Führerscheinentzug

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Erklärung zum Begriff Führerscheinentzug

Der Führerscheinentzug bedeutet den Entzug der Fahrerlaubnis. Das ist der Unterschied zum zeitlich begrenzten Fahrverbot.

Für Bürger, die aus geographischen Gründen auf ein Kraftfahrzeug angewiesen sind, kann ein Führerscheinentzug gravierende Folgen haben. Der Führerscheinentzug ist möglich, bei Ordnungswidrigkeiten im Wiederholungsfalle, im Allgemeinen jedoch bei Begehung einer Straftat im Straßenverkehr. Dies können sein Drogen- oder Alkoholkonsum, Unfallflucht oder Straßengefährdung und vieles mehr. Im Gegensatz zum lediglichen Fahrverbot für eine bemessene Zeit, heißt Führerscheinentzug den Verlust der Fahrerlaubnis, sodass der Bürger gezwungen ist, die Kosten für einen Neuerwerb des Führerscheins zu tragen und in den allermeisten Fällen die zusätzliche medizinisch-psychologische Untersuchung zu absolvieren, was ebenfalls mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden ist. Der Führerschein kann auch entzogen werden, wenn die betreffende Person körperliche Gebrechen aufweist. So können Taubheit oder Blindheit und auch eine durch das Alter bedingte Fahruntüchtigkeit durchaus zum Verlust des Führerscheins, zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. 

Führerscheinentzug durch Flensburg

Alleine wegen Ordnungswidrigkeiten wird man einen Führerscheinentzug in aller Regel nicht provozieren können. Ist allerdings die kritische Grenze der Punkte durch Ordnungswidrigkeiten bei einem Wiederholungstäter erreicht, kann dies durchaus auch einen klassenweisen Führerscheinentzug zur Folge haben.

Alkohol- und Drogeneinfluss

Die häufigste Ursache für einen Führerscheinentzug ist sicherlich das Führen eines Kraftfahrzeuges unter dem Einfluss illegaler Betäubungsmittel oder mithilfe des legalen Alkohols. Dies kann von Bußgeld bis Freiheitsstrafe alles bedeuten. Bei der Volksdroge Alkohol hat der Gesetzgeber im Straßenverkehr einige Grenzen eingerichtet. Die Null-Promille gelten lediglich für Fahranfänger während der zweijährigen Probezeit. Die 0,3-Grenze ist bereits die relative Fahruntüchtigkeit (bei vielen Personen bereits mit einem Bier erreicht), bei 0,5 ist dies eine Ordnungswidrigkeit und kostet 4 Punkte plus 250 Euro Bußgeld. Mit jedem Verstoß wird es teurer. Bei der 1,1 Promille-Grenze liegt die absolute Fahruntüchtigkeit. Das heißt auf jeden Fall strafrechtliche Verfolgung und sieben Punkte in Flensburg. Ein sogenannter „Idiotentest“ wird fällig, da der Verdacht auf Alkoholabhängigkeit naheliegt.




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Entscheidungen zum Begriff Führerscheinentzug

  • BildVG-MUENCHEN, 05.07.2013, M 6b S 13.2428
    Entziehung der Fahrerlaubnis wegen gelegentlichen Cannabis-Konsums und fehlenden Trennungsvermögens;Keine ausreichende Darlegung eines sog. Probierkonsums;Gelegentlicher Konsum steht fest unter Berücksichtigung von Einlassungen bei der Polizei und der Abbaugeschwindigkeit von THC im Blut;Fehlendes Trennungsvermögen steht fest bei einem...
  • BildBAYERISCHER-VGH, 02.07.2013, 11 CS 13.1064
    Fahrerlaubnisentziehung wegen Nichtvorlage eines Gutachtens; Anhaltspunkte für Alkoholabhängigkeit; Aufforderung zur Vorlage eines fachärztlichen Gutachtens; einmaliger Vorfall ohne Straßenverkehrsbezug; BAK-Wert von 3,2 ‰ (Krankenhauslabor); Nachträgliche Vorlage eines Gutachtens; Mitwirkungspflicht.
  • BildVG-MUENCHEN, 13.03.2013, M 6a S 13.374
    Entziehung der Fahrerlaubnis wegen Nichtvorlage eines rechtmäßig geforderten ärztlichen Gutachtens einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung;Zweifel an der Fahreignung wegen Bewegungsbehinderungen aufgrund eines Karpaltunnel-Syndroms (alternativ: Carpaltunnelsyndrom)
  • BildARBG-BERLIN, 21.11.2012, 31 Ca 13626/12
    Ein positiver Drogenschnelltest auf Kokain bei einem Busfahrer begründet den schwerwiegenden Verdacht des Fahrens im öffentlichen Straßenverkehr unter Einfluss von Betäubungsmitteln und damit des Fahrens in einem Zustand der Fahrdienstuntauglichkeit. Der begründete Verdacht berechtigt aufgrund der Schwere der arbeitsvertraglichen...

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