Aushilfskräfte

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Erklärung zum Begriff Aushilfskräfte

Auch bei geringfügigen oder vorübergehenden Beschäftigungen gelten für den Lohnsteuerabzug die allgemeinen Bestimmungen. Bei Aushilfskräften liegt in der Regel immer ein Arbeitsverhältnis vor, d.h. dieser Personenkreis ist nichtselbstständig tätig. Die Lohnsteuer errechnet sich nach dem im Lohnzahlungszeitraum bezogenen Arbeitslohn und nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte bzw. bei einer Job-Aufnahme in 2011 der Ersatzbescheinigung.

Bei der Erhebung der Lohnsteuer bleibt unberücksichtigt, dass möglicherweise im Rahmen einer Einkommensteuer-Veranlagung eine vollständige oder teilweise Erstattung erfolgt. Wird dem Arbeitgeber keine Lohnsteuerkarte bzw. Ersatzbescheinigung vorgelegt, ist die Lohnsteuer nach Lohnsteuerklasse VI einzubehalten - selbst wenn die Lohnsteuer im Rahmen der Einkommensteuer-Veranlagung ganz oder teilweise erstattet wird. Zur Verminderung der Steuerprogression in Fällen der Steuerklasse I bis IV siehe permanenter Lohnsteuerjahresausgleich.

Zur möglichen Pauschalierung der Lohnsteuer siehe Pauschalierung der Lohnsteuer , Teilzeitarbeit und R 40a.1 LStR . Zur Steuerfreiheit bei sogenannten 400 EUR- Jobs vgl. Geringfügige Beschäftigung.

Lohnsteuer ist allerdings nur einzubehalten, wenn es sich um eine Tätigkeit innerhalb eines Arbeitsverhältnisses handelt. Aushilfskräfte sind in der Regel nichtselbstständig tätig. Bei einer selbstständigen Tätigkeit ist keine Lohnsteuer zu erheben. Zur Abgrenzung siehe Arbeitnehmer und H 19.2 LStH .

Praxistipp:

Richtet sich die Vergütung nach dem Arbeitserfolg, kann die Tätigkeitszeit frei bestimmt werden oder müssen eigene Arbeitsmittel eingesetzt werden, handelt es sich um eine selbstständige Tätigkeit. Hierfür braucht keine Lohnsteuer einbehalten zu werden. In der Regel wird für diese Leistung auch eine Rechnung ausgestellt.




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Entscheidungen zum Begriff Aushilfskräfte

  • BildBFH, 08.05.2008, VI R 76/04
    Das Schälen von Spargel durch Aushilfskräfte eines landwirtschaftlichen Betriebs zählt nicht zu den typisch land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten i.S. des § 40a Abs. 3 Satz 1 EStG.
  • BildLAG-MUENCHEN, 18.01.2007, 4 TaBV 94/06
    Anfechtung der Betriebsratswahl: Zahl der zu wählenden Betriebsratsmitglieder - aufgrund einer Rahmenvereinbarung regelmäßig tageweise befristet beschäftigte Aushilfskräfte als "in der Regel" beschäftigte Arbeitnehmer i. S. d. §§ 9 Satz 1, 7 Satz 1 BetrVG?
  • BildBFH, 14.09.2005, VI R 89/98
    Die Pauschalierung der Lohnsteuer für Aushilfskräfte in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft nach § 40a Abs. 3 EStG ist auch dann zulässig, wenn der Betrieb einer Personengesellschaft, die Land- und Forstwirtschaft i.S. des § 13 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 EStG betreibt, nur wegen § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG (Abfärbetheorie) als Gewerbebetrieb gilt.
  • BildLAG-DUESSELDORF, 16.01.2008, 12 Sa 1524/07
    Zur Frage, ob die Befristung von Aushilfsarbeitsverträgen mit saisonalem Mehrbedarf i.S.v. § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TzBfG zu rechtfertigen ist, wenn das in den Aushilfsarbeitsverträgen vorgesehene Stundenkontigent (vertragliche Monatsarbeitszeit zzgl. Überstunden im Umfang von bis zu 25 %) nur einen Bruchteil des prognostizierten...
  • BildBFH, 25.10.2005, VI R 59/03
    1. Traktorführer sind jedenfalls dann als Fachkräfte i.S. des § 40a Abs. 3 Satz 3 EStG und nicht als Aushilfskräfte zu beurteilen, wenn sie den Traktor als Zugfahrzeug mit landwirtschaftlichen Maschinen führen. 2. Reinigungsarbeiten, die ihrer Art nach während des ganzen Jahres anfallen (hier: Reinigung der Güllekanäle und Herausnahme...
  • BildLAG-DUESSELDORF, 11.08.2006, 9 Sa 459/06
    1. Sieht ein Haushaltsgesetz vor, dass Aushilfskräfte beschäftigt werden können, soweit Stelleninhabern vorübergehend keine oder keine vollen Dienstbezüge zu gewähren sind, kann dies die Befristung eines Arbeitsvertrages nach § 14 Abs. 1 Nr. 7 TzBfG rechtfertigen (im Anschluß an BAG AP Nr. 8 zu § 14 TzBfG). 2. Eine "entsprechende...
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  • BildLAG-KOELN, 03.12.2013, 12 TaBV 65/13
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