Ausschüttung

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Erklärung zum Begriff Ausschüttung

Bei der Ausschüttung handelt es sich um die Dividende, welche eine Aktiengesellschaft aus Gewinnanteilen an ihre Aktionäre (oder ein Fonds an seine Anteilseigner) zahlt. In welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt die Ausschüttung erfolgen soll, wird seitens des Vorstands sowie des Aufsichtsrates der Aktiengesellschaft vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wird dann auf der Hauptversammlung beschlossen. Dividenden werden gemeinhin als ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke eines Unternehmens angesehen. Idealerweise werden sämtliche Überschüsse, welche nicht für neue Investitionen verwendet werden müssen, ausgeschüttet. Demzufolge kann bei Unternehmen, die im Wachstum sind oder aus anderen Gründen hohe Investitionen planen, keine Ausschüttung erfolgen.

Wie hoch die individuelle Ausschüttung tatsächlich ist, hängt von der Anzahl der Aktien ab, die ein Aktionär innehat. Neben der Bardividende, als welche die Ausschüttung üblicherweise anfällt, sind auch andere Formen der Ausschüttung gegeben: so kann die Dividende als Stockdividende ausgezahlt werden, also in Form von kostenlosen Aktien. Auch Wirtschaftsgüter sowie Aktien eines Tochterunternehmens können ausgeschüttet werden; in diesen Fällen spricht man von einer „Sachdividende“.

In der Regel erfolgt eine Ausschüttung einmal jährlich. In Fällen, in denen eine Aktiengesellschaft größere Investitionen tätigen muss, kann die Ausschüttung entfallen.

Handelt es sich bei dem Aktionär um eine Privatperson, so muss er für die Dividende Steuern zahlen. Sie werden als Einkünfte aus Kapitalvermögen angesehen und demzufolge mit der Abgeltungssteuer versteuert. Bei Personengesellschaften sowie Einzelunternehmen erfolgt die Versteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren.

 




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Entscheidungen zum Begriff Ausschüttung

  • BildBFH, 26.09.2007, I R 8/07
    Wurde für eine Ausschüttung EK 45 verwendet und stellt sich später heraus, dass ein höheres EK 45 als ursprünglich angenommen für die Ausschüttung zur Verfügung stand, schreibt § 54 Abs. 10a KStG 1999 die Verwendung des EK 45 im ursprünglich bescheinigten Umfang fest. Hat sich nachträglich zugleich der Bestand an EK 40 vermindert, so...
  • BildBFH, 26.08.2010, I R 53/09
    Eine Gewinnbeteiligung i.S. des Art. 11 Abs. 2 DBA-Österreich 2000 kann bei der Übernahme von Genussscheinen einer Bank auch darin liegen, dass die vereinbarte Ausschüttung im Falle eines Bilanzverlusts der Bank unterbleiben soll     .
  • BildBFH, 14.07.2004, I R 16/03
    Eine andere Ausschüttung i.S. des § 27 Abs. 3 Satz 2 KStG a.F. setzt eine Vermögensminderung (verhinderte Vermögensmehrung) bei einer Kapitalgesellschaft voraus, die sich zusätzlich durch einen tatsächlichen Mittelabfluss realisiert hat. Dies gilt auch im Falle verdeckter Gewinnausschüttungen.
  • BildBAYOBLG, 28.07.2003, 1Z BR 140/02
    Zur Frage, in welchen Fällen ein wichtiger Grund für die Entlassung des Testamentsvollstreckers vorliegt (Verzögerungen bei Erstellung des Nachlassverzeichnisses, der Erbschaftssteuerklärung und der Ausschüttung von Nachlasserträgnissen; Differenzen mit Miterben bei der Auslegung des Testaments).
  • BildBGH, 19.03.2003, IV ZR 283/02
    Stellt sich die Ausschüttung von Streßhormonen im Verlauf eines Unfallgeschehens mit der Folge einer Aortendissektion als normale, unwillkürlich und automatisch ablaufende körperliche Reaktion dar, liegt keine psychische Reaktion i.S. des § 2 IV AUB 88 vor.
  • BildBGH, 10.07.2008, IX ZB 172/07
    Ein von dem Schuldner gegen den Treuhänder wegen der Ausschüttung unpfändbaren Vermögens erwirkter Schadensersatzanspruch fällt als Einzelschaden, der einen Ausgleich für diese die Gläubiger rechtswidrig begünstigende Maßnahme bildet, nicht in die Insolvenzmasse und unterliegt keiner Nachtragsverteilung.
  • BildBFH, 05.04.2005, I B 221/04
    Es bestehen ernstliche Zweifel daran, ob § 37 KStG 2002 der Nutzung eines Körperschaftsteuerguthabens entgegensteht, das auf einer Ausschüttung eines Tochterunternehmens im laufenden Wirtschaftsjahr beruht und daher zum Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres nicht gesondert festgestellt wurde.
  • BildOLG-STUTTGART, 11.02.2004, 14 U 23/03
    1. Fehlt dem Jahresabschluss einer GmbH der Anhang, so sind der Jahresabschluss und der darauf beruhende Gewinnverwendungsbeschluss nichtig. Eine danach rechtsgrundlos vorgenommene Ausschüttung an die Gesellschafter ist zurückzuzahlen. 2. Die Verpflichtung eines Gesellschafters, die restliche Stammeinlage zu bezahlen, wird nicht...
  • BildOLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 13.03.2013, 17 U 229/11
    Wird seitens der beratenden Bank gegenüber dem Anleger der unzutreffende Eindruck erweckt, die Garantiezahlung an den Fonds führe zu einer sicheren Ausschüttung in Höhe von über 100 % seiner Nettoeinlagesumme, genügt dies nicht den Anforderungen an eine objektgerechte Beratung (hier: Academy II).
  • BildBGH, 24.04.2009, BLw 25/08
    Das Mitglied einer LPG kann zur Berechnung seines künftigen Anspruchs auf Ausschüttung von der LPG i.L. schon vor Tilgung oder Deckung der Schulden Auskunft durch Vorlage der nach § 89 Satz 2 Satzteil 2 GenG in jedem Jahr aufzustellenden Bilanzen und Einsicht in die Bücher und Papiere des Unternehmens verlangen.

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