Erbunwürdigkeit

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Erklärung zum Begriff Erbunwürdigkeit

Die Erbunwürdigkeit dient der Feststellung, dass eine Person gemäß §§ 2339 ff. BGB kein Recht zu erben geltend machen kann.

Den Antrag stellen kann jeder, dem der Wegfall dieser Person als Erben zugute käme. Die Geltendmachung der Erbunwürdigkeit erfolgt durch Anfechtungsklage beim Amts- bzw. Landgericht (je nach Streitwert). Anfechtungsfrist: 1 Jahr ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes, längstens 30 Jahre nach dem Erbfall.

Gründe für die Erbunwürdigkeit:

  • Vorsätzliche Tötung des Erblassers (oder Versuch der Tötung)
  • Versetzen des Erblassers in einen Zustand, der ihm das Erstellen eines Testamentes (oder dessen Änderung oder Widerruf) unmöglich machte
  • Arglistige Täuschung oder Drohung
  • Testamentsfälschung

Im Zustand der Deliktsunfähigkeit (§ 827 BGB) begangene Taten rechtfertigen keine Erbunwürdigkeit.




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Entscheidungen zum Begriff Erbunwürdigkeit

  • BildBGH, 16.03.2005, IV ZR 140/04
    Zur Bedeutung einer rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilung bei der Erbunwürdigkeit gemäß § 2339 Abs. 1 Nr. 4 BGB.
  • BildOLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 24.07.2012, 11 U 117/10
    1. Der Auskunftsanspruch nach § 2314 Abs. 1 BGB ist vom Anspruch auf Wertermittlung nach § 2314 Abs. 1 Satz 2 BGB zu unterscheiden. Der Wertermittlungsanspruch setzt voraus, dass zunächst die Zugehörigkeit eines Gegenstandes zum - realen oder fiktiven - Nachlass nachgewiesen ist. 2. Wird ein Verfahren wegen Vorgreiflichkeit eines...
  • BildOLG-ROSTOCK, 31.08.2011, 3 W 58/11
    § 21 FamFG begründet für das entscheidende Gericht ein Recht, das Verfahren nach pflichtgemäßem Ermessen auszusetzen, jedoch keine Aussetzungspflicht. Eine Erbunwürdigkeitsklage kann bei pflichtgemäßer Ermessensausübung nur dann die Aussetzung des Verfahrens zur Feststellung der Erben rechtfertigen, wenn ihr nach dem Klagevorbringen...

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