Beiträge - Definition, Bedeutung, Erklärung & Beispiele

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Erklärung zum Begriff Beiträge

Beiträge sind solche Abgaben, die von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft für die potentielle Inanspruchnahme einer staatlichen Leistung oder Einrichtung erhoben werden und damit der Deckung der Ausgaben dienen, welche aufgrund von Schaffung, Erweiterung oder Erneuerung öffentlicher Einrichtungen entstehen.

Damit sind Beiträge von den anderen Abgaben – im steuerrechtlichen Sinne – zu unterscheiden, namentlich den Steuern, den Gebühren und den Sonderabgaben:

  • Steuern sind unabhängig von einer konkreten Gegenleistung des Staates und dienen der allgemeinen Finanzierung des Gemeinwesens (vgl. § 3 Absatz 1 der Abgabenordnung [AO]). Anders als bei den Beiträgen und Gebühren, liegt die Steuergesetzgebung in der Regel beim Bund (vgl. Art. 105 Absatz 2 GG).
  • Gebühren sind solche Abgaben, die von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft für die tatsächliche Inanspruchnahme einer staatlichen Leistung oder Einrichtung erhoben werden, um damit die Deckung der Kosten der entsprechenden Stelle zu decken. Gebühren sind also abhängig von einer konkreten Gegenleistung für eine konkrete Leistung der Verwaltung.
  • Sonderabgaben werden wiederum jeweils nur einer bestimmten Gruppe auferlegt, in der Regel als Ausgleichsabgabe.
  • Abgaben sind in diesem Zusammenhang als Oberbegriff zu verstehen.
     

Es kommt also bei einem Beitrag – anders als bei den Gebühren – nicht auf die tatsächliche Inanspruchnahme einer Leistung an. Maßgeblich ist insoweit vielmehr die potentielle Möglichkeit der Nutzung eines staatlich vermittelten Sondervorteils. Derjenige, der diese erhobenen Beiträge jedoch entrichten muss, muss auch einen dauerhaften Vorteil geboten bekommen. Daraus folgt, dass im Rahmen der Kostenbeteiligung, stets das öffentliche Interesse berücksichtigt werden muss. Es kommt also zusätzlich darauf an, dass dieses Interesse an dem gebotenen Vorteil einer ganzen Gruppe zukommt, nicht lediglich einem Individuum.

In der Regel liegt nach den Art. 73 ff. GG die Kompetenz bei den Ländern, entsprechende Beiträge (oder auch Gebühren) zu erlassen.

Bekannte Beispiele für solche Beiträge sind insbesondere der Krankenversicherungsbeitrag, der Rundfunkbeitrag aber auch der Studienbeitrag (der jedoch oftmals rechtlich ungenau als Studiengebühr bezeichnet wird).


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