Ausländerkriminalität

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Erklärung zum Begriff Ausländerkriminalität


Die Ausländerkriminalität ist ein kriminologischer Begriff, der sich auf Straftaten bezieht, die von Nichtdeutschen im Sinne von Art. 116 GG begangen werden.

Inhaltsverzeichnis

Kriminalstatistischer Ansatz

Die soziostrukturelle und geschlechtsspezifische Zusammensetzung anderer Ethnien und ihre demographisch divergierende Schichtung führt dazu, dass es nur eine begrenzte Vergleichbarkeit zwischen der von Deutschen begangenen Kriminalität und der von Ausländern begangenen Kriminalität gibt. Statistische Vergleiche der Häufigkeit von Straftaten zwischen Deutschen und Ausländern führen zu verzerrten Ergebnissen, da nur Ausländer Straftaten nach dem Ausländergesetz und nach dem Asylverfahrensgesetz begehen können. Das Bundeskriminalamt weist jedoch auch auf Folgendes hin: Überdurchschnittlich sind nichtdeutsche Tatverdächtige in den alten Ländern mit Berlin jedoch auch bei gravierenden Gewaltdelikten wie Raub (35,3 %, 2001: 35,3 %), Mord und Totschlag (34,5 %, 2001: 35,1 %) sowie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung gemäß §§ 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB (33,5 %, 2001: 34,1%) vertreten.

Des Weiteren war es bisher problematisch, dass in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) auch die Kriminalität derjenigen Nichtdeutschen erfasst wurde, die im Prinzip nichts mit der ausländischen Wohnbevölkerung zu tun hatte: Touristen, Durchreisende und Angehörige der Stationierungsstreitkräfte.

Der Vergleich von Tatverdächtigenbelastungen zwischen Deutschen und Nichtdeutschen ist daher nur bedingt möglich.

Geographisch lässt sich die Ausländerkriminalität fast ausschließlich auf die westliche Bundesrepublik mit Berlin eingrenzen, während die Ausländerkriminalität in den östlichen Bundesländern insbesondere in den grenznahen Regionen signifikant erhöht ist.

Hierzu das Bundeskriminalamt: Die sich in Deutschland aufhaltenden Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft sind im Vergleich zur deutschen Bevölkerung im Durchschnitt jünger und häufiger männlichen Geschlechts. Sie leben häufiger in Großstädten, gehören zu einem größeren Anteil unteren Einkommens- und Bildungsschichten an und sind häufiger arbeitslos. Dies alles führt zu einem höheren Risiko, als Tatverdächtige polizeiauffällig zu werden.

Soziologischer Ansatz

Die erhöhte Ausländerkriminalität kann durch mehrere Faktoren erklärt werden: Ausländer entstammen häufig den unterprivilegierten Schichten. Auch würden mangelnde Sprachkenntnisse oft den gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt verhindern. Ferner bestehe die Gefahr, dass es zu einer Ghettobildung komme, wenn Ausländer wegen ihrer finanziell prekären Lage in Gegenden zögen, die selbst ebenfalls unterprivilegiert sind und daher geringe Mietkosten aufwiesen. Die Integration von Ausländern werde damit erschwert, wenn nicht sogar verhindert. Feststellbar ist ferner, dass Personen bei interethnischen Streitigkeiten (also zwischen Deutschen und Nichtdeutschen oder Ausländern unterschiedlicher Herkunft) eher geneigt sind, Anzeige zu erstatten. Dies erklärt zum Teil auch die höhere Kriminalitätsbelastung in der PKS. Dem ist entgegenzuhalten, dass intraethnische Streitigkeiten häufig nicht zur Anzeige gebracht werden. Häufig wird auch angeführt, dass eine andere Werteordnung zu erhöhter Kriminalität führen könne. Dem ist in der Hinsicht zuzustimmen, dass das Gesellschaftsgefüge in Deutschland eine westlich aufgeklärte und zugleich humanistische Entwicklung widerspiegelt, dadurch kann jedoch nur die erhöhte Kriminalität von Ausländern anderer Kulturkreise in bestimmten deliktsspezifischen Feldern erklärt werden.

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