Berliner Testament

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Erklärung zum Begriff Berliner Testament

Das Berliner Testament ist eine besondere Form eines Testaments. Es bietet Ehepartnern und Lebenspartnern Sicherheit.

Durch das Testament soll erreicht werden, dass beim Tod eines Lebenspartners oder Ehepartner der Nachlass im Vermögen des Überlebenden übergeht und nicht in das Vermögen der Abkömmlinge.

Anders gesagt, ist das Berliner Testament eine Erbausschluss für Abkömmlinge des Erblassers. Allerdings kann auch das Testament das Pflichtteilsrecht des Kindes nicht ausschließen.

Das Testament kann darüber hinaus nur zu Lebzeiten beider Partner widerrufen werden. Eine heimliche Abänderung ist nicht möglich. Verstirbt ein Partner tritt eine Bindungswirkung ein und man ist an das Berliner Testament gebunden.

Wollen Sie eine derartige Bindungswirkung einschränken oder vermeiden bietet sich als Alternative für Sie ein Erbvertrag an.




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Nachrichten zu Berliner Testament


Entscheidungen zum Begriff Berliner Testament

  • BildBAYOBLG, 20.01.2004, 1Z BR 134/02
    Zur Auslegung und Rechtsfolge einer Pflichtteilsklausel (Verwirkungsklausel) im sogenannten Berliner Testament, wenn ein als Schlusserbe eingesetzter Abkömmling nach dem Tod des erstversterbenden Elternteils den Pflichtteil gefordert und erhalten, aber später an den überlebenden Elternteil zurückgezahlt hat.
  • BildBGH, 12.07.2006, IV ZR 298/03
    Bei einem Berliner Testament mit Verwirkungsklausel (Pflichtteilsklausel) kann der Eintritt der auflösenden Bedingung grundsätzlich auch nach dem Tod des längstlebenden Ehegatten, nach Annahme der Schlusserbschaft und nach Verjährung des Pflichtteilsanspruchs nach dem Erstverstorbenen herbeigeführt werden.
  • BildOLG-MUENCHEN, 29.03.2006, 31 Wx 8/06
    Zur Auslegung einer Pflichtteilsklausel (Verwirkungsklausel) im Berliner Testament, wenn ein als Schlusserbe eingesetzter Abkömmling nach dem Tod des erstversterbenden Elternteils dem überlebenden Elternteil die Zahlung des Pflichtteils als Darlehen hochverzinslich stundet und diesen Anspruch durch eine Grundschuld absichern lässt. Ein...
  • BildOLG-MUENCHEN, 29.03.2006, 31 Wx 7/06
    Zur Auslegung einer Pflichtteilsklausel (Verwirkungsklausel) im Berliner Testament, wenn ein als Schlusserbe eingesetzter Abkömmling nach dem Tod des erstversterbenden Elternteils dem überlebenden Elternteil die Zahlung des Pflichtteils als Darlehen hochverzinslich stundet und diesen Anspruch durch eine Grundschuld absichern lässt. Ein...
  • BildBFH, 08.08.2000, II R 40/98
    BUNDESFINANZHOF Der Erwerb des Schlusserben eines gemeinschaftlichen Testaments i.S. des § 2269 Abs. 1 BGB (sog. Berliner Testament) auf Grund eines Anspruchs nach § 2287 BGB gegen den vom letztversterbenden Ehegatten in der Absicht Beschenkten, den Schlusserben zu benachteiligen, unterliegt gemäß § 3 Abs. 2 Nr. 7 ErbStG 1974 der...
  • BildBFH, 16.06.1999, II R 57/96
    BUNDESFINANZHOF Haben Ehegatten in einem gemeinschaftlichen Testament, durch das sie sich gegenseitig als Erben einsetzen (Berliner Testament), dem überlebenden Ehegatten das Recht eingeräumt, die Schlußerbenfolge sowie die Verteilung des Nachlasses zu ändern, so bleibt § 15 Abs. 3 ErbStG zugunsten des Schlußerben insoweit anwendbar,...
  • BildOLG-HAMM, 08.05.2013, 8 UF 3/13
    Zur groben Unbilligkeit i..S.d. § 27 VersAusglG.
  • BildOLG-HAMM, 28.02.2013, 10 U 71/12
    1. Wenn Eltern in einer gemeinschaftlich errichteten letztwilligen Verfügung ihre Kinder gleichmäßig als Schlusserben eingesetzt haben ohne ausdrückliche Regelungen im Sinne eines sog. Behindertentestaments zu treffen und bestimmt haben, dass dasjenige ihrer Kinder, das nach dem Tod des erstversterbenden Elternteils seinen Pflichtteil...
  • BildBFH, 04.07.2012, II R 15/11
    1. Die auf den Erben entsprechend seiner Erbquote entfallenden Abschlusszahlungen für die vom Erblasser herrührende Einkommensteuer des Todesjahres, einschließlich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag, sind als Nachlassverbindlichkeiten gemäß § 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG abzugsfähig (Änderung der Rechtsprechung). 2. Bei einer...

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    In einem Berliner Testament eines in Gütergemeinschaft lebenden Paares wird verfügt, dass, sollte ein Ehepartner sterben, der verbliebene Partner alles erben soll. Es ist dort auch festgelegt, dass, sollte ein Kind seinen Pflichtteil einfordern, diese Kind auch beim Versterben des hinterbliebenen Partners nur den Pflichtteil bekommen...
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    In einem (Berliner) Testament eines in Gütergemeinschaft lebenden Paares wurde verfügt, dass, sollte ein Ehepartner sterben, der verbliebene Partner alles erben soll. Es ist dort auch festgelegt, dass, sollte ein Kind seinen Pflichtteil einfordern, diese Kind auch beim Versterben des hinterbliebenen Partners nur den Pflichtteil...

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