Erbauseinandersetzungsklage

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Erklärung zum Begriff Erbauseinandersetzungsklage

Wenn der Erbfall eintritt, kann es sein, dass der Erblasser nicht nur eine Person, den so genannten Alleinerben bestimmt hat, sondern dass mehrere Personen sich den Nachlass teilen müssen. Diese sind dann die Mitglieder einer Erbengemeinschaft und müssen sich entscheiden, wie der Nachlass verteilt werden soll. Geschieht dies im gegenseitigen Einvernehmen, ist hier nichts weiter zu veranlassen. Gibt es allerdings Streit um die Verteilung des Nachlasses, kann es sein, dass eine Erbauseinandersetzungsklage erforderlich wird.

I Was soll mit der Erbauseinandersetzungsklage erreicht werden?

Die Erbauseinandersetzungsklage ersetzt die Zustimmung des Beklagten zu einem Verteilungsplan, der vom Kläger erstellt wird. Die Erbauseinandersetzungsklage hat das Begehren auf Zustimmung des oder der Beklagten zum Streitgegenstand. Der von  dem Kläger zu erstellende Teilungsplan ist der Klage beizufügen. Stimmen also die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft nicht durch Einigung dem Verteilungsplan des potenziellen Klägers zu, können sie auf diesem Wege gezwungen werden, den Verteilungsplan als korrekt anzuerkennen.

II. Voraussetzungen für die Erbauseinandersetzungsklage

Wichtig ist vor dem Einreichen einer Erbauseinandersetzungsklage, dass, falls der Nachlass Schulden aufweist, diese entweder bereits beglichen sind oder zumindest eine Regelung zur Begleichung der Schulden vorgelegt werden kann. (§ 2046 Abs.1 BGB). Fernerdings muss der Nachlass teilungsreif sein.

III. Risiken der Erbauseinandersetzungsklage

Die Kosten für eine Erbauseinandersetzung können sehr hoch sein. Die Anwalts wie auch die Gerichtskosten, richten sich nach dem Wert des Streitgegenstandes und dieser bestimmt sich nach der Höhe des festzustellenden Nachlasswertes.

IV. Welches Gericht ist zuständig?

Zuständig für die Einreichung einer Erbauseinandersetzungsklage ist das örtlich zuständige Amtsgericht oder, je nach Höhe des Streitwertes, das Landgericht.

V. Der Ausschluss einer Erbauseinandersetzung kann im Testament verfügt werden

Gerade, wenn Immobilien vererbt werden wie zum Beispiel ein Grundstück / Haus oder eine Wohnung, und es sind mehrere Erben vorhanden, sind Erbstreitigkeiten vorprogrammiert. Aus diesem Grund sollte ein Erblasser bereits vor seinem Ableben die Bildung einer Erbengemeinschaft vermeiden. Durch die Errichtung eines Testaments kann der Erblasser bereits im Vorfeld entsprechende Vorsorge treffen. Im Testament kann überdies ein vollständiger oder anteiliger Ausschluss einer Erbauseinandersetzung (§ 2044 BGB) verfügt werden. Eine dementsprechende Verfügung behält 30 Jahre, nachdem der Erbfall eingetreten ist, Bestand. Es kann jedoch durch den Erblasser auch festgesetzt werden, dass die Verfügung bis zum Eintritt eines bestimmten Ereignisses Gültigkeit behält.




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