Darlehen

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Erklärung zum Begriff Darlehen

Darlehen: Einführung und rechtliche Regelungen

Was ist ein Darlehen, worauf muss man achten und welche gesetzlichen Regelungen gibt es? Eine Einführung mit Grundlagen, die jeder wissen sollte, der plant ein Darlehen in Anspruch zu nehmen!

Ein Darlehen aufzunehmen, ist heute nichts mehr, wofür man sich schämen müsste. Einige Menschen gehen einen solchen schuldrechtlichen Vertrag sogar ein, obwohl sie ihn gar nicht benötigen, um ihre finanziellen Belastungen zu decken – etwa weil sie sich verbessern wollen. Die möglichen Gründe, einen Darlehensvertrag zu schließen, sind zahlreich.

Wer sich entschließt, ein Darlehen aufzunehmen, vertraut sich dazu einem Darlehensgeber an . Der Darlehensnehmer erhält von diesem in den meisten Fällen Geld – oft in Form von Münzen, Banknoten oder Giralgeld. Die beteiligten Seiten können sich aber auch auf einen Sachdarlehensvertrag einigen. Dann überlässt der Darlehensgeber dem –nehmer für eine bestimmte Zeit vertretbare Sachen zum Gebrauch.

Im Gegenzug verpflichtet sich die Person, die das Darlehen aufnimmt, seine Schulden rechtmäßig zu begleichen. Oft fordert der Gönner des Darlehens dafür sein Geld zurück und zudem einen vorher festgelegten Betrag an Zinsen. In anderen Fällen verpflichtet sich der Nehmer hingegen, dem Gläubiger Waren zu übergeben, die mit den vorher erhaltenen Sachen vergleichbar erscheinen. Bei der Übergabe eines Darlehens wird dem Darlehensnehmer die Darlehensvaluta abgetreten oder übereignet. Dadurch wird ihm erlaubt, mit den Gegenständen so umzugehen, wie er möchte. Aber wichtig ist: Ein Darlehen ist immer entgeltlich . Das bedeutet, der Darlehensnehmer muss neben der Rückgabe des Geldes oder den Gegenständen immer zusätzlich Zinsen zahlen.

Gesetzliche Regelungen bezüglich eines Darlehens: Bevor man wirklich ein Darlehen abschließt, sollte man sich natürlich auch über die gesetzlichen Rahmenbedingungen informiere n. Niemand möchte in eine Falle tappen, aus der er nicht mehr so leicht wieder raus kommt. Deshalb bitte immer den Vertrag lesen, und sich zuvor gründlich mit dem Thema Darlehen vertraut machen: Wer auf der Suche nach einem geeigneten Darlehen ist, wird zwei verschiedenen gesetzlichen Rahmen begegnen. Eine Form der beiden ist die Konsensualtheorie. Nach ihr ist der Geber des Darlehens ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses verpflichtet, seinem Nehmer den ausgemachten Geldbetrag oder die besprochene vertretbare Sache unverzüglich zur Verfügung zu stellen. Daher wird der Darlehensvertrag bereits dadurch zustande kommen, dass sich beide beteiligten Parteien einigen.

Die andere rechtliche Form, die sich in Verbindung mit Darlehensverträgen oft finden lässt, ist der Realkontrakt. Nach seiner Theorie verpflichtet sich der Gläubiger des Darlehens nicht, die Darlehensvaluta an den Darlehensnehmer zu überreichen. Der schuldnerische Vertrag ist dabei kein gegenseitig verpflichtender synallagmatischer Vertrag. Stattdessen tritt der Vertrag erst in Kraft, wenn der Gönner seinem Darlehensnehmer die vereinbarte Geldsumme oder vertretbare Sache wirklich übergibt.

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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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  • Privates Darlehen - Strafbarkeit § 263 StGB ? Dantius schrieb am 20.10.2013, 17:24 Uhr:
    Hallo, folgender fiktiver Fall und eure Einschätzung bitte. A nimmt nach Rücksprache mit Bekanntem/Arbeitskollegen B ein privates Darlehen über sagen wir 10.000 € auf. A befindet sich zum damaligen Zeitpunkt in einem befristeten Arbeitsverhältnis und dies weiß B auch, denn er arbeitet auch bei der gleichen Firma. A informiert... » weiter lesen
  • Ist das Darlehen, dass zum Zwecke der Lösegeldzahlung aufgenommen wurde, anfechtbar? Stefan2013 schrieb am 10.03.2013, 12:39 Uhr:
    Liebe Mitglieder, mal angenommen A, die Frau des B wurde entführt. Damit die A wieder frei gelassen wird soll B ein Lösegeld von 100.000€ bezahlen. Da dem B aber keine 100.000€ zur Verfügung stehen, entschließt er sich ein Darlehen in dieser Höhe bei der Bank X aufzunehmen. Ein entsprechender Vertrag zu marktübliche Kondiktionen ist... » weiter lesen
  • Gekündigtes Privatdarlehen söckchen schrieb am 28.12.2012, 01:25 Uhr:
    Frau A gewährt Herrn B schriftlich ein Privatdarlehen in Höhe von € 20.000 zur Liquiditätsverbesserung und Auftragsvorfinanzierung der von Herrn B betriebenen Ein-Mann-Firma. Die Darlehenssumme wird auf das von Herrn B angegebene Konto überwiesen und taucht mit Eingang vom 13.11.2006 in den vom Steuerberater geführten Geschäftsbüchern... » weiter lesen
  • Großmutter vergibt an Enkel Darlehen. Anspruch der Erben nach Tod? Figurant schrieb am 04.12.2012, 17:05 Uhr:
    Moin Zusammen, meine Frage: Eine Großmutter hat ihrem Enkel ein Darlehen gewährt, was das Enkelkind bis zum Tod der Großmutter noch nicht ganz getilgt hat. Hat die Erbengemeinschaft ein Recht dazu, den vollen Restbetrag sofort einzufordern? Um z.B. die Beerdigungskosten zu decken. Oder haben die Erben keinen Anspruch auf dieses Geld... » weiter lesen
  • Affenpension, Vertragstypen ? Erst1e schrieb am 07.08.2012, 17:44 Uhr:
    Hallo, bin im ersten Semester und die Hausarbeiten stehen an, habe jetzt die ersten anderthalb Wochen verbracht relativ viel zu lesen und muss sagen, dass mir das zwar viel Spass bereitet und ich auch das Gefühl habe viel zu lernen dadurch, jedoch erscheint mir die Hausarbeit immer undurchsichtiger, mittlerweile fange ich schon an... » weiter lesen
  • ALG2 Mietkaution als Darlehen HSH06 schrieb am 27.10.2011, 17:23 Uhr:
    Hallo, angenommen die Arge gewährt einen Bescheid auf Zustimmung zur Anmietung neuen Wohnraums. Wenn in einen solchen Bescheid die Mietkaution als Darlehen gewährt werden würde, wäre diese Regelung Gesetzeskonform? Ich habe zu diesen Thema eine Antwort der Bundesregierung von 2008 gefunden. Diese lautet wie folgt: Die Übernahme... » weiter lesen


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  •   Der Bundesgerichtshof wird wohl am 01.12.2015 aller Voraussicht nach darüber zu befinden haben, wann das Widerrufsrecht bei einem Darlehen als verwirkt oder rechtsmissbräuchlich anzusehen ist. In der Mehrzahl der Fälle sind die von Oktober 2002 bis Juni 2010 verwandten Widerrufsbelehrungen der Banken fehlerhaft. Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen setzen die Widerrufsfrist nicht in Gang, sodass solche Verträge von... » weiter lesen

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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

benito.juarez  (08.09.2015 06:05 Uhr):
Hallo InsoFlo, vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Ich habe noch eine Rückfrage: "Kann A drei Monate vor Stellung des Insolvenzantrages ein Darlehen an seinen Sohn zurückzahlen, was vor 4 Jahren abgeschlossen wurde, ohne dass dies angefochten werden kann?" "Nein, das ginge nicht einmal, wenn A dieses Darlehen 9 Jahre und 11 Monate vor Insolvenzantragstellung zurückzahlte, siehe § 133 InsO!!" Nach 133 Abs. 1 InsO gilt doch aber nicht die Vermutung der Kenntnis und daher Beweislastumkehr für nahestehende Personen in Bezug auf die Rechtshandlung in Form der Rückzahlung des Darlehens, oder? Das heißt, dass nicht vermutet wird, dass der Sohn zur Zeit der Rückzahlung den Vorsatz von A kannte? Wie würde das notfalls vor Gericht eingeschätzt werden? Wird trotzdem vermutet, dass ein Kind die Zahlungsunfähigkeit seiner Eltern kennt? Ansonsten könnte hier ja noch 130, 131, 132 InsO mit der Beweislastumkehr einschlägig sein, welche jedoch nur für die letzten drei Monate vor Erföffnung der Inso gilt.








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