Elternzeit, Gehalt und Elterngeld – Alles was Sie wissen müssen

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Erklärung zum Begriff Elternzeit Gehalt

Familie macht zusammen Musik (© © drubig-photo / Fotolia.com)
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Eine Inanspruchnahme der Elternzeit innerhalb der ersten drei Lebensjahre muss der Arbeitgeber zustimmen, auch dann, wenn sich die Elternzeit in bis zu höchstens drei Abschnitten aufteilt. Er kann die Elternzeit demnach nicht ablehnen.

Soll ein Teilabschnitt nach dem dritten Lebensjahr des Kindes hinaus genommen werden, so bedarf es der Zustimmung des Arbeitgebers. Hier hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, die Elternzeit aufgrund dringender betrieblicher Gründe abzulehnen.

Ausgenommen ist ein dritter Teilabschnitt nach dem dritten Lebensjahr des Kindes, der nahtlos an einen zweiten Elternzeitabschnitt anknüpft, der jedoch noch in den ersten drei Lebensjahren des Kindes liegt. Hier hat der Arbeitgeber keine Möglichkeit zur Ablehnung. Elternzeit kann vom Vater als auch von der Mutter genommen werden.

Elternzeit nehmen – Gehaltsübersicht

1 Jahr Elternzeit Gehalt Elterngeldzahlung 65 % - 67 % abhängig von der Höhe des vorherigen Bruttogehalts der letzten 12 Monate sowie einer Elternzeit ohne Teilzeitbeschäftigung; Elterngeldzahlung für längstens 14 Monate, wenn ein Partner 12 Monate und der andere Partner 2 Monate am Stück Elternzeit nimmt
2 Jahre Elternzeit Gehalt Elterngeld kann für längstens 24 Monate hälftig bezogen werden, beispielsweise wenn einer Teilzeitbeschäftigung mit höchsten 30 Arbeitsstunden pro Woche nachgegangen wird
3 Jahre Elternzeit Gehalt Ab dem dritten Jahr Elternzeit fällt auch das hälftige Elterngeld weg. Ab diesem Zeitpunkt zählt nur noch der Bezug anderer Finanzmittel, zum Beispiel das Gehalt des Arbeitgebers oder Sozialleistungen

Wird in der Elternzeit Gehalt vom Arbeitgeber gezahlt?

Es wird in der Elternzeit Gehalt vom Arbeitgeber nur dann gezahlt, wenn der Beschäftigte eine Teilzeitbeschäftigung ausübt. Das Gehalt wird dementsprechend vom Arbeitgeber gekürzt. Eine Ausnahme bilden in der Elternzeit Gehaltsvorzahlungen, die jedoch für den Arbeitgeber nicht verpflichtend sind.

Während der Elternzeit - Wie viel Prozent vom Gehalt wird gezahlt?

Die Regelungen zur Höhe des Elterngeldes sind in den §§ 2 ff. BEEG verankert. Danach bestimmen sich eine Mindestbezugshöhe von 300 Euro und eine maximale Höhe von 1.800 Euro pro Monat. Eltern erhalten 67 Prozent ihres Gehalts bei einem vorherigen Einkommen von 1.000 bis 1.200 Euro. Als Berechnungsgrundlage werden die letzten zwölf Monate des Einkommens zugrunde gelegt. Möglich sind mindestens 300 Euro bis maximal 1.800 Euro Elterngeld pro Monat. Arbeitnehmer, die mehr als 1.200 Euro Einkommen pro Monat erwirtschaften, erhalten statt 67 Prozent, 66 Prozent oder 65 Prozent ihres entsprechenden durchschnittlichen Einkommens. Der Anspruch auf Elterngeld entfällt bei Eltern mit einem gemeinsamen Jahresgehalt von mehr als 500.000 Euro sowie bei alleinstehenden Personen mit über 250.000 Euro. Für die Bewilligung von Elterngeld ist die jeweilige Elterngeldstelle zuständig. Es wird Elterngeld gezahlt, wenn ein entsprechender Antrag auf Elterngeld gestellt wird.

Wie viel Gehalt wird gekürzt?

Gehalt unter 1.000 Euro Elterngeld liegt zwischen 67 und 100 Prozent
Gehalt zwischen 1.000 und 1.200 Euro Elterngeld liegt bei 67 Prozent
Gehalt zwischen 1.200 und 1.240 Euro Elterngeld liegt bei 66 Prozent
Gehalt zwischen 1.240 bis 2.700 Euro Elterngeld liegt bei 65 Prozent
Gehalt über 2.700 Euro Elterngeld liegt bei 65 Prozent (Kappungsgrenze = 2.770 Euro)

Online angebotene kostenfreie Elterngeldrechner können einen ersten Überblick über die Höhe des Elterngeldes liefern.

Anspruch auf Elternzeit - Wer zahlt Gehalt?

Im Falle einer vollumfänglichen Elternzeit ohne Ausübung einer Teilzeitbeschäftigung ruht die Pflicht des Arbeitgebers, Gehalt zu zahlen. Hier tritt an die Stelle die entsprechende Elterngeldstelle.

Elternzeit Gehalt – Beamte haben gleiche Rechte

Die Regelung zur Elternzeit, Gehalt und Elterngeld können ebenso auf Beamte und tariflichen Angestellten übertragen werden. Bei Beamten regelt die seit 14. Februar 2009 eingeführte neue Mutterschutz- und Elternzeitverordnung (MuSchEltZV) sämtliche Ansprüche, die sich aus der Elternzeit und dem Mutterschutz ergeben. Einen ersten Überblick über das mögliche Gehalt in der Elternzeit können spezielle Elternzeit Gehaltsrechner liefern.

Kann der Arbeitgeber in der Elternzeit Gehaltserhöhungen gewähren?

Der Arbeitgeber kann in der Elternzeit Gehaltserhöhungen gewähren, wenn diese begründbar sind. Dies ist beispielsweise oftmals bei tariflichen Angestellten und Beamten der Fall, wenn in einer aktuellen Tarif- und Besoldungsrunde höhere Gehälter zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt werden.

Arbeiten in Teilzeit in der Elternzeit mit Gehalt

Gemäß § 15 Absatz 4 BEEG können Eltern in der Elternzeit höchstens 30 Arbeitsstunden pro Woche in Teilzeit arbeiten, allenfalls erlischt der Anspruch auf Elterngeld. Eltern haben die Möglichkeit ihre Vollzeitstelle unter bestimmten Bedingungen auf eine Teilzeitstelle zu reduzieren.


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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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    Hallo zusammen, Abeitnehmerin ist schwanger, möchte 6 Monate in Elternzeit gehen und danach in TZ mit 30 Std wieder bei ihren Arbeitgeber arbeiten. AG ist eine ganz kleine Firma mit 2 AG`s. Folgende Fragen stellen sich: -TZ muss der AG erst ab 15 AN's zustimmen - AG hat die Zustimmung signalisiert. -Wenn AN nach 6 Monaten in TZ... » weiter lesen
  • jährl. Gehaltsanpassungen während Elternzeit Unreal schrieb am 12.01.2009, 19:06 Uhr:
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  • Kündigung nach der Elternzeit MaxMüller schrieb am 19.09.2007, 10:07 Uhr:
    guten morgen, liebe rechtsexperten! ich habe mal eine fallkonstellation zusammengestellt und hätte gerne viele meinungen zu dem thema. mal angenommen es gäbe eine arbeitnehmerin, die eine verantwortungsvolle tätigkeit in einem unternhmen ausübt. sie wird schwanger, für sie wird eine vertretung befristet eingestellt, ihr wird mündlich... » weiter lesen


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  • BildDie Inanspruchnahme von Elternzeit für das dritte Jahr nach der Geburt eines Kindes im Anschluss an eine zunächst für zwei Jahre verlangte Elternzeit bedarf in Anwendung von § 16 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 15 Abs. 2 Satz 1 BEEG keiner Zustimmung des Arbeitgebers ( im Anschluss an LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 04.11.2004 - 4 Sa 606/04 -...

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