Anerbenrecht

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Erklärung zum Begriff Anerbenrecht

Unter dem Begriff Anerbenrecht versteht man, wenn ein landwirtschaftliches Anwesen an einen Alleinerben weitervererbt wird, damit dieses vollständig erhalten bleibt. In der feudalen Tradition entspricht die Primogenitur dem Anerbenrecht. Der Gegensatz hierzu ist die Realteilung.

I. Geschichtlicher Hintergrund

Alle anderen, durch den Anerben ausgeschlossenen Erben wurden in der Regel abgefunden. Ihnen boten sich als Alternativen: Eine Arbeit als Knecht oder Magd und damit ein Absinken in die Schicht der landlosen dörflichen Bevölkerung, der Erwerb eines eigenen Hofes durch Kauf, durch Einheirat oder durch die Abwanderung in ein Siedlungsgebiet (wobei der Binnenkolonisation durch die Bodenqualität Grenzen gesetzt waren), im städtischen oder ländlichen Handwerk eine Erwerbstätigkeit zu finden.

Für Deutschland sieht das BGB keine Anerbenrechte vor, in einzelnen (vor allem landwirtschaftlich geprägten) Bundesländern bestehen jedoch noch landesrechtliche Anerbenrechte.

Die Siedlungsgeographie betrachtet die am Flurbild ablesbaren Unterschiede zwischen Gebieten des Anerbenrechts und solchen der Realteilung.

Siehe auch: Hollandgänger, Höfeordnung

II. Weiterführende Literatur

III. Verweise




Mitwirkende/Autoren:
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Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


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