Gemeinwohl - Ökonomie

Lexikon | 1 Kommentar

Erklärung zum Begriff Gemeinwohl - Ökonomie

Zum Wohle aller, also dem Gemeinwohl, soll die staatliche Gewalt in Gestalt des Bundesverfassungsgerichtes dienen. Aus gesetzlicher Sicht müssen legitime Gemeinwohlinteressen verfolgt werden. Das Gemeinwohlkriterium lässt sich an verschiedenen Gemeinwohlwerten wie Menschenwürde, Freiheit, Rechtssicherheit sowie Frieden und Wohlstand festmachen. Dazu gehören auch die Grundrechte sowie die Prinzipien, die aus dem Rechtsstaat, Sozialstaat und der Demokratie resultieren.

Grenzen der Gemeinwohl-Ökonomie

Doch Gemeinwohl – Ökonomie ist eine Vision, eine utopische Vorstellung, nach der es weder Hungernde noch Umweltzerstörung geben soll und natürlich die Arbeitsbedingungen der Menschen moderat geschaffen werde sollen, auf jeden Fall keine sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen. Diese neue Form des Kapitalismus soll gerechter sein. Ziel der Gemeinwohl – Ökonomie ist es, diesem Ideal, dieser Vision so nahe wie nur möglich zu kommen..

Warum bedeutet das Thema Gemeinwohl – Ökonomie den Menschen so viel?

Die Wirtschaft soll der gesamten Gesellschaft dienen. Nicht höchstmögliche Gewinne für einige Wenige, sondern größte Zufriedenheit für alle Menschen, Tiere und für die Umwelt sollen erzielt werden. Doch gesellschaftliche Erfolge werden in der Regel am Geld ausgemacht. Das ist sicherlich ein sehr wunder Punkt, den es, um diese Vision zu realisieren, zu überwinden gilt.

Christian Felber, der prominentester Verfechter der Gemeinwohl – Ökonomie Theorie

Christian Felber ist gebürtiger Österreicher und gehört zu den prominentesten Verfechtern dieser Vision. Er hat seine Theorien und Thesen in Bezug auf die Gemeinwohl Ökonomie in seinem Werk „Die Gemeinwohl-Ökonomie – Das Wirtschaftsmodell der Zukunft, 2010“ schriftlich niedergelegt. Hierin findet sich ein spezieller Katalog zum Thema Gemeinwohl, der 15 Kriterien vorsieht, um die Gemeinwohl-Bilanz bestimmen zu können. Diese Gemeinwohl-Bilanz bezieht sich auf soziales Verhalten, Ökologie, demokratisches Denken und Solidarität eines Unternehmens.

Je besser diese Komponenten vorangetrieben werden, desto höher fällt die Gemeinwohl-Bilanz aus. Um Anreize für Unternehmen zu schaffen, sich gerade an diesen aufgeführten Idealen zu orientieren und das Bestreben dieser Unternehmen, sich immer mehr in diesen Bereichen zu engagieren, könnte Felber sich vorstellen, diesen Firmen Steuern zu erlassen oder zum Beispiel auch ein Erlass aller Zollgebühren.
Im Umkehrschluss sollen nach Auffassung von Felber schlechte Bilanzen mit der Abgabe von höheren Steuern „bestraft“ werden.

Dass diese Utopie irgendwann einmal Wirklichkeit wird, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Haben sich doch schon mehrere Hundert kleinere Unternehmen sowohl in Deutschland als auch in Österreich dieser Gemeinwohl-Ökonomie verpflichtet.

Doch es gibt auch kritische Stimmen zum Buch von Christian Felber. So unterstellen ihm Kritiker eine gewisse Weltfremdheit. Ebenso prangern Kritiker an, dass Felbers Thesen unweigerlich in einer  Gemeinwohl-Diktatur münden würden.




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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

Peter Eschke  (20.02.2017 10:23 Uhr):
Das Buch von Christian Felber habe ich mit Freude gelesen. Das Kapitaleigner nicht begeistert sein werden und diese Idee bekämpfen werden, liegt auf der Hand.



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