstermins, ggf. auch die Anhörung von Sachverständigen, Zeugen, etc., bilden die Voraussetzungen für das Gericht, um am Ende der Verhandlung eine abschließende Entscheidung treffen zu können. So müssen Anträge (z. B. Sachanträge, Beweisanträge) im Gerichtstermin selbst dann gestellt werden, wenn sie zuvor in den Schriftsätzen bereits angekündigt worden waren. Die Schriftsätze der Parteien, die die Prozessbevollmächtigten vor dem Gerichtstermin bei Gericht eingereicht haben, dienen generell der Vorbereitung des Gerichtstermins.

Ist man zu einem Gerichtstermin geladen, ist das Erscheinen zwingend notwendig

Das Gericht setzt verbindlich einen Gerichtstermin fest und lädt alle Beteiligten (Prozessparteien, Bevollmächtigte, Zeuge, etc.) durch eine persönliche Ladung ein. Somit ist das Erscheinen vor Gericht zwingend notwendig. Die Verschiebung des Gerichtstermins ist nur in ganz besonderen Ausnahmefällen (z. B. schwere Erkrankung, ein bereits langfristig geplanter Urlaub) auf vorherigem Antrag möglich. Der Arbeitgeber ist zur Freistellung des Arbeitnehmers verpflichtet und muss ihm die Teilnahme am Gerichtstermin ermöglichen. Wurde in einem Zivilprozess zur streitigen Verhandlung ordnungsgemäß geladen, darf auch dann verhandelt werden, wenn eine Prozesspartei bzw. ihr Bevollmächtigter abwesend ist und eine Entscheidung durch Versäumnisurteil ergehen.



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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    Person A hat in drei Wochen einen Gerichtstermin als Anklager. Möchte allerdings allerdings auf Grund aktuell bestehender Drogensucht, nicht dort so auftreten und den Termin etwas raus zögern.„Zur Glaubhaftmachung eines krankheitsbedingten Fernbleibens genügt in aller Regeldie Vorlage eines privatärztlichen Attests.“Danach sei es... » weiter lesen
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