Fachanwalt

Lexikon | 1 Kommentar

Erklärung zum Begriff Fachanwalt

Ein Fachanwalt ist ein Rechtsanwalt, der auf einem bestimmten Rechtsgebiet besondere Kenntnisse hat.

Der Fachanwalt ist eine anerkannte Bezeichnung. Ein Rechtsanwalt darf sich nur Fachanwalt nennen, wenn ihm das Recht zum Führen des Fachanwaltstitels von der zuständigen Rechtsanwaltskammer verliehen wurde. Für die Verleihung einer Fachanwaltschaftsbezeichnung hat der Rechtsanwalt besondere theoretische Kenntnisse und besondere praktische Erfahrungen nachzuweisen. Welche theoretischen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen zur Erlangung des Fachanwaltstitels notwendig sind, ist in der Fachanwaltsordnung festgelegt (vgl. § 2 I FAO).

Die theoretischen Kenntnisse kann er durch Teilnahme an einem anerkannten Fachanwaltslehrgang nachweisen. Diese Lehrgänge werden von unterschiedlichen Anbietern zu unterschiedlichen Preisen angeboten.

Der Nachweis besonderer praktischer Erfahrungen gelingt dem Rechtsanwalt, indem er darlegt, dass er in den letzten drei Jahren eine bestimmte Anzahl von Fällen bearbeitet und eine bestimmte Anzahl von Mandanten auch gerichtlich vertreten hat. Nur wer hier die notwendigen Fallzahlen in seinem Rechtsgebiet darlegen kann und auch über die benötigten theoretischen Kenntnisse verfügt, darf später den Fachanwaltstitel auch führen. Zum Nachweis der besonderen theoretischen Kenntnisse ist gem. § 7 FAO weiterhin ein Fachgespräch mit dem zuständigen Fachgebietsausschuss zu führen.

Es kann jedoch nicht in jedem Rechtsgebiet eine Fachanwaltschaftsbezeichnung erworben werden. Vielmehr zählt die FAO die Rechtsgebiete abschließend auf, in denen eine solche Spezialisierung möglich ist.

Schließlich ist auch die Anzahl an Fachanwaltschaften begrenzt, die ein Rechtsanwalt führen darf. Derzeit ist die Zahl auf zwei Fachanwaltschaften begrenzt. Es gibt jedoch schon Gesetzesentwürfe, die eine Erhöhung auf drei Fachanwaltschaftsbezeichnungen vorsehen.

 



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

  • Welche Art von Fachanwalt ist hier anzuraten ? Amadeus schrieb am 14.09.2017, 00:26 Uhr:
    Folgender virtueller Fall:Ein RA hat einen Mandanten in diversen Mandaten vertreten.Sie gehen im Streit auseinander.Der Anwalt gibt sämtliche Mandatsunterlagen des Mandanten, also bezüglich ALLER Mandate, NICHT heraus.Er gibt an, von seinem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch zu machen, da er behauptet, noch rund 300Euro Mandatsgebühren zu... » weiter lesen
  • Betrug ohne Vorstrafen bassbreaker schrieb am 26.05.2017, 20:52 Uhr:
    Hallo,Person A hat eine Anzeige wegen Betruges erhalten.Bei einem Kreditantrag gab er an das eine Eigentumswohnung besteht. Diese bestand nicht da Person A beim Online Antrag das Häkchen vielleicht! Falsch gesetzt hätte.Anschließend kam es zur Auszahlung. Person A zahlte anfangs die Raten und nach ein paar Monate wurde Person A... » weiter lesen
  • Wie guten Anwalt finden - "Bewertungen" brauchbar? Henri- schrieb am 17.02.2017, 12:06 Uhr:
    Vor allem in Anbetracht dessen, was man im Internet an Unmengen lesen kann in diesem Zusammenhang (https://www.welt.de/politik/deutschland/article129330014/Enormes-Qualitaetsgefaelle-bei-deutschen-Rechtsanwaelten.html#disqus_thread datiert 22.06.2014 und http://www.aufhohersee.net/?cat=9), scheint es, wie es mir momentan vorkommt, für... » weiter lesen
  • Welcher Fachanwalt ist zuständig? Aripan schrieb am 21.11.2015, 20:51 Uhr:
    Fallbeispiel :in einem Haus wohnen drei Parteien :unten a, in der Mitte b und oben c .Partei c hat ein Problem damit wie es bei Partei A aussieht (von wegen Kindeswohlgefährdung und es wäre dreckig).ein Kollege der Bewohner von Partei c wurde von einem Mitglied aus Familie c in die Wohnung der Partei A gelassen und hat dort... » weiter lesen
  • Stellungnahme bzw. Gutachten vom Fachanwalt für Arbeitsrecht Michel0981 schrieb am 23.03.2014, 08:15 Uhr:
    Ist es üblich bzw. vorstellbar, eine Stellungnahme bzw. ein Privatgutachten zu einem Arbeitszeugnis vom Fachanwalt für Arbeitsrecht anfertigen zu lassen? Dieser soll insbesondere prüfen, ob fehlende Angaben im Arbeitszeugnis gemäß Sachlage entsprechend aufgeführt sein müssten. Was kostet eine solche Stellungnahme bzw. ein solches... » weiter lesen
  • Unterschied Anwalt und Fachanwalt TotoRiina schrieb am 06.05.2009, 16:25 Uhr:
    hallo zusammen, person X wurde wegen §263 angeklagt, hatte in den offiziellen suchseiten einen anwalt auf anhieb gefunden der dann auch fachanwalt für strafrecht ist. was X stutzig gemacht hat war, die aussage vom amtsrichter, der bei einem "vorgeplänkel" vor eröffnung gesagt hat zum fachanwalt.... SIE hätte person X hier nicht... » weiter lesen
  • was ist qualifizierter : fachanwalt oder schwerpunkt ? skys schrieb am 07.01.2008, 11:01 Uhr:
    hallo, interessehalber sah ich mal in das telefonbuch und stolperte über "fachanwälte" und rechtsanwälte mit "schwerpunkt". bei der frage, was wohl meist qualifizierter ist, überlegte ich mir, daß "fachanwalt" vermutlich eine geschützte bezeichnung ist, "schwerpunkt" dagegen nicht. auch fand ich folgende kleine erläuterungen :... » weiter lesen
  • Fachanwalt Monodome schrieb am 05.10.2003, 20:17 Uhr:
    Hallo ! Wie wird man eigentlich Fachanwalt für Familien-,Straf-, oder Verkehrsrecht ?? Muss man hier nochmal eine extra Prüfung machen, um den Titel "Fachanwalt" benutzen zu dürfen ?? Mfg Jens » weiter lesen


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  • Hamm (jur). Ohne nachgewiesene „theoretische Fachkenntnisse“ kann ein Rechtsanwalt nicht „Fachanwalt“ für ein bestimmtes Fachgebiet sein. Der Hinweis des Anwalts auf eigene Veröffentlichungen und auf seine Schwerbehinderung, die der Teilnahme an einem Lehrgang entgegenstehe, können nicht die Verleihung einer Fachanwaltsbezeichnung begründen, entschied der Anwaltsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen in einem am Mittwoch, 7. Oktober 2015,... » weiter lesen


Fachanwalt Urteile und Entscheidungen

  • BildVeröffentlichungen eines Fachanwalts für Familienrecht in Der Familien-Rechts-Berater sind als wissenschaftliche Publikationen im Sinne von § 15 FAO anzuerkennen.

    » OLG-SCHLESWIG, 14.12.2005, 2 AGH 9/05
  • BildZur Beratungspflicht eines Steuerberaters, der neben einem Fachanwalt für Steuerrecht in das Verfahren zur steuerneutralen Umwandlung einer Gesellschaft einbezogen ist.

    » BGH, 19.07.2001, IX ZR 246/00
  • BildEin nur auf der eigenen Homepage veröffentlichter Fachbeitrag ist keine wissenschaftliche Publikation, mit der ein Fachanwalt seine Fortbildungspflicht erfüllen kann.

    » BGH, 20.06.2016, AnwZ (Brfg) 10/15

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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

Tiava  (27.06.2017 21:54 Uhr):
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich bin vor ein paar tagen zum ersten mal umgezogen. Es ist eine einzimmer wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Die wohnung ist ca 25m^2 znd die küche echt klein gibt nicht einmal einen dunstabzug. Und gerade mit dieser hitze habe ich das küchenfenster immer offen. Ich koche zu zeiten die nach 22uhr sind weil ich tagsüber auch weg bin. Nachdem ich koche wasche ich auch sofort ab und da kommt jetzt das problem. Hinter dem küchenfenster sind anscheinend schlafzimmer in dem bereich. Jedenfalls sollte sich irgendein nachbar durch mein teller waschrn gestört gefühlt haben und hat sich sogar bei meinen vermietern beschwert. Ich bin ja 1 person so ewig viel geschirr werd ich wohl auch nicht haben. Jedenfalls wurde ich gebeten ob ich mit geschlossenem fenster die teller waschr da dies meine nachbarn stören würde. Ich sehe es aber nicht ein dass mir vorgeschrieben wird, wie ich in meiner Wohnung für die ich auch zahle, zu leben habe. Ich achte extra dass ich die teller forsichtig nehme und hinlege und knall sie nicht einfach hin. Ebenfalls sehe ich es nicht ein, dass die leute (mir wurde nicht gesagt ob es eine oder mehrere personen waren, die sich beschwerten aber ich glaub nur eine bestimmte, weil diese sich schonmal über zimmerlautstarkes reden in der küche nach der nachtruhe beschwert hatte) schön mit offenem fenster schlafen sollen aber ich meine normalen tätigkeiten mit geschlossenem fenster durchführen soll. Darf man nicht einmal essen und abwaschen in der eigenen wohnung oder wie?! Ich finde es außerdem schlimm dass ich nicht direkt angesprochen wurde sondern meine vermieter. Und wenn ich im recht liege, was könnte ich dagegen unternehmen? Bzw kann ich ne unterlassungsklage gegen die person machen? Bitte um antwort! Mit freundlichen Grüßen








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