Erblasser

Lexikon | Jetzt kommentieren

Erklärung zum Begriff Erblasser

Dem Begriff „Erblasser“ kommt im deutschen Erbrecht eine tragende Bedeutung zu. Der Erblasser ist derjenige, der durch sein eigenes Ableben eine Erbschaft hinterlässt.

Ein Erblasser ist immer eine natürliche Person im Sinne des Gesetzes. Eine Aktiengesellschaft kann so zum Beispiel als rein juristische Person niemals Erblasser sein.

Der Nachlass

Alle Vermögenswerte des Erblassers sind zusammen der Nachlass. Der kann an eine Erbengemeinschaft gehen oder an einen Alleinerben. Auch die Schulden, die zum Zeitpunkt des Todes vorhanden sind, fließen in den Nachlass. Darum ist es jedem Erben angeraten, vor der Übernahme des Nachlasses genau zu recherchieren, um, sollte der Nachlasse nur aus Schulden bestehen, das Erbe abzulehnen. Um seinen Nachlass nach dem Tod den ausgewählten Personen zukommen zu lassen, verfasst man in aller Regel ein Testament. Gerade wenn größere Werte vererbt werden, ist es besser, hierbei einen Notar oder Anwalt zu Rate zu ziehen, so können Formfehler vermieden werden. Die Gefahr, dass das Testament womöglich erfolgreich angefochten wird, kann so deutlich reduziert werden. Ein Testament kann von einem Notar offiziell beglaubigt werden.

Das Testament

Wird ein Erbfall abgewickelt, ist es immer von Wichtigkeit, ob der Erblasser ein Testament oder auch einen Erbvertrag hinterlassen hat. Bei Erbschaftsangelegenheiten spielt die Besteuerung des Vermögens aus dem Nachlass eine große Rolle. Hier kann es, wenn man ein sogenanntes „Berliner Testament“ abfasst, zu Problemen mit den Freibeträgen kommen. Es gibt drei Möglichkeiten, als Ehepaar dem überlebenden Partner und den Kindern, in zeitlicher Abfolge, das Erbe zukommen zu lassen. Zur bewussten Erbfolge braucht es ein Testament. Es können Einzeltestamente verfasst werden, auch ist es möglich, ein gemeinsames Testament zu erstellen oder einen Erbvertrag zu formulieren. Die gesetzliche Erbfolge kann hier nicht angewendet werden. Um Formfehler zu vermeiden, die das Testament anfechtbar machen würden, ist es ratsam, hierfür die Hilfe eines Anwalts oder Notars in Anspruch zu nehmen.



Bearbeiten


Häufige Rechtsfragen zum Thema

  • Erblasser hat 3 Kinder, Schenkung an Sohn, 2 Erben bekommen nicht Amellis schrieb am 27.08.2017, 10:12 Uhr:
    Erblasser hat vor 15 Jahren den kompletten Bauernhof Sohn übertragen.2 Töchter bekamen nichts, 50.000 Euro Grundschuld wurden eigentlich dafür eingetragen, daß die beiden Töchter bei Verkauf des Hofes irgendwann das Geld bekommen.( Zweck wurde nicht mit eingetragen nur mündlich vereinbart.)Für Erblasser und Ehefrau wurde Wohnrecht... » weiter lesen
  • Vorzeitiger Hausverkauf Erblasser an Erbnehmer, Kein Pflichtteil weiterer Erben?? Wavo2017 schrieb am 24.06.2017, 00:12 Uhr:
    Angenommen.............V (97) ist nach dem Tod seiner Frau Alleinerbe eines Hauses. Es gibt 3 Kinder.K1 und K2 gehen mit V - nebst Bescheinigung eines Neurologen das V mit 97..... noch voll geschäftfähig sei - zum Notar und lassen Vorsorge/Betreuungsvollmacht ( K1 und K2) und Testament erstellen.K1 soll Alleinerbe sein, K2 und K3 nur... » weiter lesen
  • Erst Pflichtteilsanspruch und dann doch nicht? Buschpilot schrieb am 03.10.2016, 00:06 Uhr:
    Guten Abend zusammen,ich bin an Ihrer Meinung zu folgender Erbschaftskonstellation interessiert.Ein Erbschaftlasser hat einen Sohn und eine Tochter. Der Sohn ist weder verheiratet, noch hat er Kinder. Die Tochter ist verheiratet und hat zwei Kinder (Enkel 1 und Enkel 2)Der Erbschaftslasser setzt ein notariell beglaubigtes Testament... » weiter lesen
  • Erblasser, Forderung gegen Pflichtteilsberechtigten? Jens Hermann schrieb am 09.09.2014, 14:51 Uhr:
    Hallo,Folgender Fall: Verwitweter Erblasser A hinterlässt eine Tochter B und 2 Enkelinnen C und D. In seinem Testament verfügt er, dass das noch vorhandenene Geld auf den Sparkonten an C und D gehen soll. A hat zu Lebzeiten viel Geld an B gegeben (geliehen, verauslagt, so drückt sich A in einem Brief aus). Es existieren auch von B... » weiter lesen
  • Bescheinigung der Testierfähigkeit Agathe11 schrieb am 12.08.2014, 17:55 Uhr:
    Mal angenommen, ein Psychologe will einem Erblasser bescheinigen, dass er noch testierfähig ist. Er will diesen Sachverhalt auf dem handschriftlichen Testament vermerken. Gibt es dazu formale Vorschriften? Muss er ein Datum dazusetzen, wenn der Erblasser bereits eines vermerkt hat? Kann er statt "Testament" auch "Vollmacht" schreiben? » weiter lesen
  • Schenkung ode Erbe? Ideensucher schrieb am 14.12.2012, 10:33 Uhr:
    Hallo, folgende Frage: Angenommen, Lebensgefährtin von Erblasser A ist durch Testament Alleinerbin geworden. Diese beantragt nun schnell Erbschein u. legt ihrem Anwalt alles vor. Die Kinder von A fordern von Alleinerbin ihren gesetzlich zustehenden Pflichtteil. Diese behauptet nun (vertreten durch Anwalt) das vorhandene Geld sei zu... » weiter lesen
  • Einer von 3 Erben verstirbt vor dem Erblasser Tobe007 schrieb am 01.12.2012, 21:28 Uhr:
    Hallo liebe Forenteilnehmer,mal angenommen einer von 3 Erben verstirbt vor dem Erblasser.Im Testament stehen 3 Erben.1 Erbe ist das leibliche Kind vom Erblasserund die zwei anderen Erben, sind die leiblichen Kinder des zuvor verstorbenen Ehepartners.Eines der Kinder vom vorab verstorbenen Ehepartners ist kurz dem Erblasser... » weiter lesen
  • Erbe bereits vor Erblasser verstorben deichsel34 schrieb am 05.02.2012, 15:21 Uhr:
    Hallo, mal angenommen Ehepaar S macht jeder der Eheleute sein Testament. Getrennt von einander. Herr S setzt Frau S als Erben ein und Frau S Herrn S als Erben. Herr S hat 2 Kinder aus erster Ehe. Diese werden in den Testamenten nicht bedacht. Herr S stirbt vor 2 Jahren. Die kinder aus seiner ersten Ehe erhalten den Pflichteil und... » weiter lesen


Passende Rechtstipps

  • Das Thema Testament bzw. Vermächtnis ist naturgemäß mit dem Thema Tod verbunden. Allein deswegen werden Testament und Vermächtnis häufig sehr weit weggeschoben, da man sich nicht mit seiner eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen möchte. In der Regel ist es allerdings angebracht, frühzeitig sein Testament (ggf. mitsamt Vermächtnis) aufzusetzen, es sei denn, man ist mit der gesetzlichen Erbfolge... » weiter lesen
  • Diese Alliteration kann gute Aussichten in tief herunter gezogene Mundwickel verwandeln. Sterben ist nicht schwer, Erben umso mehr. Bei Fehlern im Testament geht der vom Erblasser gewollte Begünstigte schnell mal leer aus. Existiert ein Testament nicht oder ist ein Testament unwirksam, so kommt es zur gesetzlichen Erbfolge. Diese geht ausschließlich auf Abstammung und Verwandtschaftsgrad ein. Ihre persönlichen Beziehungen zu... » weiter lesen

Passende juristische News

  • Auch ein mit der linken Hand geschriebenes Testament kann gültig sein. Der für Nachlasssachen zuständige 2. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Köln hatte über die Erbfolge eines im Alter von 62 Jahren an Krebs verstorbenen Euskircheners zu entscheiden. Etwa ein halbes Jahr vor dem Tod hatten die Ärzte ein metastasierendes Bronchialkarzinom diagnostiziert. Kurz nach der Diagnose waren Lähmungen am rechten Arm aufgetreten. Dem Nachlassgericht... » weiter lesen
  • Schleswig (jur). Ein gemeinnütziger Verein muss bei einem erhaltenen Erbe darin enthaltene Auflagen über die Verwendung des Vermögens auch erfüllen und entsprechend belegen. Dies hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht (OLG) am Freitag, 8. September 2017, entschieden und den Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein e. V. zur auflagengemäßen Verwendung eines Geldbetrages in Höhe von 231.000 Euro verurteilt (Az.: 3 U... » weiter lesen
  • München (jur). Pflegen Kinder ihre Eltern, steht ihnen nach deren Tod im Erbfall ein Pflegefreibetrag auf die Erbschaftsteuer zu. Der Freibetrag darf nicht mit dem vom Finanzamt bislang üblichen Argument verwehrt werden, dass die Kinder sowieso gesetzlich zur Pflege oder zum Unterhalt ihren Eltern gegenüber verpflichtet seien, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch, 5. Juli 2017, veröffentlichten Urteil (Az.: II R... » weiter lesen


Erblasser Urteile und Entscheidungen

  • Bild1. Eine konkludente Wahl deutschen Erbrechts kommt in Betracht, wenn der Erblasser und seine Ehefrau, die im Zeitpunkt der Testamentserrichtung beide kroatische Staatsangehörige waren, für ihre Verfügungen von Todes wegen die Form eines gemeinschaftlichen Testaments gewählt haben. 2. Wählt der Erblasser deutsches Recht für sein...

    » OLG-ZWEIBRüCKEN, 28.05.2002, 3 W 218/01
  • BildGemäß § 2270 BGB ist von einer wechselbezüglichen Verfügung in einem gemeinschaftlichen Testament dann auszugehen, wenn die Verfügung des einen nicht ohne die Verfügung des anderen getroffen worden wäre. Dies bedeutet, das zwischen den einzelnen Verfügungen ein Zusammenhang des Motivs in der Form bestehen muss, dass die eine Verfügung...

    » OLG-FRANKFURT, 29.09.2006, 20 W 293/04
  • BildDer vom Erblasser mandatierte Rechtsanwalt kann gemäß § 6 Abs. 1 Satz 2 BRAGO eine erhöhte Geschäftsgebühr verlangen, wenn eine Erbengemeinschaft in ein vom Erblasser beantragtes aktienrechtliches Spruchverfahren eintritt.

    » BAYOBLG, 22.05.2002, 3Z BR 75/02

Kommentar schreiben

49 + Se_chs =
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.
* Pflichtfeld

Bisherige Kommentare zum Begriff (0)

(Keine Kommentare vorhanden)








Erblasser – Weitere Begriffe im Umkreis
Erbenbesitz
Der Erbe erlangt beim Erbfall gemäß § 857 BGB genau den Besitz, den der Erblasser hatte.
Testierfreiheit
Testierfreiheit bedeutet, dass der Erblasser den Inhalt seines Testaments grundsätzlich frei bestimmen kann.
Testament
Ein Testament ist eine einseitige Verfügung von Todes wegen, mit der der Erblasser Anordnungen über die Rechtsnachfolge hinsichtlich seines Vermögens für den Fall seines Todes treffen kann.
Miterbe
Hinterlässt ein Erblasser mehrere Erben, sind diese Miterben. Die Miterben bilden eine Erbengemeinschaft. Der Nachlass wird mit dem Erbfall gemeinschaftliches Vermögen der Miterben.
Erbteil
Wenn ein Erblasser mehrere Erben hinterlässt, steht jedem Erben nur ein gewisser Anteil am Nachlass zu. Dieser Anteil wird als Erbteil bezeichnet. Die Höhe des Anteils jedes einzelnen Erben kann der Erblasser durch letztwillige Verfügung...
Erbrecht - Testament Anfechtung
Damit ein Testament angefochten werden kann, muss einer der Anfechtungsgründe vorliegen, welche gemäß den §§ 2078 und 2079 BGB definiert werden. So ist eine Anfechtung eines  Testaments möglich bei: Drohung, die gegeben ist, wenn...
Visualisiertes Testament
In Deutschland ist ein visualisiertes Testament ein rechtliches nullum. Es entfaltet keine Rechtskraft und ist dementsprechend nichtig. Hat der Erblasser, beispielsweise sein Testament auf Video aufgenommen, so ist dieses unwirksam. Auch in...
Nottestament
Grundsätzlich ist es so, dass ein Testament vom Erblasser selbst geschrieben oder vor einem Notar erklärt werden muss. Bei einem Nottestament handelt es sich um eine außerordentliche Form des Testaments, welche nur in Notsituationen zulässig ist....
Enterbung
Immer häufiger treten in Familien Streitereien auf, die dazu führen, dass sich mit der Frage beschäftigt wird, ob die Möglichkeit besteht jemanden zu enterben. Grundsätzlich ist jeder Erblasser frei in seiner Entscheidung. Das bedeuten er kann...
Gesetzliche Erbfolge
Mit der gesetzlichen Erbfolge wird geregelt, wer das Vermögen eines Verstorbenen erhält, wenn dieser keine letztwillige Verfügung (also kein Testament und keinen Erbvertrag) hinterlassen hat. Existiert eine letztwillige Verfügung, hat die...

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:


Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.