Bewertung

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Erklärung zum Begriff Bewertung

Bewertung“ ist ein Begriff aus dem kaufmännischen Rechnungswesen. Mithilfe des Verfahrens der Bewertung wird darüber entschieden, mit welchem Wertansatz ein Wirtschaftsgut in die Handels- und Steuerbilanz aufzunehmen, also zu bilanzieren ist. Gesetzliche Grundlagen für die Bewertung finden sich im Handelsgesetzbuch sowie im deutschen Einkommenssteuergesetz.

Im Handelsgesetz werden folgende Bewertungsmaßstäbe vorgegeben:

  • Vermögensgegenstände sind mit den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen. Bei Wertminderungen kann oder muss der Teilwert angesetzt werden, siehe Abschnitt Bewertungswahlrechte.
  • Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag bilanziert,
  • Rentenverpflichtungen mit dem Barwert und
  • Rückstellungen mit dem Betrag, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist
  • Kapitalgesellschaften haben darüber hinaus das Eigenkapital mit dem Nennbetrag auszuweisen

Grundsätzlich muss  jedes Wirtschaftsgut einzeln bewertet werden. In der Praxis hingegen ist die Einzelbewertung jedoch nicht immer möglich oder wirtschaftlich. Aus diesem Grund ist auch eine Reihe von abweichenden Verfahren zulässig:

Sachanlagen sowie können mit Festwerten angesetzt werden, also mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert. Um dies durchführen zu können, ist in der Regel eine periodische Bestandsaufnahme notwendig, welche spätestens in einem dreijährigen Turnus durchgeführt werden muss und die zu einer Korrekturbewertung führen kann. Dasselbe gilt für Rohstoffe, Hilfsstoffe sowie Betriebsstoffe.

Durch diese Gruppenbewertung ist es möglich, gleichwertige oder gleichartige Vermögensgegenstände zu einer Gruppe zusammenzufassen und daraus einen gewogenen oder gleitenden Durchschnittswert zu errechnen.

Wird eine Sammelbewertung durchgeführt, so geschieht diese mithilfe eines bestimmten Verbrauchsfolgeverfahrens. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass bestimmte Gegenstände zuerst verkauft oder verbraucht wurden, ohne dies durch eine körperliche Bestandsaufnahme zu ermitteln. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es kein Verbrauchsfolgeverfahren mehr gibt, welches in allen Rechnungslegungssystemen übereinstimmend anerkannt ist.

Als Teil des Steuerrechts dient das Bewertungsgesetz der Aufstellung von einheitlichen Regeln für die steuerliche Bewertung von Vermögensgegenständen für alle Steuerrechtsgebiete. Zunächst gilt es für sämtliche Steuern und Abgaben des Bundes; die jeweiligen Landesgesetze verweisen allerdings ebenfalls auf jene Regelungen.

 



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