Bürgschaftsbank

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Erklärung zum Begriff Bürgschaftsbank

Die Bürgschaftsbanken sind Förderbanken mit der Zielsetzung, gewerbliche Unternehmen und Freie Berufe bei der Kredit- oder Beteiligungsfinanzierung zu unterstützen. Die von ihnen gewährten Bürgschaften sind vollwertige Sicherheiten für alle Kreditinstitute.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Bürgschaftsbanken sind Spezialinstitute, die nicht die breite Palette der Bankgeschäfte anbieten, aber trotzdem ein Kreditinstitute nach § 1 des Kreditwesengesetzes sind, da die gewerbsmäßige Übernahme von Bürgschaften (Bankavale) einen banküblichen Geschäftsbetrieb erfordert. Bürgschaftsbanken bezeichnen sich als Selbsthilfeeinrichtungen des Mittelstandes, an denen Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Kammern der Freien Berufe, Wirtschaftsverbände und Innungen, Banken und Sparkassen sowie Versicherungsunternehmen beteiligt sind. Sie stehen nicht miteinander im Wettbewerb, sondern sind - jeweils rechtlich und wirtschaftlich selbständig - für die mittelständische Wirtschaft in "ihrem" Bundesland tätig.

Geschichte

Bürgschaftsbanken wurden nach dem 2. Weltkrieg gegründet, die Erste 1948 in Schleswig-Holstein. Ursache war die nachkriegsbedingte Wirtschaftslage, in der Unternehmen und potentielle Unternehmer auf Grund der Kriegsfolgen häufig weder über Barmittel noch über Vermögenswerte, die als Kreditsicherheit herangezogen werden konnten, verfügten. Um betriebswirtschaftlich sinnvolle Vorhaben trotzdem zu ermöglichen, wurden in den Bundesländern die Bürgschaftsbanken häufig noch unter der Bezeichnung Landesgarantiekasse oder -gemeinschaft gegründet, die mit Unterstützung der Kreditinstitute, Wirtschaftsverbände, Kammern, Innungen und nicht zuletzt des Staates Kreditsicherheiten stellen konnten und somit den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland unterstützten. Nach der Wiedervereinigung wurden in den neuen Bundesländern ebenfalls Bürgschaftsbanken gegründet. Darüber hinaus haben viele osteuropäische Länder das Bürgschaftsbankensystem im Rahmen der EU-Osterweiterung übernommen. Der Einsatz von Bürgschaftsbanken, um Unternehmenswachstum oder Existenzgründungen zu ermöglichen, soll vor dem Hintergrund der Suche nach effektiven Wirtschaftsförderinstrumenten (hier in Form von haushaltsschonenden Eventualverbindlichkeiten) gemäß Koalitionsvertrag der CDU,CSU und SPD- Koalition aus 2005 gestärkt werden.

Funktionsweise

Das Kreditgeschäft wird seitens der Kreditinstitute grundsätzlich aufgeteilt in "Refinanzierung" und "Kreditrisiko". Dahinter steckt die einfache Fragestellung: Woher nimmt es das verliehene Geld (Refinanzierung) und wer trägt das Risiko, falls der Kreditnehmer den Kredit nicht zurückbezahlen kann. Aufgabe der Bürgschaftsbanken ist ausschließlich die Übernahme von Kreditrisiken durch Ausfallbürgschaften, das heißt, es fließt erst Geld von der Bürgschaftsbank an das Kreditinstitut, wenn der Kunde seinen Kreditverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Durch eine Ausfallzahlung der Bürgschaftsbank an das Kreditinstitut ist der Kreditnehmer jedoch nicht von seinen Zahlungsverpflichtungen entbunden, vielmehr ist das Schuldverhältnis auf die Bürgschaftsbank übergegangen. Bürgschaftsbanken wiederum erhalten für die zu leistenden Zahlungen anteilige Unterstützung durch Bund und Länder.

Bürgschaftsbanken der Bundesländer

Die Bundesländer besitzen jeweils landeseigene Bürgschaftsbanken (z.B. die Bürgschaftsbank Hessen oder die Bürgschaftsbank NRW). Diese 16 Gesellschaften sind im Verband deutscher Bürgschaftsbanken zusammengeschlossen.

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