Erbfolge

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Erklärung zum Begriff Erbfolge

Das deutsche Erbrecht kennt zwei Arten der Erbfolge: Die gesetzliche Erbfolge und die gewillkürte Erbfolge.

I. Die gesetzliche Erbfolge

Nach der gesetzlichen Erbfolge werden, sofern keine gewillkürte Erbfolge vorliegt, die Erben Gesamtrechtsnachfolger (Universalsukzession) des Erbes. Erben sind nach den Vorschriften des Erbrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch der Ehegatte (§ 1931 BGB) oder Lebenspartner (§ 10 LPartG) des Erblassers, dessen Abkömmlinge (Erben erster Ordnung), dessen Eltern und deren Abkömmlinge (Erben zweiter Ordnung) usw.

Sind die gesetzlichen Erben eines Erblassers nicht bekannt, so wird eine Erbenermittlung durchgeführt.

II. Die gewillkürte Erbfolge

Liegt dagegen ein wirksames Testament (§ 1937 BGB), ein wirksames gemeinsames Testament (§ 2265 BGB), ein wirksamer Erbvertrag (§ 1941 BGB) (alles Verfügungen von Todes wegen) vor, so wird von einer gewillkürten Erbfolge gesprochen. Wird durch die Verfügung von Todes wegen nur ein Teil des Vermögens unter den Erben verteilt, so ist für den übrigen Teil die gesetzliche Erbfolge anzuwenden.

III. Verweise

 




Mitwirkende/Autoren:
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Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


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Nachrichten zu Erbfolge

  • BildOLG Hamm: Altenteilvertrag gilt auch nach Scheidung (20.06.2013, 14:47)
    Hamm (jur). Verpflichten sich Eheleute, für die Überschreibung eines Hauses die Eltern beziehungsweise Schwiegereltern im Alter zu pflegen und für ihre späteren Beerdigungskosten aufzukommen, gilt solch eine Vereinbarung grundsätzlich auch nach...

Entscheidungen zum Begriff Erbfolge

  • BildBGH, 24.11.2006, BLw 14/06
    Für die Erbfolge der Geschwister des Erblassers und ihrer Abkömmlinge gelten auch bei der Bestimmung des Hoferben nach dem Ältesten- oder Jüngstenrecht die Grundsätze der Erbfolge nach Stämmen.
  • BildBAYOBLG, 03.08.2001, 1Z BR 101/00
    Zur Frage der Erbfolge bei schweizerischer Staatsangehörigkeit und Wohnsitz des Erblassers in Deutschland.
  • BildOLG-FRANKFURT, 30.11.2004, 20 W 223/04
    Hat ein Erblasser nach Abschluss eines Erbvertrages ein privatschriftliches Testament errichtet, das nicht offenbar ungültig, widerrufen oder für die Erbfolge ohne Bedeutung ist, kann das Grundbuchamt für den Nachweis der Erbfolge einen Erbschein verlangen.
  • BildOLG-HAMM, 02.11.2012, I-15 W 404/11
    Als Veräußerung im Sinne des § 5 ErbbauRG ist auch die Übertragung des Erbbaurechts im Wege vorweggenommener Erbfolge zu behandeln.
  • BildVG-OLDENBURG, 19.02.2008, 12 A 2661/06
    Einer wirksamen Geltendmachung der Übertragung eines betriebsindividuellen Betrages im Wege der vorweggenommenen Erbfolge steht die Nichtverwendung des dafür vorgesehenen Antragsvordrucks nicht in jedem Fall entgegen.
  • BildBAYOBLG, 30.10.2000, 1Z BR 82/00
    Zur Frage, wie die gesetzliche Erbfolge dritter Ordnung zu beurteilen ist, wenn die Stiefkindadoption des Abkömmlings eines Großelternteils nach vorder-österreichischem Recht zu berücksichtigen wäre.
  • BildBAYOBLG, 25.08.2000, 1Z BR 15/00
    Gesetzliche Erbfolge tritt ein, wenn ein kinderloser Erblasser unter Übergehung seiner Geschwister seine Lebensgefährtin zur Alleinerbin einsetzt und diese vor ihm verstirbt, mag sie auch einen Abkömmling hinterlassen.
  • BildOLG-SCHLESWIG, 19.07.2006, 2 W 109/06
    Im Fall der Vorlegung von Urkunden im Sinne des § 35 Abs. 1 Satz 2 GBO kann das Grundbuchamt nur dann den Nachweis der Erbfolge durch einen Erbschein verlangen, wenn es die Erbfolge durch die vorgelegte Urkunde nicht für nachgewiesen hält. Voraussetzung ist jedoch, das nach erschöpfender rechtlicher Würdigung konkrete Zweifel bleiben,...
  • BildLG-MOENCHENGLADBACH, 11.12.2003, 10 O 364/03
    Der im Zusammenhang mit einem Grundstückserwerb von Mandanten mit der Minimierung von Pflichteilsansprüchen des Abkömmlings seiner Lebensgefährtin beauftragte Rechtsanwalt verletzt seine Aufklärungs- und Beratungspflichten, wenn er nicht aufklärt, ob der Abkömmling tatsächlich von der Erbfolge ausgeschlossen ist und die von ihm...
  • BildKAMMERGERICHT-BERLIN, 26.02.2008, 1 W 59/07
    Ist nach dem gemäß Art. 25 Abs.1 EGBGB anwendbaren Erbstatut die gesetzliche Erbfolge maßgeblich, nach der ein Abkömmling des Erblassers unter Verstoß gegen den deutschen ordre public von der Erbfolge ausgeschlossen ist, so ist die vom Erblasser in einem formgültigen Testament getroffene Anordnung, diesen Abkömmling von der Erbfolge...

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