Baumängel

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Erklärung zum Begriff Baumängel

Wer als Bauherr tätig ist, auch als Bauunternehmer oder Architekt, kurz, wer ein Gebäude errichten möchte, der ist sich darüber im Klaren, dass Baumängel so gut als möglich zu vermeiden sind. Mangelhafte Planung und schlampige Arbeiten an Neubauprojekten kosten jedes Jahr viele Milliarden. Der Bauherrenschutzbund findet bei 300 Bauvorhaben im Durchschnitt 10 bis 20 Mängel. Das macht einen Schaden von quer gerechnet  50.000 Euro pro Eigenheim aus.

Feuchtigkeit ist der größte Feind

Die Planung ist häufig bereits der Grund für spätere Schäden. Doch auch die Ausführung kann Baumängel mit sich bringen. So führt eine mangelhafte Abdichtung von Keller und Fundament zu eindringender Feuchtigkeit, werden Bauteile bei schlechtem Wetter ungeschützt gelagert kann ein Befall von Schimmelpilzen drohen, falsch eingefügte Fenster sind undicht, die Fugen sind schlecht abgedichtet. Vor allem bei Gebäuden in Fertigbauweise sind diese Mängel extrem gehäuft anzutreffen. So kommt es auch oftmals zu Problemen mit dem Schallschutz in Reihenhausanlagen, Treppen oder Trennwände sind falsch installiert.

Zeit ist Geld

Treten Mängel am Bau auf, so ist es sinnvoll, diese sofort zu melden. Je früher ein Fehler passiert, desto gravierender sind seine Folgen. Es ist deshalb eine gute Möglichkeit, einen Betreuer für das Bauvorhaben, neutral und sachverständig, zu engagieren, der die Arbeiten der einzelnen Unternehmen zeitnah kontrolliert. Der Kostenpunkt eines solchen Betreuers liegt bei gerade einmal einem Prozent der Baukosten. Dies ist Geld, das gut investiert ist. Baumängel können so bereits im Vorfeld verhindert werden.

Genaue Baubeschreibung

Die Baubeschreibung im Vertrag ist der Schlüssel. Je genauer diese gegliedert ist, je detaillierter sie sich findet, desto vorteilhafter – letztlich für alle Seiten. Es geht also um die exakte Beschreibung aller Leistungen, Anzahl, Größe, Platzierung der Türen, verwendete Materialien etc. Hier gibt es vorteilhafterweise Musterverträge. Die Kosten sollten in dem Vertrag transparent dargelegt sein. Welche Bauleistungen kosten welche Summe, wann sie sind mit welchen Abschlägen oder in welchen Raten zu zahlen. Es ist beispielsweise möglich, die Bezahlung einer Bauleistung zurückzuhalten, bis sie zur Zufriedenheit des Bauherren ausgeführt ist. Wichtig ist auch eine kostenlose Fertigstellungs- und Gewährleistungsbürgschaft, die in den Vertrag eingebunden wird. In dem Fall, dass die Firma Insolvenz anmelden muss, würde die Bank oder Versicherung, welche die Bürgschaft übernommen hat, die Fertigstellung des Gebäudes bezahlen.




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Entscheidungen zum Begriff Baumängel

  • BildBAYOBLG, 18.09.2002, 2Z BR 62/02
    Droht wegen Baumängel die Verjährungsfrist abzulaufen, muß der Verwalter unverzüglich eine Entscheidung der Wohnungseigentümer über das weitere Vorgehen herbeiführen. Andernfalls kann er sich schadensersatzpflichtig machen.
  • BildOLG-CELLE, 04.05.2005, 16 W 44/05
    Die nachträgliche Einbeziehung weiterer Antragsgegner in ein selbständiges Beweisverfahren wegen diverser Baumängel kann unzulässig sein, wenn das Verfahren bereits mehrere Jahre andauert und im Falle der Zulassung eine erhebliche weitere Verzögerung zu besorgen wäre.
  • BildOLG-NAUMBURG, 03.08.2005, 11 U 100/04
    Der mit der Ermittlung des Verkehswertes beauftragte Sachverständige hat nur die von ihm äußerlich wahrnehmbaren, wertbeeinflussenden Faktoren zu berücksichtigen und in seine Bewertung einfließen zu lassen. Ihn trifft weder die Pflicht, Baumängel selbst oder durch Zuziehung weiterer Sonderfachleute zu ermitteln, noch hat er ohne...
  • BildBAYOBLG, 31.01.2002, 2Z BR 57/01
    1. Können Baumängel für eine Schimmelbildung ursächlich sein, darf die Verwaltung ein selbständiges Beweisverfahren einleiten. 2. Die Kosten eines solchen Beweisverfahrens tragen selbst dann alle Wohnungseigentümern, wenn sich später herausstellt, dass die Schadensursache im Verhalten der betroffenen Wohnungseigentümer lag.
  • BildOLG-NAUMBURG, 22.01.2004, 4 U 133/03
    Im Rahmen der Verkehrswertermittlung gemäß § 194 BauGB hat der Gutachterausschuss jedenfalls nicht unerhebliche Baumängel und Gebäudeschäden in die Beurteilung einfließen zu lassen (§§ 3 Abs . 2, 5 Abs 5 S. 2 WertV). Übersieht er bei der Begutachtung den vorhandenen Schädlingsbefall (hier: Hausbockkäferbefall im Dachstuhl), weil er...
  • BildVG-REGENSBURG, 14.02.2013, RO 5 K 12.723
    Keine Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ nach Absolvierung eines zweijährigen postgradualen Studiengangs „Master of Engineering - Bauschäden, Baumängel und Instandsetzungsplanung“, das bei erfolgreichem Abschluss zur Führung des akademischen Grades „Master of Engineering (M.Eng.)“ berechtigt. Dementsprechend...
  • BildAG-KERPEN, 08.11.2005, 22 C 166/05
    Wer als Mieter einer Wohnung mit einer Rechtsschutzversicherung einen Versicherungsvertrag abschließt muß sich nicht darauf verweisen lassen, daß nach den Allgemeinen Vertragsbedingungen (ARB 2002) kein Versicherungsschutz für Streitigkeiten zu gewähren ist, bei denen es um Baumängel der Mietsache geht. Die entsprechende Klausel (§ 4...
  • BildOVG-RHEINLAND-PFALZ, 14.03.2007, 6 A 11637/06.OVG
    Die Abgrenzung zwischen Erneuerung und Instandsetzung einer Straße, also zwischen beitragsfähigem Straßenausbau und beitragsfreier Straßenunterhaltung, ist grundsätzlich nach dem Ausmaß der Arbeiten an der Verkehrsanlage vorzunehmen. Neben solchen quantitativen Aspekten der Differenzierung sind auch qualitative sowie funktionale...
  • BildOLG-DUESSELDORF, 27.05.2002, 3 Wx 148/01
    Verletzt der Verwalter die ihm gegenüber der Eigentümergemeinschaft aus dem Verwaltervertrag obliegende Verpflichtung, Baumängel festzustellen, die Wohnungseigentümer darüber zu unterrichten und die Entscheidung der Gemeinschaft über das weitere Vorgehen herbeizuführen, so ist diese Pflichtverletzung für den Schadenseintritt...
  • BildBGH, 26.10.2006, VII ZR 133/04
    Der Architekt schuldet als Sachwalter des Bauherrn im Rahmen seines jeweils übernommenen Aufgabengebiets die unverzügliche und umfassende Aufklärung der Ursachen sichtbar gewordener Baumängel sowie die sachkundige Unterrichtung des Bauherrn vom Ergebnis der Untersuchung und von der sich daraus ergebenden Rechtslage. Von der...

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