Eigentum - Definition, Schutz im Grundgesetz und Unterschied zu Besitz

Lexikon | Jetzt kommentieren

Erklärung zum Begriff Eigentum


Das Eigentum stellt eine Rechtsposition zu einer bestimmten Sache dar. Häufig spricht man in diesem Zusammenhang auch von einem sogenannten Herrschaftsrecht. Das bedeutet, dass der Eigentümer nach Belieben mit seiner Sache verfahren darf. Er darf andere Personen von jeder Einwirkung ausschließen.

Dabei muss der Eigentümer jedoch die Grenzen des Gesetzes beachten. So ist es beispielsweise verboten, das Eigentum dazu benutzen, um fremdes Eigentum zu beschädigen oder andere Personen zu verletzten. Aufgrund des Herrschaftsrechts wird das Eigentum streng von dem Besitz getrennt.

Der Eigentumsschutz in Deutschland

Das Eigentum wird in der Bundesrepublik Deutschland umfassend geschützt. Die entsprechenden Regelungen finden sich einerseits im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und andererseits auch im Zivilrecht. In Artikel 14 GG (Grundgesetz) ist festgelegt, dass das Eigentum unter dem Schutz der Verfassung steht. Zum anderen ist es durch die Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche, Herausgabeansprüche und der Schadensersatzansprüche privatrechtlich geschützt. So ist erkennbar, dass das Eigentum in die verschiedensten Rechtsgebiete vorzufinden ist. So ist es wesentlicher Bestandteil im Urheberrecht und im Datenschutz-Recht.

Bei Fragen zu der Thematik ist ein Fachanwalt oder Rechtsanwalt der richtige Ansprechpartner. Insbesondere wenn es geistiges Eigentum oder um die Enteignung geht, sollte der Kontakt zum Fachmann gesucht werden.  Auch bei dem Verhältnis Eigentümer und Besitzer kann es häufig zu Auseinandersetzungen kommen, so dass ein Anwalt behilflich sein kann. So können sachenrechtliche Eigentumsansprüche vorliegen, die natürlich vom Inhaber gerichtlich durchgesetzt werden können.

Die unterschiedlichen Eigentumsformen

Im Privatrecht gibt es insgesamt drei verschiedene Eigentumsformen, die sich wesentlich voneinander unterscheiden.

Diese insgesamt drei Eigentumsformen sind:

  1. Alleineigentum
  2. Miteigentum
  3. Gesamthandeigentum

Insbesondere wenn mehrere Personen Eigentum an einer Sache haben ist zu berücksichtigen, dass an den verschiedenen Teilen einer Sache keine verschiedenen Rechte bestehen können. So gehört beispielsweise bei einem Auto der einen Person nicht die Karosserie, der anderen Person der Motor und wiederum einer anderen Person die Innenausstattung des Fahrzeugs. Im deutschen Privatrecht ist ausschließlich Miteigentum zu ideellen Bruchteilen möglich. So könnten beiden Personen im Beispiel Miteigentum am Auto zu unterschiedlichen ideellen Anteilen begründen.

Übertragung

Eigentum kann unter Berücksichtigung der Vorschriften innerhalb des BGB wirksam übertragen werden. Der Gesetzgeber unterscheidet dabei zwischen der Übertragung von beweglichen- und unbeweglichen Sachen(Immobilien, Grundstücke). Voraussetzung ist jedoch zwingend immer, dass zwischen den Vertragsparteien jeweils eine wirksame Einigung über die Übertragung des Eigentums vorliegt. Weiterhin ist erforderlich, dass das Eigentum übereignet wird. Bei beweglichen Gegenständen ist daher in der Regel die Übergabe der Sache erforderlich. Bei Immobilien gibt es hingegen keine körperlich Übertragung, so dass in eine Eintragung im Grundbuch ausreichend ist.  

Unterschied zum Besitz

Oftmals werden die Begriffe Besitz und Eigentum in der Praxis gleichgestellt oder verwechselt. In dem juristischen Bereich sind beide Begriffe jedoch strikt voneinander zu trennen. Ein Besitzer ist eine Person, die grundsätzlich die tatsächliche Sachherrschaft besitzt. Ein Eigentümer hat hingegen die rechtliche Sachherrschaft. So kann es vorkommen, dass Besitz und Eigentum auseinanderfallen. Dies ist zur Veranschaulichung zum Beispiel dann der Fall, wenn der Eigentümer eines PKWs sein Fahrzeug an einen Dritten verleiht. Der Dritte ist in diesem Moment lediglich Besitzer des Gegenstandes. Durch den Leihvertrag wird er nicht Eigentümer, sondern besitzt lediglich ein Recht zum Besitz.

Bei Fragen zum Eigentum und Eigentumsschutz ist es ratsam einen Rechtsanwalt anzurufen. Dieser kann die Details der doch komplizierten Thematik hinreichend erklären und bei Rechtsproblemen eine passende Lösung finden.



Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von JuraforumWiki-Redaktion
Zuletzt editiert von


 
 

Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.



Entscheidungen zum Begriff Eigentum


Aktuelle Forenbeiträge

  • Darf fremdes Eigentum aus eigenen Räumen entfernt werden? (09.01.2013, 15:41)
    Hallo,wenn ein Mieter im selben Hause wohnt (kein separater Eingang, möblierte Wohnung) wie der Vermieter und sein Eigentum in privaten Räumen des Vermieters lagert statt in seiner im Haus angemieteten Wohnung, darf der Vermieter das Eigentum woanders platzieren, beispielsweise in der Garage (wo es jedoch ggf. durch Feuchtigkeit die...
  • Darf man auf einem Tiefgaragenplatz in Eigentum Pflanzen überwintern? (24.04.2012, 18:00)
    Mal angenommen der Eigentümer, nennen wir Ihn A möchte auf seinem Parkplatz in der Tiefgarage zwei, oder drei mittelgroße Pflanzen in den Wintermonaten unterstellen. Sie befinden sich vermutlich vor dem KFZ innerhalb des eigenen Parkplatzes, und das Auto passt noch wunderbar darauf. Angenommen die anderen Eigentümer haben dies einen...
  • Raubüberfall bei Tankstelle - Eigentum wurde gestohlen (25.04.2013, 11:12)
    Hallo, bei einer Tankstelle kam es zu einem Raubüberfall. Person war als Angestellter dort tätig, als zwei Bewaffnete den Überfall durchzogen. Hier wurde dem Angestellten das Handy und der Kasseninhalt gestohlen. Die Tankstelle ist gegen Diebstahl versichert, kommt aber für das Handy nicht auf! Begründung der Versicherung hierfür...

Kommentar schreiben

79 + V ie_r =

Bisherige Kommentare zum Begriff (0)

(Keine Kommentare vorhanden)



Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.


Eigentum – Weitere Begriffe im Umkreis

  • Abberufung WEG-Verwalter – Missbräuchliches Verlangen eines Vollmachtsnachweises
    Das Amtsgericht Moers hat mit Urteil vom 28.01.2011, Az. 564 C 41/09 entschieden, dass das Verlangen eines Vollmachtsnachweises in Form einer schriftlichen Vollmachturkunde gegenüber dem Vertreter eines Wohnungseigentümers in der...
  • Dauerwohnrecht
    Inhaltsübersicht 1. Begriff 2. Wirtschaftliches Eigentum 3. Eigenheimzulage, Eigenheimrente 3.1 Eigenheimzulage 3.2 Eigenheimrente 1. Begriff Ein Dauerwohnrecht ist ein...
  • Eigentümerversammlung
    Unter der Wohnungseigentümergemeinschaft versteht sich die Gesamtheit der Wohnungseigentümer als auch der Teileigentümer, die durch die Vertragsabschlüsse nach dem § 3 WEG zum Sondereigentum oder aber durch den § 10 Absatz 6 WEG zur Teilung...
  • Hausgeld (§ 16 Abs. 2 WEG)
    Miteigentümer einer gemeinschaftlichen Immobilie tragen nach § 16 Abs. 2 WEG die Lasten und Kosten für selbige. Unter den Begriff Hausgeld fallen die allgemeinen Betriebskosten der Immobilie. Des Weiteren sind darüber hinaus die Heizkosten,...
  • Instandhaltungsrücklage
    Die Instandhaltungsrücklage ist im § 21 Abs. 5 Nr. 4 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) geregelt. Danach handelt es sich um die vorgeschriebene Ansammlung einer angemessenen Geldsumme, aus der notwendige Instandsetzung und Instandhaltung,...
  • Wohneigentum
    Inhaltsübersicht 1. Allgemeines 2. Altregelung: Eigenheimzulagengesetz 3. Neuregelung: Eigenheimrentengesetz 3.1 Begünstigtes Wohneigentum 3.2 Wohnungswirtschaftliche Verwendung...
  • Wohnungseigentum
    Im deutschen Recht ist das Wohnungseigentum an einer einzelnen Wohnung speziell fixiert und geregelt. Der Anspruch an das Eigentum einer Wohnung wird durch eine Eintragung im Grundbuch geregelt. Bei entsprechender Begründung erhält jede Wohnung...

Top Orte der Anwaltssuche zum Rechtsgebiet Wohnungseigentumsrecht

Weitere Orte finden Sie unter:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.