2. Juristische Staatsexamen – Vorbereitung

Rechtsreferendariat

Mit der Vorbereitung auf das zweite juristische Staatsexamen sollte am besten schon am ersten Tag der Referendariatsausbildung begonnen werden. Denn in fast keinem anderen Studienfach sind die Examensnoten so wichtig für den beruflichen Erfolg wie in den Rechtswissenschaften. Aussichtsreiche Karrieren stehen vornehmlich Prädikatsjuristen zur Verfügung und daher ist der Druck im Zweiten juristischen Staatsexamen natürlich immens hoch. Schließlich soll die Note des ersten Examens nach Möglichkeit noch verbessert werden. Deshalb sollte die Prüfungsvorbereitung auf das Zweite Staatsexamen während des Referendariats einen hohen Stellenwert einnehmen.

Klausurenkurse zur Vorbereitung auf das 2. juristische Staatexamen

Dazu bieten sich die Klausurenkurse bei den jeweiligen Gerichten an, in denen das Klausurenschreiben unter Zeitdruck mithilfe von alten Originalklausuren eingeübt werden kann. Nach der Korrektur besitzt man dadurch schnell einen Überblick über das eigene Hintergrundwissen und kann danach die notwendigen Lernschwerpunkte für das Examen besser einschätzen. Zudem sind die Übungsklausuren wichtig für das Einüben des Klausurenschreibens an sich. Ohne Routine im Klausurenschreiben sind die Examensklausuren in der Kürze der Zeit nicht zu bewältigen. Schließlich stehen Sie dabei permanent unter Zeitdruck und müssen knifflige rechtliche Probleme lösen. Auf jeden Fall sollten Sie Übungsklausuren in allen Rechtsgebieten durchführen, die auch im Examen auftauchen können. Deshalb sollten bei näher rückendem Examen die Klausuren auch immer unter Examensbedingungen (mit Zeitdruck) bearbeitet werden. Nur so kann man letztlich die notwendige Routine entwickeln, um die bestmögliche Klausurleistung in der Prüfung herauszuholen.

Wo finde ich Übungsklausuren für das 2. juristische Staatsexamen?

Übungsklausuren finden Sie auch in den Fachzeitschriften für Referendare (Jura, JuS oder JA). Den Klausuren sind auch Musterlösungen beigefügt, so dass die Klausuren danach selbst überprüft werden können. Auch die Assex-Schriftenreihe bietet Übungsklausuren zur Vorbereitung auf das Zweite juristische Staatsexamen an.   

Sehr oft findet man auch Musterklausuren auf den Homepages des eigenen Justizprüfungsamtes, vor allem auch Aktenvorträge. Ansonsten sollte man den eigenen Arbeitsgemeinschaftsleiter auf Musterklausuren ansprechen.

Lernstoff frühzeitig aufteilen

Am besten ist es, gleich zu Beginn des Referendariats die Prüfungsordnung zur Hand zu nehmen und die Prüfungsinhalte sinnvoll über die Zeitdauer des Referendariats zu verteilen. So kann man sich von Anfang an einen Überblick über die Stofffülle verschaffen und steht dann später kurz vor dem Examen nicht vor einem riesigen Berg mit unbewältigten Lernstoff, der dann sowieso nicht mehr in ausreichendem Maße eingeübt werden kann. Viele Referendare begehen bei der Prüfungsvorbereitung den Fehler, sich auf prozessuale Schwerpunktsetzungen auszurichten und dabei das materielle Recht aus dem Blick zu verlieren. Dies ist ein schwerwiegender Fehler, denn das materielle Recht wird in den Prüfungen zum Zweiten Staatsexamen  mehr als die Hälfte des Prüfungsstoffes ausmachen.

Eine Übersicht über gute Literatur für zweites Staatsexamen und Referendariat mit Anwendungstipps findet man bei Juratopia.

Urlaub vorausschauend planen

Bei der Planung für die Staatsexamensprüfung sollte zudem berücksichtigt werden, dass die Urlaubstage sinnvoll in die Examensvorbereitung eingebunden werden und vor dem Prüfungstermin noch genug Urlaubstage für das Lernen zur Verfügung stehen. Mehr als drei Wochen Urlaub hintereinander sind oft nicht möglich. Überlegen Sie sich auch schon zu Beginn des Referendariats, dass arbeitsintensive Stationen am besten gleich zu Beginn der Ausbildung absolviert werden. So können Sie sich beim Endspurt vor den Prüfungen zusätzliche Lernzeit schaffen und werden nicht durch arbeitsintensive Stationen daran gehindert. Auf jeden Fall kann es auch lohnenswert sein, mit dem jeweiligen Ausbilder für eine bestimmtes Zeit ein höheres Arbeitspensum in der letzten Station auszuhandeln, so dass vor dem Examen dann weniger Arbeit abgeleistet werden muss. Die meisten Ausbilder werden für diese Vorgehensweise Verständnis zeigen.

Prüfungsvorbereitung beim 2. juristischen Staatsexamen mithilfe von Repetitorien

Die meisten Referendare vertrauen neben der Prüfungsvorbereitung durch die staatliche Ausbildung im Referendariat auf die Wissensvermittlung durch private Anbieter, die sogenannten Repetitorien. Diese Kurse sind kostenpflichtig und kosten in der Regel monatlich geringe dreistellige Beträge. In den Repetitorien soll den Teilnehmer innerhalb kurzer Zeit (0,5-1 Jahr) das examensrelevante Wissen vermittelt werden.  Der Vorteil der Repetitorien liegt nicht zuletzt darin, dass die Anbieter in den meisten Fällen sehr vertraut mit den Inhalten des Zweiten Staatsexamens sind und auch die Übungsklausuren an den Inhalten der letzten Referendarprüfungen orientieren. Zudem bieten die meisten Repetitorien auch umfangreiche Lernmaterialien, die zur Prüfungsvorbereitung sehr nützlich sind und  sich an typischen Examensinhalten orientieren. Die Repetitorien ersetzen natürlich nicht die Notwendigkeit, den Stoff in Eigenregie zuhause vor- und nachzubereiten.

Anbieter von Repetitorien



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