Chirurgie

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Erklärung zum Begriff Chirurgie

Die Chirurgie befasst sich in der Medizin mit der operativen Behandlung von Krankheiten und Verletzungen.

Umgangssprachlich bedeutet der Begriff auch einfach die chirurgische Abteilung eines Krankenhauses. Chirurgische Eingriffe werden schon seit tausenden von Jahren durchgeführt. So ist eine erfolgreiche Armamputation bereits am 50.000 Jahre alten Skelett eines Neandertalers nachgewiesen worden. Die Chirurgie kämpfte sich über Handwerkschirurgen, Bader und Feldscher über die  Antisepsis und die Schmerzbetäubung bis hin zum heutigen Stand der Wissenschaft.

Die minimal-invasive Chirurgie

Diese Operationsmethode wurde erstmals von dem Deutschen Kurt Semm, einem Gynäkologen 1967 eingeführt. Bei dieser Methode werden Endoskope eingesetzt, welche über Stichinzensionen eingeführt werden. Endoskope, das Wort kommt vom griechischen „endon“, „innen“ zusammen mit „skopein“, „beobachten“, sind Geräte mit denen das Innere von Organismen, aber auch technische Hohlräume untersucht werden können. Die Endoskopie hat das Fachgebiet der Chirurgie vollkommen verändert. 

Die rechtliche Situation

Nach der geltenden Rechtslage in der Bundesrepublik sind Operationen Körperverletzung. Also muss, um sie rechtmäßig zu gestalten, ein Rechtfertigungsgrund vorliegen. Dieser ist in aller Regel das Einverständnis des Patienten, das nach einer ausführlichen Aufklärung erfolgt. In aller Regel benützt man eine mangelnde Aufklärung als Aufhänger für eventuelle Rechtsansprüche, doch das Gesetz gibt hier eine Beweislastumkehr zugunsten des Arztes vor, wenn die Informationsstichhaltigkeit angezweifelt wird. Nach Meinung vieler Ärzte wurden mit der Gesundheitsreform falsche Anreize gegeben. In einem Gesetz zu Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung durch klinische Krebsregister mahnt die Bundesregierung nachdrücklich zu mehr Transparenz. Mit dem 1. März 2013 kann eine unnötige Operation arglistige Täuschung darstellen, der Arzt erfüllt in diesem Moment den Strafbestand der Körperverletzung. Als Täuschungsmerkmal werden nach dem Bundesgerichtshof die Vermittlung ungenügender Informationen über Art, Umfang, Folgen, Gefahr und Ziele der Operation gewertet. Auch eine reine Täuschung über die Gründe der Operation ist, auch wenn vom Patienten eine Einwilligungserklärung unterzeichnet wurde, wenn sie denn durchgeführt wird, ebenfalls eine Körperverletzung, die gesetzlich entsprechend geahndet wird. In Deutschland wurden im Jahr 2006 rund 12,6 Millionen Operationen durchgeführt. 




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