Bauantrag

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Erklärung zum Begriff Bauantrag

Ist ein Bauvorhaben geplant, benötigt der Bauherr die entsprechende Baugenehmigung nach dem Baugesetzbuch, dem BauGB. Der Bauantrag ist der Antrag des Bauherren, sein geplantes Bauwerk nach den Regeln der Bauordnung und der Baulagenvorlagenverordnung des entsprechenden Bundeslandes genehmigen zu lassen.

Der Verfasser des Bauantrages ist in aller Regel ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser. Dieser erstellt die Baulagenvorlagenpläne und stellt die verschiedenen erforderlichen Berechnungen an. Er ist, genauso wie der Bauherr, Unterzeichner dieser Pläne, Zeichnungen und Berechnungen sowie des Bauantrags. Wichtige Einzelheiten können vorab, also vor der Abgabe des eigentlichen Bauantrages, mit einer Bauvoranfrage abgeklärt werden.

Dreifache Ausfertigung

Der Bauantrag wird in dreifacher Ausfertigung, in grün, rot und gelb bei der zuständigen Gemeinde eingereicht. Zusammen mit den Antragsvordrucken sind die entsprechenden Unterlagen erforderlich. Diese Dokumente nennen sich Bauvorlagen. Einzelheiten hierzu finden sich jeweils in den Gesetzbüchern der jeweiligen Bundesländer, den entsprechenden Bauvorlagenverordnungen. Die Bauvorlagen bestehen in aller Regel aus dem ausgefüllten Vordruck, falls die Baubehörde einen solchen zur Verfügung stellt. Der beinhaltet einen statistischen Erhebungsbogen, ist definiert als Formblatt zum Anzeigen aller baulichen Änderungen mit dem Zweck der Genehmigungserteilung durch die zuständigen Behörden des Bundeslandes. Hinzu kommen eine Zustimmungserklärung der Nachbarn sowie gegebenenfalls eine sogenannte Baulastenerklärung. Mit der Baulastenerklärung nach dem Bauordnungsrecht geht der Grundstückseigentümer eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung ein, bestimmte, das Grundstück betreffende Dinge zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Zu den Bauvorlagen gehören auch die zeichnerischen Darstellungen der geplanten Baumaßnahme, ein Auszug aus der Liegenschaftskarte, also ein katasteramtlicher Lageplan sowie die Baubeschreibung bzw. bei gewerblichen Objekten die Betriebsbeschreibung. Die Berechnungen umfassen Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl, Rohbau- und Gesamtkosten. Auch technische Nachweise, Standsicherheitsnachweis, ein  Wärmeschutznachweis, gegebenenfalls ein Schallschutznachweis sind erforderlich, können aber nachgereicht werden.

Betriebsbeschreibungen

Handelt es sich um ein gewerbliches Vorhaben, ist eine Betriebsbeschreibung notwendig. Diese beinhaltet die Darstellung des Betriebes mit Betriebsablauf, Anzahl der Beschäftigten und die Tätigkeit des jeweiligen, den Bauantrag stellenden Betriebes.




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Entscheidungen zum Begriff Bauantrag

  • BildOVG-SAARLAND, 24.05.2007, 2 Q 52/05
    1. Zur Bewertung eines "Nachtrags zum Bauantrag" als neuen Bauantrag. 2. Zur Rechtmäßigkeit der Erhebung einer doppelten Gebühr für die nachträgliche Genehmigung eines Bauvorhabens.
  • BildVG-OSNABRUECK, 30.04.2004, 2 A 114/03
    Die Gebührenermäßigung für mehrere "gleichartige" bauliche Anlagen, für die gleichzeitig ein Bauantrag gestellt wird, kommt auch Werbeanlagen für wechselnde Fremdwerbung zugute.
  • BildVG-LUENEBURG, 08.10.2002, 2 A 192/01
    Bei einem notwendigen Gutachten zur immissionschutzrechtlichen Zulässigkeit eines Vorhabens handelt es sich nicht um eine vom Bauherrn mit seinem Bauantrag vorzulegende Bauvorlage
  • BildVG-FRANKFURT-AM-MAIN, 02.03.2011, 8 L 453/11.F
    1. Ein Bauantrag ist unvollständig, wenn ein erforderlicher schriftlicher Antrag für eine (bauplanungsrechtliche) Ausnahme fehlt.2. Ein solchermaßen unvollständiger Bauantrag schließt eine fiktive Baugenehmigung aus.3. Zu den Voraussetzungen für ein sofort vollziehbares Nutzungsverbot.4. Zu dem Begriff der Änderung einer baulichen...
  • BildBFH, 30.09.2003, III R 52/00
    Ein Bauantrag ist i.S. von § 19 Abs. 4 EigZulG i.d.F. vom 26. März 1997 (BStBl I 1997, 364) gestellt, wenn der Antrag auf Baugenehmigung bei der Gemeinde oder, wenn diese nicht Baugenehmigungsbehörde ist, bei der Baugenehmigungsbehörde eingereicht wird.
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 11.07.1990, 5 S 357/90
    1. Der zur Ablösung der Stellplatzverpflichtung vereinbarte Betrag ist auch dann an die Gemeinde zu zahlen, wenn der Bauherr von der Baugenehmigung keinen Gebrauch macht oder nach Unanfechtbarkeit der Baugenehmigung den Bauantrag zurücknimmt.
  • BildVG-AUGSBURG, 06.02.2013, Au 4 K 12.1310
    Baubeseitigung einer Terrassenüberdachung mit Photovoltaikelementen;Keine Verfahrensfreiheit einer über 3 m tiefen Terrassenüberdachung;Photovoltaikelemente in Terrassenüberdachung nicht gebäudeunabhängig;Abstandsflächenpflicht einer Terrassenüberdachung;Kein untergeordneter Vorbau;Tatsächliche Beeinträchtigung des Nachbarn im...
  • BildBAYERISCHER-VGH, 01.07.2009, 2 BV 08.2465
    Die Bauaufsichtsbehörde darf den Bauantrag nicht deshalb wegen fehlenden Sachbescheidungsinteresses ablehnen, weil dem Vorhaben ihrer Ansicht nach im bauaufsichtlichen Genehmigungsverfahren nicht zu prüfende (bauordnungsrechtliche) Vorschriften entgegenstehen (Bestätigung von BayVGH vom 19.1.2009 Az. 2 BV 08.2567 BayVBl. 2009, 507).
  • BildVG-SIGMARINGEN, 08.04.2009, 1 K 486/08
    1. Spielhallen können auch ohne eine räumliche Verbindung eine baurechtliche Einheit darstellen (hier angenommen u.a. augrund des Aufsichtskonzepts und einem gemeinsamen Bauantrag mit Gesamtflächenberechnung)2. Zur Auslegung einer Ortsbausatzung anhand der Baunutzungsverordnung
  • BildOVG-NORDRHEIN-WESTFALEN, 27.08.2002, 10 B 1233/02
    Weder § 69 noch § 61 Abs. 1 Satz 2 BauO NRW oder eine sonstige Vorschrift der nordrhein-westfälischen Bauordnung bieten eine Ermächtigung, dem Bauherrn bei formell baurechtswidrig durchgeführten Bauvorhaben aufzugeben, für das Vorhaben einen Bauantrag zu stellen, um auf diese Weise ein förmliches Bauantragsverfahren zu erzwingen, oder...

Aktuelle Forenbeiträge

  • Parkplätze nach § 51 BauO NRW (25.11.2010, 14:58)
    Angenommen, Ende der 80er Jahre wurde eine Baugenehmigung für ein gewerbl. Objekt erteilt. Die erforderichen Parkplätze nach § 51 BauO NRW wurden auf dem Nachbargrundstück nachgewiesen. Eine Baulast o.ä. wurde nicht eingetragen. Im Grundbuch ebenfalls kein Eintrag. Nun wurde das gewerbl. Objekt verkauft und der Nachbar möchte seine...

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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

Häuslbauer  (03.07.2016 18:06 Uhr):
Wann endet die Frist bis ein Wärmeschutznachweis oder ein Schallschutznachweis nachgereicht werden kann? Habe das nämlich verabsäumt.



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