Eherecht

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Erklärung zum Begriff Eherecht


Das Eherecht versteht sich als Teilgebiet des Familienrechts. Im Eherecht werden definiert die Rechtsnormen, welche sich auf Auflösung der Ehe, ihren Abschluss, den Inhalt und dem Verhältnis der Ehegatten zueinander beziehen. Es geht also um die Klärung der Rechte und Pflichten, die sich aus Ehe oder Ehetrennung, Ehescheidung oder den diversen Arten der Ungültigkeit einer geschlossenen Ehe befassen. Genauso wird behandelt die Namensregelung bei der Eheschließung und die Namensgebung ehelicher Kinder. Hier geht es um das eheliche Namensrecht. Des Weiteren geht es ebenso um das Güterrecht in der Ehe. Weitere Rechtsnormen befassen sich mit gleichgeschlechtlichen Ehen und anderen eingetragenen Partnerschaften, Lebensgemeinschaften.

Rechtsnormen der Eheleute

Eherecht versteht sich in aller Regel als Auslegung der Paragraphen 1297 bis 1588 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Bei eingetragenen Lebenspartnerschaften ist auch das Lebenspartnerschaftsgesetz betroffen. Nach dem sogenannten „Kaiserparagraphen 1588 BGB“ berühren die kirchenrechtlichen Vorschriften die familienrechtlichen Ehevorschriften nicht.

Ehe in Deutschland

Wer eine Ehe abschließen möchte, muss sich einen andersgeschlechtlichen Partner suchen. (Zumindest zum Zeitpunkt der Ehe). Er darf nicht in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft sein oder verheiratet. Die Ehe wird für einen lebenslangen Zeitraum abgeschlossen. Es darf ferner kein Inzest vorliegen. Es gibt keinen Anspruch auf sexuelle Gemeinschaft. Sex bleibt freiwillig. Der Strafbestand der sexuellen Nötigung oder gar Vergewaltigung könnte sonst erfüllt sein. Es gibt laut deutschem Gesetz keinen Ehebruch. Der betreffende Paragraph wurde schon 1969 aus dem Strafgesetzbuch genommen. Allerdings bleibt der Ehebruch nach dem § 826b BGB weiterhin eine sogenannte „unerlaubte Handlung“. Verfassungsrechtlich beruht das Eherecht auf dem Art. 6 GG, der sich mit dem Schutz von Ehe und Familie befasst. Die Verlobung als Eheversprechen hat an Bedeutung verloren. Doch gelten hier noch Paragraphen bezüglich Zeugnisverweigerung, Garantenpflicht oder der Rückgabe von Geschenken aus der Verlobungszeit. Fehlerhafte, ungültige Ehen entstehen aus Eheunmündigkeit, Geschäftsunfähigkeit und den gegebenen Eheverboten.




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